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Re­dis­patch

Unter Redispatch sind Eingriffe in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken zu verstehen, um Leitungsabschnitte vor einer Überlastung zu schützen. Droht an einer bestimmten Stelle im Netz ein Engpass, so werden Kraftwerke diesseits des Engpasses angewiesen, ihre Einspeisung zu drosseln, während Anlagen jenseits des Engpasses ihre Einspeiseleistung erhöhen müssen. Auf diese Weise wird ein Lastfluss erzeugt, der dem Engpass entgegenwirkt.

Der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie und die vermehrte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien wirken sich auf die Lastflüsse im Netz aus und führen dazu, dass Netzbetreiber häufiger als bisher Redispatch-Maßnahmen vornehmen müssen.
Zudem muss die Kompensation fehlender Blindleistung sichergestellt werden. Blindleistung wird zur Spannungshaltung in den Übertragungsnetzen benötigt und muss gleichmäßig verteilt bereitgestellt werden.

Den ausführlichen Bericht der Bundesnetzagentur zur Netz- und Systemsicherheit mit den entsprechenden Maßnahmen für das Jahr 2017 finden Sie hier.

Die am stärksten betroffenen Netzelemente und die Dauer der strombedingten Redispatch-Maßnahmen im Gesamtjahr 2017 sind auf der Karte links dargestellt.

Festlegung zur Standardisierung vertraglicher Rahmenbedingungen

Da auch Kraftwerksbetreiber eine Verantwortung für die Stabilität der Netze tragen, sind sie nach dem EnWG dazu verpflichtet, auf Anforderung der Übertragungsnetzbetreiber an bestimmten Maßnahmen zur Sicherung der Netzstabilität mitzuwirken. Die Details regelt eine Festlegung der Bundesnetzagentur. Damit soll sichergestellt werden, dass die Netze den jetzt erhöhten Anforderungen weiterhin standhalten.

Die Festlegung zur Standardisierung vertraglicher Rahmenbedingungen für Eingriffsmöglichkeiten der Übertragungsnetzbetreiber in die Fahrweise von Erzeugungsanlagen (BK6-11-098) vom 30.10.2012 finden Sie im Internetangebot der Beschlusskammer 6.

Dort sind auch Hinweise zur Durchführung von Redispatch-Maßnahmen vor dem Hintergrund der Urteile des OLG Düsseldorf vom 28. April 2015 und die Aufhebung der Festlegung veröffentlicht.

Aufhebungsbeschluss BK6-11-098-A vom 15.06.2015 (pdf / 108 KB)

Festlegung zur angemessenen Vergütung von Redispatch-Maßnahmen

Die angemessene Vergütung wurde in einer Festlegung der Beschlusskammer 8 vom 30. Oktober 2012 (BK8-12-019) geregelt. Das OLG Düsseldorf hat die Festlegung von Kriterien für die Bestimmung einer angemessenen Vergütung mit Beschluss vom 28. April 2015 in einigen Musterbeschwerdeverfahren aufgehoben. Die Entscheidung des OLG ist rechtskräftig.

Mit Beschluss vom 19. August 2015 hat die Beschlusskammer 8 die Festlegung gegenüber allen Adressaten rückwirkend aufgehoben.