Staatlicher Datenzugang im internationalen Umfeld
Kapitel VII des Data Act enthält Regeln zum Schutz von in der Europäischen Union gespeicherten Daten vor unrechtmäßigen Zugriffen durch staatliche Stellen aus Drittländern. Daten, die nicht in der Europäischen Union gespeichert sind, sind hiervon nicht betroffen. Kunden können auch weiterhin frei einen Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten wählen und selbst entscheiden, wo ihre Daten gespeichert werden sollen.
Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten können Anfragen von Verwaltungsbehörden oder Gerichten aus Drittländern erhalten, in der Europäischen Union gespeicherte nicht-personenbezogene Daten an eine staatliche Stelle des Drittlandes zu übermitteln oder Zugang zu diesen Daten zu gewähren. Solche Anfragen können in Form von behördlichen Entscheidungen oder Gerichtsurteilen gestellt werden. Der Data Act verbietet nicht per se den grenzüberschreitenden Datentransfer von in der Europäischen Union gespeicherten nicht-personenbezogenen Daten. Die rechtlich zulässige internationale Zusammenarbeit zur Rechtsdurchsetzung soll nicht beeinträchtigt werden. Zugang zu in der Europäischen Union gespeicherten nicht-personenbezogenen Daten darf aber dann nicht gewährt werden, wenn dadurch gegen Europäisches Recht verstoßen würde oder dadurch grundlegende Rechte des Einzelnen, die nationale Sicherheit oder die Verteidigungsinteressen der Union oder ihrer Mitgliedstaaten beeinträchtigt werden könnten.
Vor der Gewährung von Zugang zu in der Europäischen Union gespeicherten Daten muss der Anbieter eines Datenverarbeitungsdienstes daher prüfen, ob der Zugang zu Daten durch Verwaltungsbehörden oder Gerichte aus einem Drittland oder der Transfer der Daten in das Drittland rechtlich zulässig ist. Die Bedingungen dafür sind in Artikel 32 Data Act geregelt.
Die Bundesnetzagentur ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen im Zusammenhang mit dem Data Act. Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten können sich auch im Fall von Datenzugangsverlangen einer Behörde aus einem Drittland an die Bundesnetzagentur wenden. Die Bundesnetzagentur unterstützt die Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten beim Einholen der erforderlichen Stellungnahmen der zuständigen nationalen staatlichen Stellen in Bezug auf die Vorgaben nach Artikel 32 Absatz 3 Unterabsatz 1 Data Act .
Welche Daten sind betroffen?
Sind auch der Zugang und Transfer von Daten zu privaten Personen oder Unternehmen betroffen?
Wann darf Drittländern Zugang zu in der Europäischen Union gespeicherten Daten gewährt werden?
Wann muss der Kunde des Datenverarbeitungsdienstes über die Anfrage eines Gerichts bzw. einer Behörde aus einem Drittland informiert werden?
Wann muss der Anbieter eines Datenverarbeitungsdienstes eine Stellungnahme zu der Zulässigkeit des Datenzugangs bzw. Datentransfers bei der zuständigen staatlichen Stelle einholen?
Ist die Stellungnahme zu der Zulässigkeit des Datenzugangs bzw. Datentransfers der zuständigen staatlichen Stelle für den Anbieter des Datenverarbeitungsdienstes verbindlich?
Was ist, wenn die zuständige Behörde innerhalb eines Monats keine Stellungnahme zu der Zulässigkeit des Datenzugangs bzw. Datentransfers abgibt?
Kontakt
E-Mail: DataAct@BNetzA.de
Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitung von Beschwerden und Anträgen für eine Zulassung als Streitbeilegungsstelle sowie die Entgegennahme von Mitteilungen (z. B. zur „Geschäftsgeheimnis- oder zur Sicherheits-Handbremse“) und Übermittlungen von Datenverlangen ausschließlich über die bereitgestellten Formulare erfolgt. Diesbezügliche Anfragen per E-Mail können nicht entgegengenommen werden.