Cottbusser Skyline

Quiz 23.07.2021

Wussten Sie schon…?

Cottbus hat viele Geschichten zu erzählen, die Menschen außerhalb der Lausitz nicht unbedingt kennen. Mit unserem Quiz gibt es zwar keinen Preis zu gewinnen, aber dafür Wissenswertes über das Oberzentrum der Lausitz!

Cottbus hat eine lange Sport-Tradition, aus der Stadt werden auch Athleten an den diesjährigen Olympischen Spielen teilnehmen. Die ganze Stadt nimmt Anteil: Im Stadtgebiet hängen Banner und Plakate, die den heimischen Olympioniken die besten Wünsche mit auf den Weg geben: Die Radsportler*innen Emma Hinze, Maximilian Levy, Roger Kluge und Maximilian Dörnbach sind für Tokio 2021 nominiert, wir wünschen ihnen ebenso wie den vielen anderen Olympioniken aus dem gesamten Bundesgebiet viel Erfolg und verletzungsfreie Spiele.

Cottbus hat als Teil des Olympiastützpunktes Brandenburg seit Jahrzehnten immer wieder erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler hervorgebracht. Wissen Sie, welche?







News 25.06.2021

Interview: "Nicht Berlin, nicht Leipzig, sondern etwas ganz Eigenes"

Prof. Dr. Gesine Grande

Prof. Dr. Gesine Grande

Gesine Grande, geboren 1964 in Leipzig, studierte Psychologie an der Universität Leipzig, promovierte 1997 an der Universität Bielefeld. Nach der Approbation als Psychologische Psychotherapeutin erlangte sie 2012 ihre Habilitation an der Universität Leipzig. Von 2014 bis 2019 war sie Rektorin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Seit dem 01. Oktober 2020 ist sie Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Damit ist sie die erste weibliche Führungskraft einer deutschen staatlichen Universität, die aus der früheren DDR stammt. 

Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, im Gespräch mit der BNetzA über ihre Vision, die Hochschule zum MIT der Lausitz zu entwickeln. Und über aktuelle Projekte in Forschung, Transfer, Innovation und Nachwuchsförderung, die auch die Wirtschaft stärken werden.

 

BNetzA: Frau Prof. Grande, Sie sind seit neun Monaten Präsidentin der BTU. Sind Sie inzwischen angekommen?
Grande: Mein Beginn hier war am 1. Oktober, also mitten in der Pandemie. Durch die Infektionsschutzverordnungen war die Uni so gut wie leer. Aber ich habe unglaublich viel Unterstützung erfahren, erstaunlich viele Menschen kennengelernt; deshalb habe ich das Gefühl, gut angekommen zu sein.

BNetzA: Das Motto der Universität lautet „Wir forschen, lehren und lernen aus Leidenschaft.“ Welchen Aufgaben widmen Sie in den kommenden Jahren die größte Leidenschaft?
Grande: Der Aufgaben sind unendlich viele. Die BTU ist eine sehr spannende Hochschule in einer einmaligen Entwicklungsphase. Die großen Themen sind die, die alle Universitäten umtreiben: Digitalisierung, Marketing, Wettbewerb. Bei uns kommen aber noch besondere Aufgaben dazu. Diese Hochschule ist 2013 nach einer Fusion (mit der Hochschule Lausitz, Anm. d. Red.) neu gegründet worden und trägt seitdem den Namen BTU Cottbus Senftenberg; diese Phase gilt es jetzt zu vollenden. Wir werden unser Profil schärfen hin zu den Themen, bei denen wir eine große Expertise haben; bei denen hier durch den Strukturwandel in den kommenden Jahren wirklich die Post abgehen wird: Dekarbonisierung und Energiewende, Transformation und Strukturwandelfolgen, Künstliche Intelligenz und Sensorik, Gesundheit. Sie sind alle sehr gut geeignet, um interdisziplinäre Cluster zu bilden. Ich möchte uns gerne als das MIT der Lausitz platzieren. Wie beim Original in Massachusetts herrscht hier ein besonderer Entdeckergeist, ein interdisziplinärer Ansatz auch in den technischen Disziplinen, ein klares Bekenntnis zum Transfer und damit zur Verantwortung für die Region. All das sind Themen, die auch die Stadt um die Universität prägen und verändern werden.

