Pee­ring- und Tran­sit­märk­te

Die Nutzung des Internet ist seit einer Dekade für private und geschäftliche Zwecke immer bedeutender geworden. Es ist für Verbraucher heutzutage selbstverständlich geworden, Video- und Audioinhalte zu streamen. Der Verkehrsmengenanstieg setzt sich seither fort.

Endkunden greifen auf Inhalte und Anwendungen zu, die von CAPs (Content and Application Providern) bereitgestellt werden. Damit diese Inhalte und Anwendungen zum Endnutzer gelangen, müssen sich die beteiligten Netze zusammenschalten. Dies erfolgt im Internet über Transit bzw. Peering. Durch Transitvereinbarungen bietet ein Netzbetreiber anderen Netzbetreibern gegen Entgelt Konnektivität zum ganzen Internet. Beim Peering tauschen Netzbetreiber Verkehr nur untereinander aus, zumeist ohne Entgeltzahlungen.

BEREC hat in der Vergangenheit wiederholt diese IP-Zusammenschaltungsmärkte untersucht (zuletzt 2017). Zum damaligen Zeitpunkt stellte sich heraus, dass das Internet-Ökosystem nach wie vor in der Lage ist, die steigenden Verkehrsmengen gut zu bewältigen. Soweit es zu Streitigkeiten im Markt kam, wurden diese typischerweise gelöst, ohne dass es regulatorischer Eingriffe bedurfte.

Das WIK hat im Auftrag der Bundesnetzagentur die Studie "Wettbewerbsverhältnisse auf den Transit- und Peeringmärkten - Auswirkungen für die digitale Souveränität Europas" (pdf / 2 MB) angefertigt. Diese Studie knüpft an die bisherigen Berichte von BEREC an und untersucht, welche wesentlichen marktlichen/wettbewerblichen Veränderungen sich seitdem ergeben haben. Sie stellt insbesondere die zentralen Entwicklungen der vergangenen Jahre im IP-Verkehr dar und beleuchtet die zentralen Einflussfaktoren der Marktentwicklung. Zudem wird die Markposition der beteiligten Akteure betrachtet und das relative „Machtgefüge“ zwischen den Akteuren untersucht. Vereinfacht geht es hierbei insbesondere darum, ob die Inhalteanbieter stärker von den Internetzugangsanbietern abhängen oder umgekehrt oder ob dies ggf. von Fall zu Fall unterschiedlich zu bewerten ist.

Aktualität gewinnt diese Studie nicht zuletzt angesichts aktueller Forderungen von europäischen Telekommunikationsnetzbetreibern, dass die großen Inhalteanbieter einen „fairen“ Anteil zu den Netzausbaukosten tragen sollen.

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