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Eng­pass­ma­na­ge­ment

Unter Engpassmanagement fallen alle Maßnahmen, die ein Netzbetreiber einsetzen kann, um Leitungsüberlastungen durch Netzengpässe in seinem Netz zu vermeiden oder zu beheben.

Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) müssen im Rahmen des wirtschaftlich Zumutbaren verhindern, dass Engpässe in ihren Netzen und an den Kuppelstellen zu benachbarten Netzen entstehen. Wenn sich die Entstehung eines Engpasses nicht mit netzbezogenen oder marktbezogenen Maßnahmen wie beispielsweise dem Countertrading oder Redispatch verhindern lässt - was auch die Zusammenarbeit der ÜNB untereinander einschließen kann, müssen Betreiber von Übertragungsnetzen die verfügbaren Leitungskapazitäten nach marktorientierten und transparenten Verfahren diskriminierungsfrei bewirtschaften.

Die Verordnung der Europäischen Kommission 2015/1222 zur Festlegung einer Leitlinie für die Kapazitätsvergabe und das Engpassmanagement regelt die Bestimmungen zur Kapazitätsberechnung und der Kapazitätsvergabe auf Verbindungsleitungen in den wichtigen Bereichen des Day-Ahead und Intraday-Handels.

Erlöse Engpassmanagement

Erlöse der Netzbetreiber aus der Durchführung der Engpassbewirtschaftung sind unverzüglich für Maßnahmen zur Beseitigung von Engpässen zu verwenden, dafür zurückzustellen oder entgeltmindernd in den Netzentgelten zu berücksichtigen.

Die ÜNB müssen diese Erlöse dokumentieren und die Dokumentation der Bundesnetzagentur vorlegen. (§ 15 StromNZV)

Bericht der Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht gemäß Punkt 6.5 der Engpassmanagement-Leitlinien im Anhang zur Stromhandelsverordnung EG/714/2009 (VO 714/2009) jährlich einen Bericht über die Höhe und die Verwendung der Erlöse der nationalen ÜNB aus dem Engpassmanagement. Der Bericht umfasst den Zeitraum 1. Juli des Vorjahres bis 30. Juni des Veröffentlichungsjahres. Im Bericht wird dargestellt, ob die Verwendung der Erlöse entsprechend der gesetzlichen Vorgaben der EG-Verordnung 1228/2003 Artikel 6 (6) erfolgte.