BNetzA: Cottbus ist keine klassische Universitätsstadt wie Heidelberg oder Göttingen. Die Region ist eher bekannt für Kohle und Industrie. Was bedeutet das für Ihre Universität?
Grande: Ich glaube, Cottbus ist ein Ort, den die meisten Menschen nicht kennen. Als ich das erste Mal hier war, habe ich bestimmt hundert Fotos gemacht, weil ich so fasziniert war. Hier gibt es noch so viel Unentdecktes und so viele Brüche. Die Spree, die Lausitz, die ganze Landschaft mit ihrer Kohlevergangenheit, die Brandenburger mit ihrer besonderen Mentalität…Die Verbindung zwischen der Uni und den Städten Cottbus und Senftenberg ist sehr eng. Wir denken und entwickeln viel gemeinsam. In Cottbus sind wir zum Beispiel am Festival für den osteuropäischen Film beteiligt; unsere Professor*innen gestalten die Plätze der Stadt; wir arbeiten zusammen an Gründerzentren oder planen gemeinsam die flächenmäßige Campuserweiterung.

BNetzA: Bei aller Begeisterung, die bei Ihnen zu spüren ist, befindet sich Cottbus, aber natürlich auch die gesamte Region, in einem riesigen Umwälzungsprozess. Sie haben ihn selber schon angesprochen. Wie kann die Universität den Strukturwandel begleiten?
Grande: Wir in Brandenburg begleiten den Strukturwandel nicht nur, wir gestalten ihn erheblich mit. Im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland, die auch vom Strukturwandel betroffen sind, gibt es hier eine Fokussierung auf eine einzige Universität, der diese Rolle als Innovationsmotor so zugeschrieben wird. Das ist für uns gleichzeitig Verantwortung und Chance. Unser Schwerpunkt liegt traditionell zum Beispiel auf der Energieforschung: Energiesysteme, Dekarbonisierung, Wasserstoff und innovative hybrid-elektrische Antriebe. Das sind alles Themen, die mit der Region zu tun haben und die dazu beitragen werden, die Wirtschaft zu stärken. Unternehmen siedeln sich hier, Kooperationen mit Rolls-Royce, der Deutschen Bahn, BASF oder Tesla entstehen oder werden gestärkt. Wir befassen uns auch mit Transformationen, die weltweit von Bedeutung sind: Was bedeutet eigentlich die Klimawende? Was erwartet uns angesichts der Veränderung der Landwirtschaft? Welche gesellschaftlichen Umbrüche passieren gerade? Viele Kolleg*innen widmen sich dem sehr interdisziplinär und liefern damit einen Beitrag zum Strukturwandel. Ein anderes großes Thema heißt Gesundheit. Unsere große Hoffnung ist, dass wir eine Universitätsklinik nach Cottbus kriegen. Wir setzen uns sehr dafür ein.

BNetzA: Das klingt so, als wäre eine Universität in einer Stadt in einer Region, die sich im Umbruch befindet, besonders geeignet, sich dem Wandel auf vielen Ebenen zu widmen.
Grande: Das ist eine interessante Frage. Ich glaube tatsächlich, dass es diese Verbindung gibt. Eine Universität, die seit Jahrhunderten etabliert ist, hätte bestimmt einen anderen Blick auf diese Entwicklungen. Wir haben hier immer die Theorie und die Praxis zugleich. Die Lausitz ist unser Reallabor, in dem wir alle Prozesse mitgestalten.

