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Min­des­ter­zeu­gung

Das deutsche Stromversorgungssystem erfährt seit einiger und auf absehbare Zeit eine Strukturveränderung. Sie ist das Resultat politischer Entscheidungen der Bundesregierung. Langfristiger Kern dieser politischen Entscheidungen ist die Umstellung auf eine CO2-freie und nicht-nukleare Erzeugungsstruktur. Gegenwärtig ist das Phänomen zu beobachten, dass ein gewisser Teil der Einspeisung aus konventionellen Kraftwerken nur unflexibel auf Börsenpreise reagiert, also sogar bei negativen Börsenpreisen einspeist. Die Bundesnetzagentur untersucht dieses Phänomen in ihren Berichten über die Mindesterzeugung.

Die Mindesterzeugung entspricht der Einspeiseleistung, die direkt einem netztechnischen Grund bzw. einer Systemdienstleistung zurechenbar ist. Sie kann daher nicht ohne Weiteres vom Netz genommen werden.

Diese Mindesterzeugung ist vom sogenannten konventionellen Erzeugungssockel zu unterscheiden. Dieser umfasst Kraftwerksleistung, die sich ebenfalls preisunelastisch verhält, also selbst bei negativen Börsenpreisen Strom erzeugt. Die Gründe hierfür können beispielsweise außermarktliche Verdienstmöglichkeiten wie Wärmebelieferung und Eigenversorgung sein.

Bericht über die Mindesterzeugung 2021

Im Jahr 2021 wird die Bundesnetzagentur den dritten Bericht über die konventionelle Mindesterzeugung veröffentlichen. Darin werden Perioden aus den Jahren 2019 und 2020 betrachtet, in denen die Börsenpreise negativ waren.

Abfrage bei den Kraftwerksbetreibern

Wie schon für die Berichte aus den Jahren 2017 und 2019 erfolgt auch für die Erstellung des dritten Berichts über die Mindesterzeugung eine Abfrage bei den Kraftwerksbetreibern zu den Gründen der Einspeisung trotz negativer Börsenpreise. Aktuell führt die Bundesnetzagentur die Datenerhebung gem. § 35 Abs. 1a Nr. 1 und Nr. 2 i.V.m § 63 Abs. 3a EnWG durch

bis zum 18.12.2020.

Die Übermittlung der ausgefüllten Excel-Dateien erfolgt über die Datenübermittlungsplattform MonEDa.

Al Kraftwerksbetreiber haben Sie bereits im Zusammenhang mit Monitoringerhebungen nach § 35 EnWG Zugangsdaten zu MonEDa erhalten (Marktrolle Elektrizitätserzeuger). Die Zugangsdaten setzen sich aus einer Betriebsnummer, einer Kontrollnummer und einem Schlüssel für die Verschlüsselung zusammen.

Weiter Informationen zu MonEDa incl. Verschlüsselungsprogramm, FAQ und Videotutorial erhalten Sie unter www.bnetza.de/moneda.
Sollten Sie keine Zugangsdaten zu MonEDa haben, wenden Sie sich bitte per E-Mail mit dem Betreff „Mindesterzeugung – Zugangsdaten MonEDa“ an monitoring.energie@bnetza.de.

Bericht über die Mindesterzeugung 2019 (pdf / 3 MB)

Die Bundesnetzagentur hat im Oktober 2019 den zweiten Bericht über die Mindesterzeugung veröffentlicht. Darin werden Perioden aus den Jahren 2016, 2017 und 2018 betrachtet, in denen die Börsenpreise negativ waren.

Die Mindesterzeugung lag in den betrachteten Situationen bei mindestens 4 bis 8 GW und machte damit den kleineren Teil der gesamten preisunelastischen Erzeugungsleistung aus. Der konventionelle Erzeugungssockel lag bei 14 bis 19 GW. Insgesamt lag die preisunelastische Erzeugungsleistung bei 18 bis 26 GW.

Bericht über die Mindesterzeugung 2017 (pdf / 2 MB)

Stand: 18.11.2020