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Kündigung

Sie wollen Ihren Energie-Liefervertrag kündigen oder wurden von Ihrem Energielieferanten gekündigt, dann finden Sie hier Antworten auf Ihre Fragen.

Wie kündige ich meinen Vertrag?

In der Regel übernimmt der neue Energielieferant für Sie die Kündigung des Energieliefervertrags bei Ihrem bisherigen Lieferanten.

Haushaltskunden in der Grundversorgung können ihren Grundversorgungsvertrag mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.
Die Kündigung muss in Textform (Brief, Fax oder E-Mail) erfolgen.

Haushaltskunden, die über einen Energieliefervertrag außerhalb der Grundversorgung versorgt werden, müssen für die Kündigung die Bestimmungen (AGB) dieses Energieliefervertrags einhalten.

Wer hilft mir bei Problemen mit dem Energielieferanten?

Der Verbraucherservice Energie der Bundesnetzagentur steht Ihnen bei Fragen telefonisch, per E-Mail oder natürlich auch für schriftliche Anfragen zur Verfügung. Die Kontaktdaten finden Sie in der Box auf der linken Seite.

Hilfreiche Informationen finden Sie auch auf den folgenden Internetseiten:

Marktwächter Energie der Verbraucherzentrale Niedersachsen

Verbraucherzentralen

Energieanbieterinformation des Bundes der Energieverbraucher

Schlichtungsstelle Energie e.V.

Für die Richtigkeit der Angaben auf den verlinkten Seiten übernimmt die Bundesnetzagentur keine Gewähr. Bitte haben Sie Verständnis, dass die Bundesnetzagentur keine Rechtsberatung durchführen darf.

Muss ich bei Kündigung und Lieferantenwechsel mit Kosten rechnen?

Nein. Die Kündigung und der Lieferantenwechsel sind für Sie als Haushaltskunden kostenfrei.

Gesetzliche Grundlage: 
§ 20 StromGVV und GasGVV Der Grundversorger darf keine gesonderten Entgelte für den Fall einer Kündigung des Vertrages, insbesondere wegen eines Wechsels des Lieferanten, verlangen.

§ 20a Abs. 3 EnWG Der Lieferantenwechsel darf für den Letztverbraucher mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden sein.

Wie und wann kann ich meinen Grundversorgungsvertrag kündigen?

Als Haushaltskunde können Sie Ihren Grundversorgungsvertrag jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.

Die Kündigung des Grundversorgungsvertrages müssen Sie in Textform vornehmen, d.h. per Brief, Fax oder E-Mail. Der Grundversorger ist verpflichtet, Ihnen die Kündigung nach Eingang bei ihm unverzüglich und ebenfalls in Textform zu bestätigen.

In der Praxis erledigt der neue Energielieferant alle Formalitäten des Lieferantenwechsel-Prozesses.
Dafür müssen Sie ihm jedoch eine Vollmacht erteilen.

Gesetzliche Grundlage:
§§ 20 Abs. 1 Satz 1 und 2 StromGVV / GasGVV

Was kann ich tun, wenn mir mein Energie-Lieferant kündigt?

Was ist überhaupt eine Kündigung und wie kommt sie grundsätzlich zustande?

  • Jede Kündigung ist eine einseitige „rechtsgestaltende“ Erklärung gegenüber dem anderen Vertragspartner. Das heißt, sie wirkt rechtlich einfach dadurch, dass sie gegenüber dem anderen Vertragspartner erklärt wurde. Weil die Kündigung eine einseitige Erklärung ist, braucht der andere Vertragspartner damit nicht einverstanden zu sein.
  • Eine Kündigung, die erklärt wurde, kann nicht zurückgenommen oder aufgehoben werden.
  • Ob eine Kündigung wirksam ist, hängt davon ab, welche Kündigungsanforderungen in Ihrem Energieliefervertrag vereinbart sind. Es empfiehlt sich daher, die AGB Ihres Energieliefervertrages zu prüfen.

Wenn Sie gegen eine Kündigung vorgehen wollen, weil Sie der Ansicht sind, dass die Kündigung nicht wirksam ist, z.B. weil Ihr Lieferant kein Recht hatte, Ihnen zu kündigen oder weil die Kündigung nicht form- oder fristgerecht erfolgte, können Sie dies im Wege der Verbraucherbeschwerde und Schlichtung tun.

Eventuelle Schadenersatzansprüche, z.B. wegen höherer Kosten durch eine zwischenzeitliche Grundversorgung, können Sie ebenfalls auf diesem Weg klären. Für den Fall, dass Sie mit dem Lieferanten zu keiner Einigung kommen, können Sie den Streit gerichtlich klären lassen.

Wenn Sie nicht gegen die Kündigung vorgehen wollen, sollten Sie einen neuen Liefervertrag mit einem Lieferanten Ihrer Wahl abschließen. Sonst werden Sie als Haushaltskunde nach Beendigung des Vertrages mit dem bisherigen Lieferanten automatisch vom örtlichen Grundversorger im Rahmen der Grundversorgung beliefert.