BNetzA: Die Lausitz soll zu einer „Wissensregion“ ausgebaut werden. Was ist damit gemeint?
Grande: Wir haben selber eine Weile gebraucht, bis wir verstanden haben, welche Dynamik mit dem Strukturwandel einhergeht. Sie als Bundesnetzagentur planen einen neuen Standort in Cottbus. Und genauso gibt es eine ganze Reihe von Bundesämtern, Bundesinstituten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie Institute von Fraunhofer und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, die sich an unserem Campus oder in Cottbus ansiedeln. Das bedeutet auch, wir werden ungefähr 1500 junge Wissenschaftler*innen hier haben, die Uniklinik und die Wirtschaftsunternehmen gar nicht mitgerechnet. Diesen Prozess versuchen wir zu bündeln. Wir wollen einen Wissenschaftscampus schaffen, den wir Lausitz Science Park nennen. Zusammen mit allen wissenschaftlichen Akteur*innen wollen wir ihn als Dachstruktur entwickeln. Darin werden wir zusammen arbeiten und forschen, Transfer vorantreiben, den Nachwuchs fördern. Es soll eine Marke werden, die hilft, die Attraktivität zu steigern und die Sichtbarkeit zu erhöhen. Das Ziel ist, die Besten, die Motiviertesten und die Engagiertesten den Weg zu uns finden zu lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass das, was wir hier tun, auch gesehen und ein außergewöhnlicher Erfolg wird.

BNetzA: Was schätzen Studierende Ihrer Meinung nach besonders an der BTU und dem forschungsnahen Umfeld? Ist Cottbus eine Stadt, in der man gut studieren kann?
Grande: Alle Daten und Umfragen zeigen deutlich: Wenn die Studierenden erstmal hier angekommen sind, sind sie sehr zufrieden. Gerade haben wir die neuesten Ergebnisse des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung; veröffentlicht jährlich ein Hochschulranking, Anm. d. Red.) bekommen. Unsere Informatik- und Mathematikstudiengänge haben mit Bestnoten abgeschnitten. Die Studierenden schätzen die individuelle Betreuung, unsere Methoden, die Ausstattung. Gerade weil wir keine Massenuniversität sind, ist Cottbus ein guter Ort zum Studieren. Wir können jeden einzelnen Studierenden ernstnehmen. Außerdem können junge Menschen hier Zukunft gestalten; die eigene und die der Welt. Sie können Verantwortung übernehmen und frühzeitig in die Forschung eingebunden werden.
Dazu kommt noch: der Campus ist einfach super! Die Studierenden sitzen hier im Sommersemester auf Wiesen und unter Bäumen, bei uns heißt das „BTU goes Open Air“: studieren unter freiem Himmel. Was die Stadt Cottbus angeht: Ich bin überzeugt, dass sie für viele junge Leute ein spannender Ort ist, Senftenberg genauso. Hier gibt es Kultur, zum Beispiel ein tolles Theater mit einem guten Ruf. Es gibt Wohnraum zu Preisen, die anderswo unglaubwürdig klingen. In wenigen Kilometern ist man in der Natur, im Wald, auf dem Wasser. Ein Paradies für Stand-up Paddleboard-Fans! Ja, es ist ein guter Ort zum Studieren.

BNetzA: 30 Prozent Ihrer Studierenden kommen aus dem Ausland; das ist ein enorm hoher Anteil. Was kann man tun, um die an Ihrer Universität top ausgebildeten Absolvent*innen in der Region zu halten? Welche Perspektiven gibt es für den wissenschaftlichen Nachwuchs?
Grande: Das ist eine wichtige Frage. Es entstehen viele wissenschaftliche Einrichtungen, die wiederum viele Unternehmen anziehen. Wir entwickeln einen Innovations- und Technologiepark für Gründer und Firmen, die an innovativen Entwicklungen arbeiten. Die nutzen gerne die Infrastruktur und die Nähe der Forschungsinstitute. Große Unternehmen wie Tesla oder die Deutsche Bahn, möglicherweise das Uniklinikum brauchen tausende Mitarbeitende. In einer solchen Stadt, in der so viel passiert, weiß man gar nicht, was am Ende dabei herauskommen wird. Viele Optionen entstehen Zug um Zug. Wo junge Leute sind, kann man auch Angebote in der Gastronomie oder in der Kultur platzieren – genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Wir werden nicht Berlin oder Leipzig werden, sondern etwas ganz Eigenes.

