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Ef­fi­zi­enz­ver­gleich

Im Rahmen der Bestimmung der Erlösobergrenzen ist vor Beginn einer Regulierungsperiode ein bundesweiter Effizienzvergleich durchzuführen. Dieser dient dazu individuelle Effizienzwerte für die Netzbetreiber zu ermitteln. Aufgedeckte Ineffizienzen müssen während einer Regulierungsperiode vollständig abgebaut werden.

Die Teilnahme am Effizienzvergleich ist für alle Netzbetreiber mit mehr als 30.000 angeschlossenen Kunden verpflichtend (Regelverfahren).

Die ÜNB unterliegen gesonderten Regelungen zum Effizienzvergleich gem. § 22 ARegV

Vereinfachtes Verfahren

Netzbetreiber mit weniger als 30.000 angeschlossenen Kunden können sich mit der Teilnahme am vereinfachten Verfahren (vgl. § 24 ARegV) für einen pauschal ermittelten Effizienzwert entscheiden, der sich aus dem gewichteten Durchschnitt aller Effizienzwerte des Effizienzvergleichs der vorangegangenen Regulierungsperiode bestimmt.

RegulierungsperiodeEffizienzwert (in Prozent)
3. RegP96,69
2. RegP96,14
1. RegP87,50

Effizienzvergleichsverfahren

Grundlage für die Durchführung des Effizienzvergleichs der VNB sowie die Bestimmung der individuellen Effizienzvorgaben sind die §§ 12 bis 16 i.V.m. Anlage 3 ARegV.

Die Methoden zur Durchführung des Effizienzvergleichs sind gem. Anlage 3 ARegV die Dateneinhüllungsanalyse (DEA) und die Stochastische Effizienzgrenzenanalyse (SFA).

Dateneinhüllungsanalyse
(Data Envelopment AnalysisDEA)
Die DEA ist eine Methode, in der die optimalen Kombinationen von Aufwand (Input) und Leistung (Output) aus einem linearen Optimierungsproblem resultieren. Durch die DEA erfolgt die Bestimmung einer Effizienzgrenze aus den Daten aller in den Effizienzvergleich einzubeziehenden Unternehmen und die Ermittlung der relativen Positionen der einzelnen Unternehmen gegenüber dieser Effizienzgrenze.
Die DEA zählt zu den nicht-parametrischen Methoden, d.h. es ist a priori kein funktionaler Zusammenhang zwischen Aufwand (Input) und Leistung (Output) zu unterstellen. (Vgl. Anlage 3 ARegV)
Stochastische Effizienzgrenzenanalyse
(Stochastic Frontier AnalysisSFA)
Die SFA ist eine parametrische, stochastische Methode, d.h. es muss a priori ein funktionaler Zusammenhang zwischen Aufwand (Input) und Leistung (Output) unterstellt werden. Dafür wird eine Regressionsanalyse durchgeführt, mit der ein statistischer Zusammenhang zwischen Aufwand (Input) und Leistung (Output) identifiziert und die Stärke dieses Zusammenhangs bestimmt werden kann. Auf Basis der Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den regressionsanalytisch geschätzten Kosten werden anschließend die Ineffizienzen der Netzbetreiber ermittelt.

Aufwands- und Vergleichsparameter

Weiterhin sind sogenannte Aufwands- und Vergleichsparameter zu bestimmen. Bei den Aufwandsparametern handelt es sich zum einen um die Gesamtkosten abzüglich der dauerhaft nicht beeinflussbaren Kosten. Zum anderen werden bei dem weiteren Aufwandsparameter die in den Gesamtkosten enthaltenen Kapitalkosten hinsichtlich der Nutzungsdauern und Anschaffungszeitpunkte standardisiert, um diesbezügliche Unterschiede zu verstetigen.

Die Vergleichsparameter sind gemäß den Vorgaben aus § 13 ARegV zu bestimmen.

Auf Basis einer Kostentreiberanalyse wird mittels der Aufwands- und Vergleichsparameter das Modell für die Ermittlung von Effizienzwerten festgelegt.

