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Mie­ter­strom­zu­schlag

Mieterstrom-Modelle sind Vermarktungsmodelle für Strom,

  • der vor Ort mit einer Solaranlage, einem BHKW oder einer ähnlichen Anlage erzeugt,
  • an die Hausbewohner ohne Nutzung des Netzes der allgemeinen Versorgung geliefert

    und

  • im Gebäude verbraucht wird.

Modelle dieser Art gibt es verschiedene und sie werden seit vielen Jahren praktiziert.

Beim Mieterstromzuschlag handelt es sich um eine spezielle Förderung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) für Strom aus Solaranlagen. Der Mieterstromzuschlag wurde im Juli 2017 eingeführt.

Hinweispapier Mieterstromzuschlag EEG 2017

Die Bundesnetzagentur hat am 20. Dezember 2017 einen Hinweis zum Mieterstromzuschlag als eine Sonderform der EEG-Förderung veröffentlicht. Änderungen an den Berechnungsgrundlagen des Mieterstromzuschlags durch das Energiesammelgesetz vom 17.12.2018 haben eine punktuelle Anpassung des Hinweises zur Berechnung des Mieterstromzuschlags erforderlich gemacht (Hinweis 2017/3 – Version 1.1).

Im Hinweis zum Mieterstromzuschlag werden die Grundzüge der Mieterstrom-Förderung nach dem EEG 2017 erläutert. Der Hinweis der Bundesnetzagentur dient als Orientierungshilfe, um eine einheitliche Anwendungspraxis zu fördern und Rechtsunsicherheiten zu vermindern. Für Anlagen, die vor dem 01.01.2021 in Betrieb genommen wurden, gelten weiterhin die bisherigen rechtlichen Regelungen, wie sie im Hinweis erläutert werden.

Grundsätzliche Zusammenhänge und Verantwortlichkeiten bei der Inanspruchnahme des MieterstromzuschlagsMieterstromlieferung des Anlagenbetreibers

Änderungen für Neuanlagen (Inbetriebnahme ab 1. Januar 2021)

Mit dem EEG 2021 wurden (nur) für neue Solaranlagen, die ab dem 01.01.2021 in Betrieb genommen wurden bzw. werden, punktuelle Änderungen vorgenommen.
Der Anspruch auf den Mieterstromzuschlag nach dem EEG 2021 steht derzeit noch unter einem beihilferechtlichen Genehmigungsvorbehalt der EU-Kommission (§ 105 Abs. 1 EEG).

Erhöhung des anzulegenden Werts

Der anzulegende Wert für den Mieterstromzuschlag wird erhöht. Er beträgt gemäß § 48a EEG 2021 für Strom aus neuen Solaranlagen zunächst

bis einschließlich einer installierten Leistung von

Cent pro Kilowattstunde

10 kW3,79
40 kW3,52
750 kW2,37
Einen Abzugsbetrag nach § 53 EEG 2021 für bereits eingepreiste Vermarktungskosten gibt es nicht mehr.
Die anzulegenden Werte für den Mieterstromzuschlag werden ab dem 01.02.2021 über die Zeit gemäß § 49 Abs.1 S.1 EEG 2021 abgesenkt (Degression).

Quartiersbezug

Der Strom kann nach dem EEG 2021 nicht nur in demselben Gebäude oder Wohngebäuden bzw. Nebengebäuden im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang, sondern auch „in demselben Quartier, in dem auch dieses Gebäude liegt“ verbraucht werden. Maßgeblich ist demnach, dass der Strom innerhalb des Quartiers, in dem das Gebäude mit der neuen Solaranlage steht, nach den weiteren Voraussetzungen des Mieterstromzuschlags geliefert und verbraucht wird.