BNetzA: Sie sind die erste weibliche Führungskraft einer deutschen staatlichen Universität mit ostdeutschen Wurzeln. Die ZEIT, der STERN in seinem Podcast und andere, heben in ihren Beiträgen über Sie auf diese Merkmale ab. Mit welchen Widerständen haben Sie aufgrund Ihrer Herkunft und Ihres Geschlechts zu kämpfen?
Grande: Ich habe meinen Weg gefunden. Im Rückblick sieht es so aus, als wäre das unvermeidlich gewesen. Aber so war es natürlich nicht. Das kennen Sie wahrscheinlich selber: es gibt so viele Weichen, an denen man sich gar nicht bewusst darüber ist, wie weitreichend eine mitunter beiläufig getroffene Entscheidung ist. Ich selber habe mich lange Zeit gar nicht als ostdeutsche Hochschulrektorin erlebt. Das kam erst durch die mediale Aufmerksamkeit. Ja, ich bin eine Grenzgängerin. Aber meine ostdeutsche Herkunft habe ich nie wie ein Mantra vor mir hergetragen. Das hätte mir auch nicht geholfen. Wenn ich nicht so erfolgreich wäre, würde ich sicher anders darüber sprechen. Die andere Rolle, die als Frau, ist viel einfacher zu beschreiben. Ich war oft die einzige Frau. Nehmen Sie zum Beispiel die Gutachtergremien. Dort ist die Entscheidungs- und Gesprächskultur noch oft männlich geprägt, auch wenn ich Pauschalisierungen nicht mag. Das heißt aber auch, dass ich „männlich geschult“ bin – und da habe ich viel gelernt.

BNetzA: Cottbus hat kein sehr gutes Image, Stichwort rechte Szene, abgehängte Region. Kann die Wissenschaft etwas für den Imagewandel leisten?
Grande: Weniger die Wissenschaft als mehr die Hochschule. Die Universität ist ein Ort, an dem ein kritischer Diskurs und Streitgespräche gepflegt werden. Historisch gesehen ist man ohne dies noch nie zu irgendetwas gekommen. Hier werden Argumente ausgetauscht, geprüft, widerlegt, reflektiert. Es ist unsere Aufgabe, das unseren Studierenden zu vermitteln und diese Kultur innerhalb der Universität zu entwickeln und zu festigen. Je besser uns das gelingt, desto selbstbewusster können wir in die Gesellschaft gehen und dafür einstehen. Als ich Rektorin in Leipzig war und die Pegida/ Legida-Bewegung erstarkte, haben wir uns als Hochschule zu dieser Debattenkultur bekannt. Wir standen bei den Gegendemonstrationen in der ersten Reihe. Hier in Cottbus müssen diejenigen sichtbarer werden, die für eine offene und streitbare Gesellschaft stehen. Ich würde mich gerne in dieser Rolle einbringen. Diese Stadt steht auch für eine Lust an Unterschiedlichkeit und kultureller Differenz. Wir brauchen neue Formate, bei denen wir mit den Bürger*innen in Kontakt kommen und ihre Fragen hören können. Ich glaube, dass wir eine Verantwortung haben, Möglichkeiten zur Beteiligung zu schaffen.

BNetzA: Wenn Sie ein Bild Ihrer Universität malen könnten: wie sähe das aus?
Grande : Ich wünsche mir, dass die BTU ein vibrierender Ort sein wird. Ein Ort voller Menschen, die sich miteinander auf den Weg machen, mit Lust, Einsatz und Neugierde in Lehre und Forschung, eng verbunden mit der Region. Mein Bild dieser Universität ist das einer anhaltenden Aufbruchstimmung.

BNetzA: Herzlichen Dank für das Gespräch, Frau Professor Grande.

Interview

Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, im Gespräch mit der BNetzA.

