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Re­dis­patch

Unter Redispatch versteht man Eingriffe in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken, um Leitungsabschnitte vor einer Überlastung zu schützen. Droht an einer bestimmten Stelle im Netz ein Engpass, werden Kraftwerke diesseits des Engpasses angewiesen, ihre Einspeisung zu drosseln, während Anlagen jenseits des Engpasses ihre Einspeiseleistung erhöhen müssen. Auf diese Weise wird ein Lastfluss erzeugt, der dem Engpass entgegenwirkt.

Der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie und die vermehrte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien wirken sich auf die Lastflüsse im Netz aus und führen dazu, dass Netzbetreiber häufiger als bisher Redispatch-Maßnahmen vornehmen müssen.
Zudem muss die Kompensation fehlender Blindleistung sichergestellt werden. Blindleistung wird zur Spannungshaltung in den Übertragungsnetzen benötigt und muss gleichmäßig verteilt bereitgestellt werden.

Bericht zur Netz- und Systemsicherheit

Den aktuellen Bericht zur Netz- und Systemsicherheit mit den entsprechenden Maßnahmen finden Sie auf dieser Seite.

Festlegung zur Standardisierung vertraglicher Rahmenbedingungen

Da auch Kraftwerksbetreiber eine Verantwortung für die Stabilität der Netze tragen, sind sie nach dem EnWG dazu verpflichtet, auf Anforderung der ÜNB an bestimmten Maßnahmen zur Sicherung der Netzstabilität mitzuwirken. Die Details regelt eine Festlegung der Bundesnetzagentur. Damit soll sichergestellt werden, dass die Netze den jetzt erhöhten Anforderungen weiterhin standhalten.

Die Festlegung zur Standardisierung vertraglicher Rahmenbedingungen für Eingriffsmöglichkeiten der ÜNB in die Fahrweise von Erzeugungsanlagen (BK6-11-098) vom 30. Oktober 2012 finden Sie im Internetangebot der Beschlusskammer 6. Dort sind auch Hinweise zur Durchführung von Redispatch-Maßnahmen vor dem Hintergrund der Urteile des OLG Düsseldorf vom 28. April 2015 und die Aufhebung der Festlegung vom 15. Juni 2015 veröffentlicht.

Festlegung zur angemessenen Vergütung von Redispatch-Maßnahmen

Im Oktober 2018 erfolgte die Feststellung einer wirksamen Verfahrensregulierung der Kosten und Erlösen bzw. Erträgen aus der Beschaffung und Vergütung von Redispatch-Maßnahmen nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 EnWG: BK8-18-0007-A

Hintergrund: Die angemessene Vergütung wurde ursprünglich in der Festlegung BK8-12-019 vom 30. Oktober 2012 geregelt. Das OLG Düsseldorf hob die Festlegung von Kriterien für die Bestimmung einer angemessenen Vergütung mit Beschluss vom 28. April 2015 in einigen Musterbeschwerdeverfahren auf. Mit Beschluss vom 19. August 2015 hat daher die BK 8 die Festlegung gegenüber allen Adressaten rückwirkend aufgehoben.

Festlegung zu näheren Bestimmungen der Mindestfaktoren

Die Bundesnetzagentur hat ein Festlegungsverfahren nach § 29 EnWG, § 13j Abs. 5 Nr. 1 und 2 und Abs. 6 EnWG zu näheren Bestimmungen im Zusammenhang mit den Mindestfaktoren gemäß § 13 Abs. 1a in der auf Grund des Artikels 1 Nr. 9 des Gesetzes vom 13. Mai 2019 (BGBI. I S. 706) und § 1 Abs. 1b Nr. 2 EnWG in der auf Grund des Artikels 1 Nr. 9 des Gesetzes vom 13. Mai 2019 (BGBI. I S. 706) ab den 1. Oktober 2021 geltenden Fassung eingeleitet und die Einleitung im Amtsblatt Nr. 15 vom 7. August 2019 veröffentlicht (AZ: PGMF-8116-EnWG-§13j).