An dieser Stelle werden die entsprechenden netzbetreiberindividuellen Aufwands1- und Vergleichsparameter2 veröffentlicht, die für die KTA im Rahmen des Effizienzvergleichs der Betreiber von Stromverteilernetzen verwendet werden sollen. Die Daten wurden erstmals am 19. Juli 2018 veröffentlicht.

Der Bundesgerichtshof hat die Bundesnetzagentur verpflichtet, die Veröffentlichung wesentlicher Daten aus der Netzentgelt- und Netzkostenprüfung eines Netzbetreibers zu unterlassen. Hintergrund ist ein Rechtsstreit um die Veröffentlichung von Daten nach § 31 Anreizregulierungsverordnung. Danach ist die Bundesnetzagentur insbesondere verpflichtet worden, eine Veröffentlichung der im Effizienzvergleich verwendeten Aufwands- und Vergleichsparameter zu unterlassen. Die bislang vorliegend veröffentlichten Daten für die Kostentreiberanalyse entsprechen teilweise den in § 31 Abs. 1 Nr. 4 Anreizregulierungsverordnung genannten verwendeten Aufwands- und Vergleichsparameter und gehen mit Blick auf die nicht verwendeten Aufwands- und Vergleichsparameter sogar darüber hinaus. Vor diesem Hintergrund sind die hier bislang veröffentlichten Daten von der Internetpräsenz der Bundesnetzagentur entfernt worden.

Weitere Informationen zur Transparenz in der Netzentgeltbildung finden Sie hier.

1Zu den Aufwandsparametern zählen die nach § 12 Abs. 4a und § 14 ARegV genannten und im Rahmen des Effizienzvergleichs anzusetzenden Kosten.
2Zu den Vergleichsparametern zählen Parameter (nach § 13 Abs. 3 ARegV) zur Beschreibung der Versorgungsaufgabe und der Gebietseigenschaften (insbesondere geografische, geologische oder topologische Merkmale) und zu strukturellen Besonderheiten der Versorgungsaufgabe.

Hintergrund

Die geprüften und übergeleiteten Kostendaten werden in die Durchführung des Effizienzvergleiches einbezogen, um das Modell für den Effizienzvergleich zu ermitteln. Die Bundesnetzagentur wird dabei - wie in der Vergangenheit - durch ein Gutachterkonsortium von Swiss Economics, Sumicsid und IAEW unterstützt.

Vertreter der betroffenen Wirtschaftskreise sowie Verbraucher sind bei der Ausgestaltung des Effizienzvergleichs rechtzeitig anzuhören. (siehe dazu Konsultationsveranstaltung)

Zur Vorbereitung des Termins hat die Bundesnetzagentur an dieser Stelle alle bei der KTA sowie Modellauswahl verwendeten Parameter (Kosten- und Strukturdaten sowie gebietsstrukturelle Daten) veröffentlicht. In der Veranstaltung wurde den betroffenen Wirtschaftskreisen und Verbrauchern das Ergebnis der Modellbildung für den Effizienzvergleich auf Basis der bisherigen Erkenntnisse zur KTA vorgestellt.

Alle Netzbetreiber im Regelverfahren erhalten sukzessive neben den Überleitungsrechnungen aus der Kostenprüfung zur Prüfung auf Vollständigkeit und Richtigkeit weitere vier separate Datenquittungen. Dies ist Teil ihrer Mitwirkungsobliegenheit.