News 01.06.2021

#CottbusCalling: Weitere Stellen ausgeschrieben – jetzt bewerben!

Nun geht es wirklich Schlag auf Schlag: Mit einem großen Schwung weiterer Stellenausschreibungen sucht die Bundesnetzagentur neue Kolleginnen und Kollegen für den Standort in Cottbus. Wer Interesse hat, in einem dynamischen, zukunftsorientierten Arbeitsumfeld die Themen schnelles Internet und Energiewende voranzutreiben, sollte in den nächsten Wochen die Ausschreibungen unter

www.bundesnetzagentur.de/stellenangebote

im Blick behalten. Hier werden jetzt nach und nach immer wieder neue Stellenangebote veröffentlicht.

Nicht nur die Kolleginnen und Kollegen in Cottbus, auch die gesamte Familie der Bundesnetzagentur freut sich auf motivierte Menschen mit Erfahrung in den Bereichen Umweltplanung und Wirtschaftswissenschaft, auf Sachbearbeiter*innen und Referent*innen in unterschiedlichsten Fachbereichen, IT-Profis, Verwaltungsspezialist*innen, Volljurist*innen und Ingenieur*innen.

Werden Sie Teil unseres starken Netzes! Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

 

News 25.05.2021

Interview: "Die neuen Arbeitsplätze geben den Menschen Selbstvertrauen und Zukunftsvisionen"

Der Oberbürgermeister von Cottbus, Holger Kelch (CDU), im BNetzA-Gespräch über historische Umbrüche, brummende Baustellen, Energien der Zukunft – und die überraschenden Seiten der Stadt.

BNetzA: Rheinländer*innen unterstellt man einen gewissen Frohsinn, Norddeutschen Verlässlichkeit, Menschen aus Schwaben Fleiß. Wie würden Sie jemandem die Mentalität der Cottbuser beschreiben, der noch nie dort war?
Holger Kelch: Die Cottbuser sind von Zurückhaltung und Reserviertheit geprägt. Sie sind freundlich, aber was man spürt, ist die Einstellung: Lieber nicht so viel reden, sondern lieber machen. Und dann gibt es noch ein Phänomen, das in der ganzen Lausitz verbreitet ist: Wenn nicht gemeckert wird, ist schon genug gelobt. Daran muss man sich gewöhnen. Und dann merkt man, dass das nicht böse ist, sondern einfach die Natur der Menschen.

BNetzA: Machen ist ein gutes Stichwort. Die Stadt Cottbus und die ganze Region steckt in einem immensen Strukturwandel, der vor allem durch das Ende der Kohleförderung gekennzeichnet ist. Sie sind gebürtiger Lausitzer. Woran merken Sie die Veränderungen besonders?
Holger Kelch: Ich habe nicht nur den Strukturwandel seit 30 Jahren vor Augen, sondern bin selbst ein Kind des Tagebaus. Nach dem harten Schnitt durch die Wende hatte ich das Glück, hier in der Region bleiben zu können, weil ich mich neu orientiert und Arbeit gefunden habe. Es gab damals viele Arbeitslose, viele junge Menschen sind weggezogen. In den vergangenen Jahren hat sich aber viel verändert. Es werden sehr viele Fachkräfte gesucht, im Handwerk, in der Wirtschaft und auch in der Verwaltung. Dabei merken wir, dass wir auf Zuwanderung angewiesen sind. Wir stecken viel Energie in die Qualifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund. Das macht uns aber auch internationaler. An unserer Universität sind über 25 Prozent Studierende aus dem Ausland immatrikuliert. Daran merkt man, dass Cottbus im Herzen viel offener ist als Manche uns zutrauen. Das sind die gesellschaftlichen Veränderungen. Äußerlich sieht man vor allem, dass sich viele Baukräne drehen. Als Beispiele für große Bauprojekte nenne ich das Instandsetzungswerk der Deutschen Bahn AG, wo die neue Wartungsstrecke für den ICE 4 errichtet wird; am Unigelände werden Baugrundstücke freigemacht. Auch die Nachfrage für unseren stadteigenen Industrie- und Technologiepark steigt stark. Wir sehen einfach, dass es läuft.

