Stu­di­en und For­schungs­pro­jek­te

Effektive Regulierung durch Wissensaufbau

Die Entwicklungsdynamik digitaler Dienste und Geschäftsmodelle ist extrem hoch. Neue Plattformen und Funktionen entstehen, während andere verschwinden; die Nutzungsmuster unterliegen einem ständigen Wandel. Diese Dynamik birgt Chancen für Nutzende, impliziert jedoch auch Risiken und stellt die Regulierung vor komplexe Herausforderungen.

Für die effektive Wahrnehmung seiner Aufgaben ist es für den deutschen DSC wichtig, umfassendes und aktuelles Fachwissen über digitale Dienste und ihre aktuellen Entwicklungen aufzubauen und zu pflegen.

Der deutsche DSC beauftragt daher regelmäßig wissenschaftliche Studien und Gutachten, um ein tieferes Verständnis für die Funktionsweisen, Auswirkungen und potenziellen Risiken digitaler Dienste zu gewinnen. Unterstützt wird er dabei auch vom DSC-Beirat. Diese Expertise ist die Grundlage für eine evidenzbasierte Durchsetzung der Vorgaben des DSA.

Folgende Studien und Gutachten hat der DSC bisher veröffentlicht:

Studie Transparenz und das Targeting politischer Werbung – relevante Akteure in Deutschland

Auftragnehmer: Goldmedia GmbH
Bearbeitungszeitraum: August 2025 bis November 2025

Die EU-Verordnung über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung (TTPW-Verordnung) sieht für DSCs eine koordinierende Rolle vor. Um sich auf diese Aufgabe vorzubereiten, hat der deutsche DSC eine Studie zur Bestandsaufnahme der relevanten Akteure in Deutschland in Auftrag gegeben. Sie liefert einen Überblick über die „Wertschöpfungskette“ politischer Werbung. Diese kann eine Vielzahl von Unternehmen umfassen, die in der Studie anhand der Kategorisierungen aus der TTPW-Verordnung aufgezeigt werden. Mögliche Änderungen der Prozesse durch die Verordnung werden angesprochen, insbesondere zu politischer Werbung, die online automatisiert ausgespielt wird („programmatic advertising“).

Studie: Identifikation, Bewertung und Bekämpfung von systemischen Risiken

Auftragnehmer: Institute for Strategic Dialogue Germany gGmbH
Bearbeitungszeitraum: Oktober 2024 bis Januar 2025

Die Studie entwickelt zunächst einen eigenen Bewertungsrahmen für systemische Risiken, bei dem deren Ursachen im Mittelpunkt stehen. Demnach können nutzungsbezogene, inhaltsbezogene und verhaltensbezogene Risiken unterschieden werden. Dieser Ansatz unterscheidet sich von bislang bestehenden Ansätzen, welche eher auf die Symptome der Risiken bezogen sind. Weiterhin werden Indikatoren zur Risikobewertung sowie Risikominderungsmaßnahmen aufgeführt. Neben einem Entwicklungsansatz für ein Risikofrühwarnsystem widmet sich die Studie im Rahmen eines Fallbeispiels zudem möglichen systemischen Risiken bei Nicht-VLOPs.

Studie: Gesellschaftliche Auswirkungen systemischer Risiken

Auftragnehmer: Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft gGmbH
Bearbeitungszeitraum: Oktober 2024 bis März 2025

Die Studie untersucht die gesellschaftlichen Auswirkungen systemischer Risiken auf Online-Plattformen. Im ersten Teil der Studie wird dargestellt, wie sich systemische Risiken konkret z.B. mittels koordinierter inauthentischer Verhaltensweisen, algorithmischer Priorisierung polarisierender Inhalte, Suchmaschinenmanipulationen sowie KI-gestützter Methoden realisieren und verbreiten. Die Studie befasst sich im zweiten Teil sodann mit den Auswirkungen dieser Risiken auf gesellschaftliche Prozesse und den zivilen Diskurs und zeigt abschließend Lösungsansätze auf, systemischen Risiken bei Online-Plattformen und ihren Wechselwirkungen auf die Gesellschaft durch u.a. Medienkompetenz zu begegnen.

Studie: Gesellschaftliche Auswirkungen von digitaler Dienste - Suchtgefahren

Auftragnehmer: Deloitte; Zentrum für Psychosoziale Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)
Bearbeitungszeitraum: Oktober 2024 bis März 2025

Die Studie untersucht zunächst mögliche Gefahren der Internetnutzung und suchterzeugende Mechanismen bei digitalen Diensten. Im Anschluss daran werden Ansätze zur Suchtprävention entwickelt. Die Autor:innen empfehlen, ein ganzheitliches Verständnis der Suchtgefahren digitaler Dienste anzuwenden, das unterschiedliche Einflussfaktoren berücksichtigt. Ein zentraler Aspekt der Suchtgefahren liege im Design und der algorithmischen Funktionsweise von Online-Plattformen, die auf die Maximierung der Nutzungsdauer abzielten.
Um Suchtgefahren effektiv vorzubeugen und zu behandeln, seien individuelle, regulatorische und gesellschaftliche Maßnahmen erforderlich. Ein prosoziales Design der digitalen Dienste könnte dazu beitragen, eine bewusstere Nutzung zu fördern Neben konkreten Maßnahmen wie z.B. Altersverifikation und Berichtspflichten der Anbieter sei es besonders wichtig, die Medienkompetenz im privaten Bereich und in Schulen zu stärken.

Studien 2024

Studie: Umsetzung des Digital Services Act in Deutschland – Fokus Verbraucherschutz

Zur Vorbereitung auf die mögliche Aufgabe als DSC hat die Bundesnetzagentur im Vorfeld die Studie in Auftrag gegeben.
Die Studie analysiert, welche gängigen Nutzerbeschwerden bzw. Problemstellungen des digitalen Verbraucherschutzes in Deutschland im Hinblick auf die unterschiedlichen vom DSA erfassten digitalen Geschäftsmodelle sich ausfindig machen und kategorisieren bzw. clustern lassen und gibt einen allgemeinen Überblick über die verbraucherrechtlichen Vorgaben des DSA.

Studie: Umsetzung des Digital Services Act in Deutschland - Bestandsaufnahme der relevanten Akteure

Auftragnehmer: Possible Digital GmbH
Bearbeitungszeitraum: September 2023 bis Februar 2024

Die Studie liefert eine Bestandsaufnahme digitaler Geschäftsmodelle und ihrer Akteure mit Relevanz für Deutschland vor dem Hintergrund des DSA. In einem ersten Schritt werden hierzu die im DSA aufgeführten Kategorien digitaler Dienste strukturiert und typologisiert, wobei neun verschiedene Typen von digitalen Diensten unterschieden werden. Auf Grundlage der Typologie präsentiert die Studie Steckbriefe, die Geschäftsmodelle erläutern, welche einzelnen Typen der Typologie zugeordnet werden können. Daneben identifiziert die Studie vor dem Hintergrund des DSA relevante Anbieter digitaler Dienste in Deutschland, d.h. sowohl mit Sitz in Deutschland als auch mit Ausrichtung ihrer Dienste für User in Deutschland. Insgesamt wurden durch das Screening 4.501 relevante Anbieter identifiziert.

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