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Netz­re­ser­ve

Die Netzreserveverordnung (NetzResV) sieht vor, dass die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) jährlich eine sogenannte Systemanalyse durchführen, um die zukünftig erforderliche Kraftwerksreservekapazität für netzstabilisierende Redispatch-Maßnahmen festzustellen. Die Bundesnetzagentur überprüft diese Systemanalyse und veröffentlicht in einer jährlichen Feststellung den Bedarf an Erzeugungskapazität für die Netzreserve.

Aktueller Bericht der Bundesnetzagentur und die Systemanalyse der ÜNB

Dieser Bericht vom 28. April 2017 behandelt die Ermittlung des Bedarfs an Reservekraftwerken für den Winter 2017/2018 und das Jahr 2018/2019.

  • Für den Winter 2017/2018 muss von den Übertragungsnetzbetreibern noch eine verbleibende Leistung in Höhe von 1.600 MW beschafft werden.

    Der Reserveleistungsbedarf beträgt 10.400 MW. Er kann zu einem erheblichen Teil aus dem Bestand an Netzreservekraftwerken gedeckt werden. Hierzu zählen Netzreservekraftwerke aus Deutschland mit 5.700 MW Kapazität und bereits für die Netzreserve kontrahierte Kraftwerke aus dem Ausland mit 3.100 MW Kapazität.

    Zur Beschaffung der verbleibenden Leistung in Höhe von 1.600 MW werden die Übertragungsnetzbetreiber nun ein Interessenbekundungsverfahren durchführen.

  • Im Jahr 2018/2019 kann der Netzreservebedarf durch bereits gesicherte Netzreservekraftwerke aus Deutschland gedeckt werden.
    Bei der Bedarfsermittlung für 2018/2019 geht die Bundesnetzagentur davon aus, dass bis dahin ein Engpassmanagementverfahren zwischen dem deutschen und dem österreichischen Übertragungsnetz etabliert sein wird.
    Der Netzreservebedarf liegt in diesem Jahr nur noch bei 3.700 MW. Dieser kann vollständig aus den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen inländischen Netzreservekapazitäten in Höhe von 6.600 MW gedeckt werden.

Tabellarische Übersicht des festgestellten Bedarfs an Reservekraftwerksleistung

Festgestellter Bedarf an Reservekraftwerksleistung
Bericht vom2014/20152015/20162016/20172017/20182018/20192019/2020
* zusätzlich für das 1. Quartal 2015
28. April 2017---10.400 MW3.700 MW-
29. April 2016--5.400 MW-1.900 MW
-
4. Mai 2015-6.700-7.800 MW6.600-7.700 MW--1.600 MW
26. Sept. 2014545 MW*-----
2. Mai 20143.091 MW6.000 MW-7.000 MW--
30. Sept. 2013-4.800 MW- ---

Langfristanalyse und Analyse zum Bedarf an Netzstabilitätsanlagen der ÜNB

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht aus Transparenzgründen die sogenannte Langfristanalyse der ÜNB gemäß § 3 Abs. 2 S.3 2. Hs. NetzResV sowie die Analyse der ÜNB zur Ermittlung des Bedarfs an Netzstabilitätsanlagen gemäß § 13k Abs. 2 S.2 1. Hs. EnWG.

Die Bundesnetzagentur macht sich den Inhalt und die Ergebnisse der von den Übertragungsnetzbetreibern vorgelegten Analysen nicht zu Eigen.

Die Überprüfung der Analyse zur Ermittlung des Bedarfs an Netzstabilitätsanlagen und ggf. die Bestätigung eines ermittelten Bedarfs erfolgt gemäß § 13k Abs. 2 S.2 2 Hs. EnWG durch die Bundesnetzagentur bis zum Ablauf des zweiten auf die Vorlage bei der Bundesnetzagentur folgenden Monats.

Langfristanalysen 2016 der ÜNB (Executive Summary) (pdf / 987 KB)
Ergebnisbericht Langfristanalysen 2016 der ÜNB (Langfassung) (pdf / 3 MB)
Bericht der ÜNB - Bedarf an Netzstabilitätsanlagen nach § 13k EnWG (pdf / 1 MB)

Bericht der Bundesnetzagentur zur Ermittlung des Bedarfs an Netzstabilitätsanlagen

Die Bundesnetzagentur hat die Bedarfsermittlung der Übertragungsnetzbetreiber vom Februar 2017 überprüft, in der eine Errichtung von „etwa 2 GW“ Netzstabilitätsanlagen für sinnvoll erachtet wurde. Solche Netzstabilisierungsanlagen sind auch nach Einschätzung der Bundesnetzagentur erforderlich, um den besonderen Herausforderungen in der Zeit zwischen der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke und der Fertigstellung der großen Gleichstromtrassen zu begegnen.

Die Bundesnetzagentur hat einen Bedarf in Höhe von 1,2 GW bestätigt.
Die quantitativen Unterschiede zu den Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber beruhen nicht auf grundsätzlichen Differenzen, sondern auf modelltechnischen Korrekturen.

Stand: 31.05.2017