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Ef­fi­zi­enz­ver­gleich Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber

Im Rahmen der Bestimmung der Erlösobergrenzen wird vor Beginn einer Regulierungsperiode für die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) ein Effizienzvergleich durchgeführt, um individuelle Effizienzwerte zu bestimmen.

In der ersten und zweiten Regulierungsperiode wurden die individuellen Effizienzwerte jeweils auf Grundlage eines internationalen Effizienzvergleichs unter Einbeziehung von ÜNB anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union ermittelt (gem. § 22 Abs. 1 ARegV).

Für die dritte Regulierungsperiode wurde zur Bestimmung der individuellen Effizienzwerte eine relative Referenznetzanalyse durchgeführt. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren zur Bestimmung von modellhaften Netzstrukturen und Anlagenmengengerüsten, die ein optimales Verhältnis von Kosten zu netzwirtschaftlichem Nutzen aufweisen (Referenznetz). Der ÜNB mit dem geringsten Abstand zum Referenznetz ist als effizient einzustufen (gem. § 22 Abs. 2 ARegV).

Effizienzwerte der vier Übertragungsnetzbetreiber
ÜNB1. RegP (in Prozent)2. RegP (in Prozent)3. RegP (in Prozent)
50Hertz99,60100100
Transnet BW10097100
Amprion90100100
TenneT1009799,92

Die relative Referenznetzanalyse kam anstelle eines internationalen Effizienzvergleichs nach § 22 Abs. 1 ARegV zur Anwendung. Die Belastbarkeit des internationalen Effizienzvergleichs i.S.d. § 22 Abs. 2 S. 1 ARegV war im Hinblick auf das Basisjahr 2016 und die 3. Regulierungsperiode nicht gegeben.

Die Bundesnetzagentur hatte sich im Jahr 2017 an die nationalen Regulierungsbehörden von 32 europäischen Staaten gewandt mit der Frage, ob in einem möglichen internationalen Effizienzvergleich mit der nötigen Transparenz zu rechnen wäre. Dies konnte nicht mit der nötigen Sicherheit für eine notwendige Anzahl von am internationalen Effizienzvergleich beteiligten Netzbetreibern angenommen werden.

Die Referenznetzanalyse ist ein Verfahren zur Messung der strukturellen Effizienz bestehender Netzstrukturen gegenüber einem Referenznetz.

Das Referenznetz wird durch ein Optimierungsverfahren zur Ermittlung von modellhaften Netzstrukturen und Anlagenmengengerüsten, die unter den bestehenden Randbedingungen, insbesondere der Notwendigkeit des Betriebs eines technisch sicheren Netzes, ein optimales Verhältnis von Kosten und netzwirtschaftlichen Leistungen aufweisen, entwickelt.

In der relativen Referenznetzanalyse werden bei einem Vergleich mehrerer Netzbetreiber relative Abweichungen der den tatsächlichen Anlagenmengen entsprechenden Kosten von den Kosten eines Referenznetzes ermittelt. Hierbei wird zunächst ein optimales Referenznetz modelliert und im Anschluss die Abweichung jedes Übertragungsnetzbetreibers von seinem jeweiligen Referenznetz ermittelt. Durch einen Vergleich der einzelnen Übertragungsnetzbetreiber mit ihrem jeweiligen Referenznetz ergeben sich dann die jeweiligen Optimierungspotenziale. Bei der relativen Referenznetzanalyse werden die Unternehmen nicht mit einem vermeintlich „optimalen Netz“ verglichen. Die historischen Besonderheiten und Restriktionen fließen ein, indem der Übertragungsnetzbetreiber mit dem geringsten Abstand zu dessen Referenznetz den Benchmark (Effizienzwert von 100 Prozent) bildet.

Zu der konkreten Ausgestaltung der relativen Referenznetzanalyse wird auf das Gutachten des Gutachterkonsortiums BET und IFHT verwiesen. Vorliegend wird eine teilweise geschwärzte Fassung des Gutachtens veröffentlicht, aus der die Erwägungen erkennbar werden. Eine abschließende Prüfung der geschwärzten Elemente auf ihre Qualität als Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse hat zunächst im Interesse einer Veröffentlichung nicht stattgefunden.

Gutachten der Referenznetzanalyse 3. RP finden Sie hier: Gutachten zur Referenznetzanalyse für die Betreiber von Übertragungsnetzen (pdf / 11 MB)

Weitere Informationen

Festlegung der Datenerhebung zur Durchführung der relativen Referenznetzanalyse für die dritte Regulierungsperiode gegenüber den Übertragungsnetzbetreibern (BK8-17-0003-A)
[09.11.2017]