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Qua­li­täts­re­gu­lie­rung und Q-Ele­ment

Qualitätsregulierung

Trotz Preis-, Kosten- und Erlösregulierung darf die Versorgungssicherheit nicht gemindert oder gefährdet werden. Regelungen zur Förderung und Sicherung der Versorgungsqualität sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Anreizregulierung. Es besteht das grundsätzliche Risiko, dass die Netzbetreiber die ihnen vorgeschriebenen bzw. möglichen Erlösabsenkungen realisieren, indem sie erforderliche Investitionen in ihre Netze unterlassen. Oder sie vermeiden an sich notwendige Maßnahmen zur Aufrechterhaltung oder Verbesserung ihrer Versorgungsqualität, um Kosten einzusparen. Um dem entgegenzuwirken, sehen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und Anreizregulierungsverordnung (ARegV) die Einführung einer Qualitätsregulierung vor, die über ein Qualitätselement umgesetzt wird.

Qualitätsvorgaben dienen dazu, den langfristig angelegten, leistungsfähigen und zuverlässigen Betrieb des Versorgungsnetzes zu sichern. (gem. § 18 ARegV)
Gemäß § 19 Abs. 1 ARegV können Qualitätsvorgaben hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit oder der Netzleistungsfähigkeit gemacht werden. Weicht ein Netzbetreiber hiervon ab, werden entsprechende Zu- bzw. Abschläge in der Erlösobergrenze berücksichtigt.

Seit dem Kalenderjahr 2012 werden für die Netzzuverlässigkeit Qualitätsvorgaben gebildet und individuelle Zu- und Abschläge im Rahmen der Erlösobergrenzen angesetzt. Bei der Bestimmung von Qualitätsvorgaben werden bundesweit alle Netzbetreiber im Regelverfahren einbezogen. Die Qualitätsvorgaben werden alle zwei bis drei Jahre neu bestimmt.

Eine Übersicht zu den Verfahren mit Aktenzeichen (nur für VNB im Regelverfahren in Zuständigkeit der Bundesnetzagentur) finden Sie für alle Q-Elemente seit 2017 hier:
Verfahrensliste Qualitätselement (xls / 66 KB)

Säulen der Versorgungsqualität

Grundsätzlich kann die Versorgungsqualität in fünf Komplexe unterteilt werden:

Die fünf Säulen der VersorgungsqualitätAbb: Die fünf Säulen der Versorgungsqualität

Die Netzzuverlässigkeit beschreibt die Fähigkeit des Energieversorgungsnetzes, Energie unter Einhaltung bestimmter Qualitätsparameter von einem Ort des Netzes zu einem anderen zu transportieren.

Bei der Produktqualität handelt es sich um die technische Qualität des Produktes Strom bzw. Gas, d.h. hier sind der zeitliche Verlauf der Spannungen beim Strom bzw. die chemische Zusammensetzung des Gases unter Einhaltung eines bestimmten Druckniveaus gemeint.

Unter Versorgungssicherheit ist die technische Sicherheit im Sinne der Vermeidung von Schäden für Menschen und Anlagen zu verstehen.

Die Servicequalität beschreibt das Verhältnis zwischen dem Netzbetreiber und seinen Kunden. Sie umfasst z.B. Dienstleistungen wie die Einhaltung von Terminen und die Qualität der Rechnungslegung.

Diese vier genannten Bereiche werden in Europa unter dem Begriff der Versorgungsqualität zusammengefasst.

In Deutschland wird jedoch zusätzlich die Netzleistungsfähigkeit berücksichtigt (nach § 21 a Abs. 5 EnWG).
Dabei handelt es sich um die Fähigkeit des Energieversorgungsnetzes, die Nachfrage nach der Übertragung von Energie zu befriedigen.

Weiterentwicklung des Q-Elements

Mit dem Ziel, einerseits das bestehende Qualitätselement grundsätzlich wissenschaftlich zu überprüfen und andererseits mögliche Optionen für dessen Weiterentwicklung zu erarbeiten, beauftragte die Bundesnetzagentur ein Gutachten.

Vorschläge und Anregungen für eine mögliche Weiterentwicklung der Qualitätsregulierung (pdf / 1 MB) wurden von einem Beratungskonsortium, bestehend aus der E-Bridge Consulting GmbH, dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) sowie der Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft e.V. (FGH) ausgearbeitet und am 22. Juli 2019 in Bonn vorgestellt. Festzuhalten ist, dass das bisher angewendete Konzept zur Ermittlung der Qualitätselemente bestätigt und grundsätzlich fortgesetzt werden kann.

Ergebnis der Untersuchung zur Weiterentwicklung ist das vom beauftragten Beraterkonsortiums erstellte Gutachten zur Konzeptionierung eines Qualitätselementes (pdf / 10 MB) vom Januar 2020.

3. Regulierungsperiode (2019-2023)

Festlegungen

Im Rahmen der Datenerhebungen sind die überarbeiteten Hinweise zur Zuordnung von Versorgungsunterbrechungen zum Störungsanlass "höhere Gewalt" (pdf / 115 KB) zu berücksichtigen.