Das ganze Interview gibt es hier.

Interview

Holger Kelch, Oberbürgermeister von Cottbus, im Gespräch mit der BNetzA.

News 18.05.2021

Die Suche beginnt... jetzt!

Die ersten Stellenausschreibungen für den neuen Standort der Bundesnetzagentur in Cottbus sind da:

www.bundesnetzagentur.de/stellenangebote

Wer hilft mit, in Deutschland die Zukunft zu gestalten? Wer sichert die Netze dieses Landes und sorgt für ihre Nachhaltigkeit? Wer gestaltet die ganz großen Themen Energie und Internet?

Die neuen Büros in Cottbus warten auf motivierte Menschen im Bereich Wirtschaftswissenschaft, auf Jurist*innen und Ingenieur*innen, auf Profis in Sachen Umweltplanung, IT und Verwaltung.

Los geht`s!

News 14.04.2021

Herzlich willkommen zu #CottbusCalling,
dem Blog zum neuen Standort!

Die Bundesnetzagentur wird einen neuen, zentralen Standort in Cottbus einrichten. In diesem Blog halten wir Sie auf dem Laufenden: Wie geht die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten voran? Wie steht es um die technische Ausstattung? Wann werden die ersten Stellen ausgeschrieben? Wer zieht zuerst ein – und welche Aufgaben erwarten die neuen Kolleg*innen? Wer kommt zur Eröffnung? Welche Chancen sehen die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft? Alle Updates gibt es regelmäßig hier im Blog. Wir bleiben ganz nah dran.

Was sind die großen Themen der Zukunft in Deutschland? Na klar: Die Energiewende und schnelles Internet für alle.

Menschen vernetzen – das ist die Kernkompetenz der Bundesnetzagentur. Mehr als 120 Mitarbeiter*innen werden ab dem Spätsommer 2021 in der Lausitzmetropole ihre Energie und Expertise für Aufgaben von zentraler Bedeutung einsetzen:

  • Das Land braucht neue wichtige Stromtrassen. Die werden in Zukunft auch in Cottbus geplant und genehmigt. Das heißt nichts weniger als die Energiewende zu gestalten. Denn schon bald werden riesige Mengen Strom von den windreichen Regionen in Nord- und Ostdeutschland in den Süden transportiert werden können.
  • Das Marktstammdatenregister ist die Datenbank der Energiewende. Die Fachleute am neuen Standort in Cottbus werden sie pflegen, überwachen und so ihre Qualität sichern.
  • Schnelles Internet für alle heißt Fortschritt für die ganze Republik. Alle haben das Recht auf ein zuverlässiges Netz. In Cottbus werden nun die Aufgaben gebündelt, um die Grundversorgung mit Internet in Deutschland zu verbessern.

Postkarte: "I love Cottbus"


Die Bundesnetzagentur in Cottbus bedeutet: ein weiterer Knotenpunkt für den Ausbau zukunftsfähiger und nachhaltiger Wirtschaft, insbesondere in den Bereichen Energie und Telekommunikation.

Der neue Standort heißt aber auch, die Region zu stärken. Er gehört zu einer Initiative des Bundes, 5000 Behördenstellen in den Regionen zu schaffen, die vom Kohleausstieg betroffen sind. Strukturwandel heißt hier das Stichwort.

Die Bundesnetzagentur trägt mit ihrem neuen Standort dazu bei, diesen Wandel in der Lausitz gelingen zu lassen.

Cottbus eignet sich hervorragend für die großen Pläne der politischen Entscheider: Universitäre Einrichtungen untersuchen das Zukunftsthema Energie am gleichen Ort. Auch sind viele Unternehmen in der Lausitz im Bereich Energieversorgung und –infrastruktur fest etabliert. Behörde, Wissenschaft und Industrie arbeiten hier gemeinsam für steigende Wirtschaftskraft und Wertschöpfung.