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Netz­re­ser­ve

Die Netzreserveverordnung (NetzResV) sieht vor, dass die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) jährlich eine sogenannte Systemanalyse durchführen, um die zukünftig erforderliche Kraftwerksreservekapazität für netzstabilisierende Redispatch-Maßnahmen festzustellen. Die Bundesnetzagentur überprüft diese Systemanalyse und veröffentlicht in einer jährlichen Feststellung den Bedarf an Erzeugungskapazität für die Netzreserve.

Aktueller Bericht der Bundesnetzagentur und Systemanalyse der ÜNB

Dieser Bericht vom 27. April 2018 behandelt die Ermittlung des Bedarfs an Netzreservekraftwerken für den Winter 2018/2019 und das Jahr 2020/2021.

  • Für den Winter 2018/2019 beträgt der Bedarf an Erzeugungskapazitäten aus Netzreservekraftwerken 6.600 MW.

  • Im Jahr 2020/2021 werden Netzreservekraftwerke mit einer Gesamtleistung von ebenfalls 6.600 MW benötigt.

Der Bedarf kann sowohl im kommenden Winterhalbjahr als auch im Jahr 2020/2021 aus inländischen Netzreservekraftwerken gedeckt werden. Daher ist anders als in den Vorjahren die Beschaffung zusätzlicher Netzreserveleistung aus ausländischen Kraftwerken nicht erforderlich.

Tabellarische Übersicht des festgestellten Bedarfs an Reservekraftwerksleistung

Festgestellter Bedarf an Reservekraftwerksleistung (in MW)
Bericht vom2014/20152015/20162016/20172017/20182018/20192019/20202020/2021
* zusätzlich für das 1. Quartal 2015
27. April 2018----6.600 -6.600
28. April 2017---10.400 3.700--
29. April 2016--5.400-1.900
--
4. Mai 2015-6.700-7.800 6.600-7.700--1.600-
26. Sept. 2014545*------
2. Mai 20143.0916.000 -7.000 ---
30. Sept. 2013-4.800 - ----

Langfristanalyse und Analyse zum Bedarf an Netzstabilitätsanlagen der ÜNB

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht aus Transparenzgründen die sogenannte Langfristanalyse der ÜNB gemäß § 3 Abs. 2 S.3 2. Hs. NetzResV sowie die Analyse der ÜNB zur Ermittlung des Bedarfs an Netzstabilitätsanlagen gemäß § 13k Abs. 2 S.2 1. Hs. EnWG.

Die Bundesnetzagentur macht sich den Inhalt und die Ergebnisse der von den Übertragungsnetzbetreibern vorgelegten Analysen nicht zu Eigen.

Die Überprüfung der Analyse zur Ermittlung des Bedarfs an Netzstabilitätsanlagen und ggf. die Bestätigung eines ermittelten Bedarfs erfolgt gemäß § 13k Abs. 2 S.2 2 Hs. EnWG durch die Bundesnetzagentur bis zum Ablauf des zweiten auf die Vorlage bei der Bundesnetzagentur folgenden Monats.

Langfristanalysen 2016 der ÜNB (Executive Summary) (pdf / 987 KB)
Ergebnisbericht Langfristanalysen 2016 der ÜNB (Langfassung) (pdf / 3 MB)
Bericht der ÜNB - Bedarf an Netzstabilitätsanlagen nach § 13k EnWG (pdf / 1 MB)

Bericht der Bundesnetzagentur zur Ermittlung des Bedarfs an Netzstabilitätsanlagen

Die Bundesnetzagentur hat die Bedarfsermittlung der Übertragungsnetzbetreiber vom Februar 2017 überprüft, in der eine Errichtung von „etwa 2 GW“ Netzstabilitätsanlagen für sinnvoll erachtet wurde. Solche Netzstabilisierungsanlagen sind auch nach Einschätzung der Bundesnetzagentur erforderlich, um den besonderen Herausforderungen in der Zeit zwischen der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke und der Fertigstellung der großen Gleichstromtrassen zu begegnen.

Die Bundesnetzagentur hat einen Bedarf in Höhe von 1,2 GW bestätigt.
Die quantitativen Unterschiede zu den Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber beruhen nicht auf grundsätzlichen Differenzen, sondern auf modelltechnischen Korrekturen.

Stand: 30.04.2018