Die Qualitätselemente hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit Strom für die Jahre 2019-2020 basieren auf individuellen Festlegungen, die in der Beschlussdatenbank veröffentlicht werden.
Grundlage für die Datenerhebung und die anschließende Ermittlung der Qualitätselemente 2019-2020 bildet die Allgemeinfestlegung BK8-17/0011-A vom 22. Februar 2018.

Ermittlung der Qualitätsvorgaben

Auf Basis der Festlegung BK8-17/0011-A hat die Bundesnetzagentur untersucht, wie die Kennzahlenvorgaben (Referenzwerte) für das Qualitätselement 2019-2020 hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit auszugestalten sind.
Ergebnis dieser Untersuchung ist der Bericht zur Bestimmung der Referenzwerte für das Qualitätselement 2019-2020 vom 21. November 2018 (pdf / 520 KB) .

2. Regulierungsperiode (2014-2018)

Grundlage der Datenerhebung

Die Ermittlung der Qualitätselemente hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit Strom für die Jahre 2014–2016 erfolgt auf Basis der Festlegung BK8-13/001.
Grundlage für die Datenerhebung und die anschließende Ermittlung des Qualitätselementes hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit Strom 2017-2018 bildet die Festlegung BK8-15-001.

Gutachten

Im Auftrag der Bundesnetzagentur hat die Consentec GmbH untersucht, wie die Kennzahlenvorgaben (Referenzwerte) für das Qualitätselement 2017-2018 hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit Strom auszugestalten sind. Ergebnis dieser Untersuchung ist das Gutachten Bestimmung der Referenzwerte für das Qualitätselement 2017-2018 (pdf / 1 MB) vom 22. Februar 2017.

1. Regulierungsperiode (2009-2013)

Grundlage der Datenerhebung

Die Datenerhebung zur Bestimmung der Qualitätselemente Netzzuverlässigkeit Strom für die Jahre 2012 und 2013 erfolgte auf Basis der Festlegung BK8-11/001.

Die Berechnung der Qualitätselemente hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit Strom erfolgte auf Basis der Festlegung über den Beginn der Anwendung, die nähere Ausgestaltung und das Verfahren der Bestimmung des Qualitätselementes BK8-11/002.

Gutachten

Die Anreizregulierungsverordnung sah die Einführung einer Qualitätsregulierung zur oder im Laufe der ersten Regulierungsperiode vor. Im Auftrag der Bundesnetzagentur hat das Beraterkonsortium Consentec Consulting GmbH, Forschungsgemeinschaft für Elektrische Anlagen und Stromwirtschaft e.V. und Frontier Economics Limited untersucht, wie die Qualitätsregulierung hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit Strom ausgestaltet werden kann. Ergebnis dieser Untersuchung ist das Gutachten von "Consentec" zu Konzeptionierung und Ausgestaltung des Qualitätselements (Q-Element) im Bereich der Netzzuverlässigkeit Strom sowie dessen Integration in die Erlösobergrenzen (pdf / 5 MB) vom 20. Oktober 2010. (Hier in Kurzgutachten von "Consentec" zu Konzeptionierung und Ausgestaltung des Qualitätselements (Q-Element) im Bereich der Netzzuverlässigkeit Strom sowie dessen Integration in die Erlösobergrenzen (pdf / 221 KB) und mit einer Richtigstellung Kapitel 4 des Gutachtens zum Q-Element (pdf / 361 KB) )

Die Bundesnetzagentur hat im Anschluss ein Konzept zur Umsetzung der Qualitätsregulierung unter dem Aspekt der Netzzuverlässigkeit Strom zum 1. Januar 2012 erarbeitet. Dieses wurde den betroffenen Wirtschaftskreisen vorgestellt: Präsentation vom 15.12.2010 - "Konsultation zur Ausgestaltung des Qualitätselements" (pdf / 208 KB)

Das nachfolgende Dokument beschreibt die wesentlichen Eckpunkte der Ausgestaltung des Qualitätselements Netzzuverlässigkeit Strom im Rahmen der Anreizregulierung.

Weitere Informationen

Festlegung über die Datenerhebung zur Bestimmung des Qualitätselements Strom nach den §§ 19 und 20 ARegV (BK8-17/0011-A)
[22.02.2018]

Festlegung über die Datenerhebung zur Bestimmung des Qualitätselementes hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit Strom nach den §§ 19 und 20 ARegV (BK8-15/001)
[22.03.2016]

Festlegung über die nähere Ausgestellung und das Verfahren der Bestimmung des Qualitätselementes hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit für Elektrizitätsverteilernetze nach den §§ 19 und 20 ARegV (BK8-13-002 bis -009)
[20.11.2013]

Ankündigung der Festlegung über die Datenerhebung zur Bestimmung des Qualitätselementes hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit Strom nach den §§ 19 und 20 ARegV (BK8-13-001)
[10.04.2013]
Stand: 13.01.2020

Kontakt

Beschlusskammer 8

Bundesnetzagentur, Tulpenfeld 4, 53113 Bonn

Telefon: 0228 – 14 5672
Fax: 0228 – 14 5972
E-Mail: poststelle.bk8@bnetza.de

Gesetzliche Grundlagen

§§ 18 – 20 ARegV Vorgaben zur Bestimmung des Qualitätselementes im Hinblick auf Netzzuverlässigkeit und -leistungsfähigkeit