Da­ten­öko­no­mie

Daten sind als Schlüsselressource der Treibstoff der digitalen Transformation. Mit der zunehmenden Verbreitung von digitalen Technologien und neuartigen Informations- und Kommunikationstechnologien steigt die Menge an verfügbaren Daten und Informationen u. a. durch intelligente Maschinen, Sensoren, Social Media und vielen weiteren Quellen rasant an. So wird nach Einschätzung des international tätigen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC die weltweite Datenmenge von 80 Zettabyte im Jahr 2022 auf 175 Zettabyte im Jahr 2025 anwachsen. (Vgl. The Digitization of the World From Edge to Core)

Aus Sicht der Wirtschaft ergeben sich durch die Nutzung von Daten enorme Chancen. Gemäß dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) beträgt das geschätzte Wertschöpfungspotenzial der Datenökonomie bis 2025 alleine für Deutschland bis zu 425 Milliarden Euro, während für ganz Europa ein Wertschöpfungspotenzial von bis zu 1,25 Billionen Euro prognostiziert wird.
(Vgl. Die digitale Transformation der Industrie)

Daten sind ein zentraler Wettbewerbs- und Wertschöpfungsfaktor sowie Innovationstreiber der digitalen Wirtschaft. Sie können u. a. dazu beitragen, besser informierte Geschäftsentscheidungen zu treffen, Prozesse zu optimieren, oder gänzlich neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Gleichzeitig ist der Umgang mit Daten eine große Herausforderung. Einerseits für Unternehmen, die technisches und organisatorisches Fachwissen vorhalten müssen, um von den vielfältigen Wertschöpfungspotenzialen der Datenökonomie profitieren zu können. Andererseits für die Politik, die den regulatorischen Rahmen für die Datenökonomie adäquat gestalten muss.

Die Bundesregierung hat mit einem Anfang 2021 veröffentlichten Datenstrategie-Papier die Grundlagen für die Gestaltung eines regulatorischen Rahmens gelegt. Ziel der Strategie ist es, insbesondere in Deutschland und Europa, die innovative und verantwortungsvolle Datenbereitstellung und Datennutzung in Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung signifikant zu erhöhen. Zudem soll gewährleistet werden, dass eine gerechte Datenteilhabe für alle Marktakteure gesichert, Datenmonopole verhindert sowie Datenmissbrauch konsequent begegnet wird. Auch von der EU-Kommission wurde bereits Anfang 2020 der Grundstein für eine europäische Datenstrategie gelegt, die den Austausch und die Nutzung von Daten erleichtern sowie die Entwicklung eines europäischen Binnenmarkts für Daten fördern soll, um die Europäische Union an die Spitze einer datengesteuerten Gesellschaft zu bringen. Die Maßnahmen der EU-Datenstrategie sind dabei auf vier strategische Prioritäten ausgerichtet:


• Säule 1: Schaffung eines sektorübergreifenden Governance-Rahmens für den Zugang zu und die Nutzung von Daten (siehe hierzu u. a. auch Data Governance Act).
• Säule 2: Förderung von Investitionen in Daten und Dateninfrastrukturen.
• Säule 3: Stärkung der Kontrolle des Einzelnen über seine Daten, Förderung von Investitionen in digitale Kompetenzen, insb. in KMU (siehe hierzu u. a. auch Data Act).
• Säule 4: Schaffung von gemeinsamen, sektorspezifischen europäischen Datenräumen in verschiedenen strategischen Sektoren und Gesellschaftsbereichen von öffentlichem Interesse, z. B. in den Bereichen Industrie, Mobilität, Green Deal oder Gesundheit.

Auch die Bundesnetzagentur beschäftigt sich vor diesem Hintergrund intensiv mit den unterschiedlichen Aspekten des dynamischen und umfassenden Themenbereiches der Datenökonomie. Aufbauend auf dem von der Bundesnetzagentur im Oktober 2018 veröffentlichten Grundsatzpapiers zur Bedeutung von Daten in den Netzsektoren und dem im Januar 2019 angestoßenen Diskussionsprozess im Rahmen eines Fachdialogs strebt die Bundesnetzagentur an, das Themengebiet Datenökonomie weiter intensiv zu begleiten, zu gestalten und zu erforschen.
Diesbezüglich wurde beispielsweise im Jahr 2021 ein empirisches Forschungsvorhaben in Auftrag gegeben, das die strategische Bedeutung von Cloud-Diensten für die digitale Souveränität von KMU untersucht. Im Rahmen des Forschungsvorhabens soll u. a. untersucht werden, welche rechtlichen Unsicherheiten hinsichtlich der Speicherung und Verarbeitung von Daten und den damit verbundenen Risiken in der Nutzung von Cloud-Diensten für europäische KMU aktuell existieren und welche Bedeutung der Terminus Digitale Souveränität bzw. Datensouveränität für KMU hat. Die Ergebnisse der Studie werden im 3. Quartal 2022 erwartet. Weitere Veröffentlichungen zu ausgewählten Themen im Bereich der Datenökonomie sind in Planung.

Grundsatzpapier „Daten als Wettbewerbs- und Wertschöpfungsfaktor in den Netzsektoren“

Im Juni 2017 veröffentlichte die Bundesnetzagentur ein Grundsatzpapier zur digitalen Transformation in den Netzsektoren. Im Zentrum dieser digitalen Transformation stehen vor allem die vielfältigen Möglichkeiten der Datenerfassung, -speicherung, -auswertung und -übermittlung. Sowohl der Zugang zu relevanten Daten als auch die Fähigkeit zur Datenanalyse werden im weiteren Verlauf des digitalen Strukturwandels zu bedeutenden Wettbewerbs- und Wertschöpfungsparametern.

Die Bundesnetzagentur untersucht anschließend in dem im Oktober 2018 veröffentlichten Papier systematisch die wettbewerblichen Auswirkungen und Wertschöpfungspotenziale, die durch den Produktionsfaktor Daten in den Netzsektoren zu erwarten sind. Sie analysiert inwieweit bereits sektorspezifische Handlungsbedarfe erkennbar sind und welche allgemeinen regulatorischen Handlungsoptionen in Bezug auf den Wettbewerbs- und Wertschöpfungsfaktor Daten abgeleitet werden können.

Das Grundsatzpapier zu Daten in den Netzsektoren wurde auch im Zusammenhang mit einer Pressemitteilung bei den Berichten der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Weitere Informationen

Kurzfassung - Grundsatzpapier "Daten als Wettbewerbs- und Wertschöpfungsfaktor in den Netzsektoren" (pdf / 2 MB)

Kontakt

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Telekommunikation, Post und Eisenbahnen

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