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Min­des­ter­zeu­gung

Das deutsche Stromversorgungssystem erfährt seit einiger und auf absehbare Zeit eine Strukturveränderung. Sie ist das Resultat politischer Entscheidungen der Bundesregierung. Langfristiger Kern dieser politischen Entscheidungen ist die Umstellung auf eine CO2-freie und nicht-nukleare Erzeugungsstruktur. Gegenwärtig ist das Phänomen zu beobachten, dass ein gewisser Teil der Einspeisung aus konventionellen Kraftwerken nur unflexibel auf Börsenpreise reagiert, also sogar bei negativen Börsenpreisen einspeist. Die Bundesnetzagentur hat dieses Phänomen in ihrem Bericht über die Mindesterzeugung untersucht.

Die Mindesterzeugung entspricht der Einspeiseleistung, die direkt einem netztechnischen Grund bzw. einer Systemdienstleistung zurechenbar ist. Sie kann daher nicht vom Netz genommen werden.

Diese Mindesterzeugung ist vom sogenannten konventionellen Erzeugungssockel zu unterscheiden. Dieser umfasst Kraftwerksleistung, die sich ebenfalls preisunelastisch verhält, also selbst bei negativen Börsenpreisen Strom erzeugt. Die Gründe hierfür können beispielsweise außermarktliche Verdienstmöglichkeiten wie Wärmebelieferung und Eigenversorgung sein.

Bericht über die Mindesterzeugung 2019

Die Bundesnetzagentur hat heute den zweiten Bericht über die Mindesterzeugung veröffentlicht. Darin werden Perioden aus den Jahren 2016, 2017 und 2018 betrachtet, in denen die Börsenpreise negativ waren.

Bericht der Bundesnetzagentur zur Mindesterzeugung (2019) (pdf / 3 MB)

Die Mindesterzeugung lag in den betrachteten Situationen bei mindestens 4 bis 8 GW und machte damit den kleineren Teil der gesamten preisunelastischen Erzeugungsleistung aus. Der konventionelle Erzeugungssockel lag bei 14 bis 19 GW. Insgesamt lag die preisunelastische Erzeugungsleistung bei 18 bis 26 GW.

Bericht 2017

Der erste Bericht der Bundesnetzagentur zur Mindesterzeugung (2017) (pdf / 2 MB) wurde im April 2017 veröffentlicht. Die Analyse wurde anhand einzelner relevanter Stunden mit negativen Börsenpreisen an fünf Tagen im zweiten Halbjahr 2015 durchgeführt.
Im Ergebnis zeigte sich, dass der größere Teil der Einspeiseleistung dem konventionellen Erzeugungssockel zuzuordnen ist (ca. 80%). Der kleinere Teil (ca. 20%) gehört zur konventionellen Mindesterzeugung.

Stand: 07.10.2019