  1. Eine Darstellung des Versorgungsgebiets basierend auf den Angaben im Tabellenblatt „Amtlicher Gemeindeschlüssel“ der Haupterhebung (BK8-17/0002A) - diese Datenquittung ist bereits allen Netzbetreibern zugesandt worden.
  2. Eine Datenquittung zu den in der Zusatzdatenerhebung abgefragten Strukturdaten (BK8-17/0010-A) - diese wurde den Netzbetreibern am 4. Juni 2018 über das Energiedatenportal zur Verfügung gestellt. Auch wurden alle Netzbetreiber in einer Begleitemail bereits über die weiteren Datenquittungen informiert.
  3. Eine Datenquittung zur Haupterhebung (BK8-17/0002A) - diese wurde den Netzbetreibern am 18.06.2018 per E-Mail angekündigt und in das Energiedatenportal eingestellt.
    Sie ist ab dem 19. Juni 2018 für jeden Netzbetreiber verfügbar.
  4. Eine Datenquittung zu gebietsstrukturellen Daten (Bodenklassen etc.), die basierend auf den Angaben des Tabellenblatts „Amtlicher Gemeindeschlüssel“ der Haupterhebung (BK8-17/0002A) ermittelt werden - diese wird allen Netzbetreibern Ende der KW 25 bzw. Anfang der KW 26 zur Verfügung gestellt.
Hinweis: Es ergeht keine Entscheidung mit Rechtsbehelfsbelehrung gegenüber den betroffenen Netzbetreibern. Netzbetreiber, die mit der Veröffentlichung aller oder einzelner Informationen nicht einverstanden sind, haben unmittelbar den Rechtsweg zu beschreiten. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass keine Gleichbehandlungszusagen gemacht werden.

Effizienzwerte

Aus den Vorgaben ergibt sich die Berechnung von vier Effizienzwerten (zwei Methoden mit jeweils zwei Aufwandsparametern), wobei jeweils der höchste Effizienzwert zur Anwendung kommt.

Effizienzwerte für Netzbetreiber sind gem. § 31 ARegV zu veröffentlichen.

Aktuelle Werte (ab 2017) für Stromnetzbetreiber sind in der Datentabelle auf dieser Seite veröffentlicht.

Gutachten 3. Regulierungsperiode

Finales Gutachten (April 2019)

Im Rahmen des bundesweiten Effizienzvergleichs der Elektrizitätsverteilernetzbetreiber wurden unternehmensindividuelle Effizienzwerte ermittelt.
Das methodische Vorgehen und die Ergebnisse des Beratungsprojektes zur Bestimmung der Effizienzwerte wurden im Bericht vom 4. April 2019 dokumentiert.
Effizienzvergleich für Verteilernetzbetreiber Strom (Gutachten vom 4. April 2019) (pdf / 3 MB)

Gutachtenentwurf (Dezember 2018)

Entwurf: Gutachten Effizienzvergleich Verteilnetzbetreiber Strom (pdf / 3 MB) - erstellt durch das Gutachterkonsortium von Swiss Economics, Sumicsid und IAEW
Entwurf: Gutachten zur Erstellung gebietsstruktureller Daten Verteilnetzbetreiber Strom (pdf / 4 MB) - erstellt von Björnsen Beratende Ingenieure

Netzbetreiber, Vertreter der betroffenen Wirtschaftskreise und der Verbraucher konnten zur Auswahl der Vergleichsparameter und zur Ausgestaltung der in Anlage 3 zu § 12 ARegV aufgeführten Methoden schriftlich Stellung nehmen.

Konsultationsveranstaltung - 25. Juli 2018

Die ARegV sieht vor, dass die Bundesnetzagentur die betroffenen Wirtschaftskreise und Verbraucher zu den Methoden des Effizienzvergleichs und zur Auswahl der Vergleichsparameter anhört. § 12 Abs. 1 S. 2 und § 13 Abs. 3 S. 10 ARegV

Präsentation der BNetzA und der Gutachter (pdf / 5 MB)

Weitere Informationen

Festlegung von Vorgaben für die Erhebung von Daten zur Ermittlung der Effizienzwerte nach §§ 12 bis 14 ARegV für die dritte Regulierungsperiode – ergänzende Datenerhebung – (BK8-17/0010-A)
[22.02.2018]

Festlegung von Vorgaben für die Erhebung von Daten zur Ermittlung der Effizienzwerte nach §§ 12 bis 14 ARegV für die dritte Regulierungsperiode (BK8-17/0002-A)
[02.05.2017]

Veröffentlichung von Effizienzwerte gemäß § 31 ARegV 2. Regulierungsperiode
[02.03.2016]

Gutachten Effizienzvergleich für Verteilernetzbetreiber Strom 2. Regulierungsperiode
[06.03.2014]

Stand: 11.12.2019