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Ka­pa­zi­täts­re­ser­ve

Die sogenannte Kapazitätsreserve ist neben einer Verbesserung der Kurzfrist- und Regelenergiemärkte eine der Maßnahmen aus dem Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“ (2015) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, mit der auch während der Energiewende die Versorgungssicherheit gewährleistet bleiben soll.

Die Kapazitätsreserve soll in Zeiten, in denen trotz freier Preisbildung auf dem Großhandelsmarkt kein ausreichendes Angebot zur Deckung der gesamten Nachfrage zur Verfügung steht, zusätzliche Leistung bereitstellen.

Dazu werden bestehende Erzeugungsanlagen, Speicher oder Lasten außerhalb des Strommarktes vorgehalten und bei Bedarf auf Anweisung der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) mit Regelzonenverantwortung nach Ausschöpfung der marktlichen Alternativen eingesetzt. Wettbewerbsverzerrungen auf dem Markt werden damit so gering wie möglich gehalten.

Ausschreibungsverfahren

Das Energiewirtschaftsgesetz und die Kapazitätsreserveverordnung (KapResV) geben vor, dass die Anlagen in der Kapazitätsreserve alle zwei Jahre von den ÜNB mit Regelzonenverantwortung in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt werden.

Bemessen ist die Kapazitätsreserve auf 2 GW Leistung.
Bewerben können sich Kraftwerke, Lasten und Speicher.

Die ÜNB führen die Ausschreibung für den ersten Erbringungszeitraum (1. Oktober 2020 bis 30. September 2022) zwischen dem 1. September 2019 und dem 1. Dezember 2019 durch.

Standardbedingungen

Die Bundesnetzagentur hat die Standardbedingungen am 23. Juli 2019 genehmigt.

Die Standardbedingungen sind Teil der Ausschreibungsunterlagen, die die ÜNB auf ihrer Internetseite Netztransparenz.de veröffentlicht haben.

Die ÜNB haben die Standardbedingungen in Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur entwickelt. Die Standardbedingungen konkretisieren die Vorgaben der KapResV und bedürfen der Genehmigung der Bundesnetzagentur (vgl. § 37 Abs. 2 KapResV).