Die Beschränkung des EEG 2017 auf den „unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit diesem Gebäude“ wurde durch den Quartiersbezug abgelöst. Es bleibt jedoch zu beachten, dass auch bei der Belieferung von Letztverbrauchern innerhalb desselben „Quartiers“ die Nutzung eines Netzes für die allgemeine Versorgung (§ 3 Nr. 35 EEG 2021) die Zahlung des Mieterstromzuschlages ausschließt.

Teilweise Änderung der Zusammenfassungsregelung

Die Zusammenfassungsregelung ist durch das EEG 2021 teilweise geändert worden:

Bei einer neuen Mieterstromanlage werden für die Bestimmung der Förderhöhe des Mieterstromzuschlags zur Ermittlung der Größe der neuen Solaranlage – unabhängig von der Betreibereigenschaft – mehrere Anlagen ausnahmsweise nicht nach Maßgabe des § 24 Abs. 1 S. 1 EEG 2021 zusammengefasst, soweit sie nicht an demselben Anschlusspunkt (i.S.v. § 55 Abs. 5 MsbG) betrieben werden (§ 24 Abs. 1 S. 4 EEG 2021). Anlagen, die an demselben Anschlusspunkt (i.S.v. § 55 Abs. 5 MsbG) betrieben werden, bleiben hingegen nach § 24 Abs. 1 S. 1 EEG 2021 zusammenzufassen. Für die Bestimmung der Förderhöhe für die Überschusseinspeisung in das Netz, bleibt es unabhängig von dem Betrieb an einem oder an mehreren Anschlusspunkten bei der allgemeinen Zusammenfassung nach § 24 Abs. 1 S. 1 EEG 2021. Auch für die Bestimmung der Förderfähigkeit als Mieterstromzuschlag ist die Einhaltung der 100 kW-Grenze weiterhin nach der spezielleren Zusammenfassungsregelung des § 21 Abs. 3 EEG 2021 zu ermitteln.

Lieferkettenmodell

Der Anlagenbetreiber kann den Mieterstromzuschlag für den Strom aus seiner neuen Solaranlage auch erhalten, wenn er den Strom (ohne Netzeinspeisung) vor Ort an einen Dritten weitergibt, der diesen Strom wiederum nachweislich unter Einhaltung der Voraussetzungen des Mieterstromzuschlags an die teilnehmenden „Mieterstromkunden“ liefert.

Grundsätzliche Zusammenhänge und Verantwortlichkeiten bei der Inanspruchnahme des Mieterstromzuschlags nach dem EEG 2021Mieterstromlieferung im Lieferkettenmodell

Alternativen zum Mieterstromzuschlag

Es bleibt unbenommen, anstelle des Mieterstromzuschlags klassische Förder- und Versorgungskonzepte für den Betrieb von Solaranlagen z.B. auf Mehrparteienhäusern und für die Versorgung von Mietern und anderen Verbrauchern zu nutzen.

Speist der Anlagenbetreiber den mit der Solaranlage erzeugten Strom (z.B. kaufmännisch-bilanziell) in das Netz ein, kann er dafür je nach Veräußerungsform z.B. die Marktprämie oder Einspeisevergütung in Anspruch nehmen. Für den einspeisten Strom kann dann jedoch kein Mieterstromzuschlag in Anspruch genommen werden. Das gilt auch dann, wenn der Strom in den Bilanzkreis eines Direktvermarkters eingestellt wird, der zugleich als Stromlieferant für die Versorgung von einem oder mehreren Mietern bzw. anderen Verbrauchern in derselben Kundenanlage verantwortlich ist.

Mieterstrom ohne MieterstromzuschlagSolaranlagenförderung ohne Mieterstromzuschlag

Verbraucherinformationen

Weitergehende Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher finden Sie unter diesem Link. Dort ist dargestellt, wie sich eine Belieferung mit Mieterstrom aus Sicht der Kunden von geförderten Mieterstrommodellen auswirkt und welche energiewirtschaftsrechtlichen Verbraucherschutz-Anforderungen zu beachten sind.