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Netzzugang und Messwesen

Nahaufnahme von einem Stromzähler

Netzzugang

Der diskriminierungsfreie Netzzugang ermöglicht die Nutzung des öffentlichen Netzes zum Transport von Strom und Gas und dient dem Wettbewerb auf den Märkten, die dem Netzbereich vor- und nachgelagert sind. Insbesondere der Wettbewerb von Energielieferanten untereinander wird so gefördert. Durch den Netzzugang ist das Recht zur Belieferung einer Entnahmestelle nach vorheriger Einspeisung an anderen Punkten des Netzes gewährleistet. Er ist vom Netzanschluss zu unterscheiden, der ausschließlich die physische bzw. technische Netzanbindung darstellt. Als Gegenleistung für die Netznutzung entrichtet der Netznutzer die Netzentgelte.

Netzzugangsbedingungen

Die Zugangsregulierung verpflichtet Betreiber von Energieversorgungsnetzen, jedermann Netzzugang zu gewähren.

Jedermann ist

  • jeder Kunde, der über das Netz mit Energie beliefert werden oder Energie in das Netz einspeisen möchte,

    und

  • jeder Lieferant, der über das Netz andere mit Energie beliefern will.

Der Netzzugang muss diskriminierungsfrei sein. D.h. es darf keine Ungleichbehandlung bei den Netzzugangsbedingungen geben.

Messwesen

Das am 2. September 2016 in Kraft getretene Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ist wesentlicher Bestandteil des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende und regelt das Mess- und Zählwesen in Deutschland neu.

Neben Regelungen zur Durchführung des Messstellenbetriebs für Strom und Gas, enthält es vor allem Vorgaben für den bundesweiten Einbau (Rollout) intelligenter Messsysteme und moderner Messeinrichtungen.

Die digitale Ermittlung, Übertragung und Auswertung von Messwerten ist für Netzbetreiber, Lieferanten und Verbraucher sowohl im regulierten Netz als auch im liberalisierten Strommarkt bzw. Messwesen relevant. Fernauslesbare elektronische Messgeräte waren bis vor einigen Jahren im Haushaltskundenbereich nicht üblich.

Das 3. EU-Richtlinienpaket empfiehlt einen nationalen Rollout intelligenter Zählern bis zum Jahr 2020. Die dort geforderte Wirtschaftlichkeitsanalyse für Deutschland wurde 2013 veröffentlicht und machte Vorschläge für Pflichteinbaufälle.

Der größte Anreiz für eine aktive Einbindung und Änderung des Energienutzungsverhaltens von Verbrauchern sind Kosteneinsparungen und Komfortsteigerungen. Europäische und nationale Gesetzgeber sehen im Einsatz von modernen Messeinrichtungen in Verbindung mit dem Angebot variabler Tarife die Chancen zur

  • Energieeinsparung
  • Hebung der Energieeffizienzpotenziale
  • Geschäftsprozessoptimierung
  • effizienten Netzsteuerung

Festlegungsverfahren aus dem Bereich Messwesen Energie finden Sie auf den Seiten der BK 6 und BK 7.