In jedem Fall ist es empfehlenswert, dass Sie sich bei einem Lieferanten- oder Vertragswechsel den Zählerstand zum Zeitpunkt des Wechsels notieren.

Kann der Grundversorger meinen Grundversorgungsvertrag kündigen?

Das kann nur in bestimmten Ausnahmefällen passieren.

Der Grundversorger kann die Grundversorgung eines Haushaltskunden nur dann ordentlich kündigen, wenn

  • dem Grundversorger die Energielieferung aus wirtschaftlichen Gründen nicht zugemutet werden kann.

Der Grundversorger kann die Grundversorgung von Haushaltskunden außerordentlich kündigen, wenn

  • der Haushaltskunde der StromGVV oder GasGVV in erheblichem Maße schuldhaft zuwiderhandelt und die Voraussetzungen zur Unterbrechung der Grundversorgung wiederholt vorliegen (z.B. bei Zählermanipulation)
  • der Haushaltskunde trotz Mahnung wiederholt nicht zahlt und die Kündigung zwei Wochen vorher angedroht wurde

Gesetzliche Regelung:
§ 20 StromGVV und GasGVV, § 21 StromGVV und GasGVV

Widerruf

Wenn bereits ein Vertrag zustande gekommen ist, haben Sie in bestimmten Fällen die Möglichkeit des Widerrufs.

Wie sieht es mit dem Widerrufsrecht bei Energie-Lieferverträgen aus?

Verbraucherinnen und Verbraucher haben bei bestimmten Verträgen ein 14-tägiges gesetzliches Widerrufsrecht. Dieses ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert (§ 355 BGB).

Bei Energielieferverträgen entsteht das Widerrufsrecht bei sogenannten Fernabsatzverträgen oder bei „außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen“ (ehemals „Haustürgeschäfte“) (§ 312g BGB).

Beispiele für diese Verträge:

  • Ein Fernabsatzvertrag liegt vor, wenn er durch Fernkommunikationsmittel (z.B. per Brief, E-Mail, am Telefon oder im Internet) geschlossen wurde.
  • Außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge sind solche, die außerhalb der Geschäftsräume des Unternehmers geschlossen wurden. Das heißt, wenn Sie in Ihrer Wohnung, am Arbeitsplatz oder auch auf allgemein zugänglichen Verkehrsflächen (öffentliche Plätze, Straßen etc.) einen Vertrag abgeschlossen haben.
    Das gilt auch dann, wenn nur der Erstkontakt außerhalb der Geschäftsräume stattfindet und der Vertragsschluss im direkten Anschluss in den Geschäftsräumen erfolgt, z.B. bei einer Werbeaktion in der Einkaufsstraße (§ 312b Abs. 1 Nr. 3 BGB).
  • Auch die sogenannten „Kaffee-Fahrten“, bei denen der Unternehmer einen Ausflug organisiert, um dabei Kunden zu werben und Verträge abzuschließen, fallen unter diese Art von Verträgen.

Wie erkenne ich, dass ich ein Widerrufsrecht habe?

Wenn ein Widerrufsrecht besteht, müssen Sie als Verbraucherin und Verbraucher ausdrücklich darüber von Ihrem Vertragspartner informiert werden. Bei schriftlichen Verträgen muss eine Widerrufsbelehrung mit allen wichtigen Informationen im Vertragstext enthalten sein. Ist der Hinweis auf Ihr Widerrufsrecht beim Vertragsabschluss nicht erfolgt, verlängert dieses Versäumnis Ihre Widerrufsmöglichkeit.

Ab wann läuft die Widerrufsfrist?

Bei Energielieferverträgen beginnt die Widerrufsfrist mit Abschluss des Vertrages (so geregelt in § 356 Abs. 2 Nr.2 BGB) und nicht erst mit Beginn der Belieferung. Nach Vertragsabschluss haben Sie 14 Tage Zeit, um den Widerruf zu erklären.

Welche Wirkung hat der Widerruf?

Nach erfolgtem Widerruf ist der neue Vertrag so gestellt, als wäre er nie zustande gekommen. Achtung: möglicherweise ist allerdings Ihr alter Energieliefervertrag inzwischen gekündigt und wird durch Ihren Widerruf des neuen Vertrags auch NICHT wieder gültig.

Wie kann ich widerrufen und was muss ich beachten?

Der Widerruf muss an das Unternehmen gerichtet werden, mit dem Sie den Vertrag geschlossen haben. Dabei muss das Wort „Widerruf“ nicht ausdrücklich vorkommen. Wir empfehlen trotzdem, die Nachricht eindeutig als Widerruf zu kennzeichnen.

In welcher Form muss ich widerrufen?

Der Widerruf kann per Brief, Fax, Telefon oder E-Mail erfolgen. Die schriftliche Form ist zu empfehlen, damit Sie den Widerruf auch zu Ihren Unterlagen nehmen können.

Sie können auch das vorgedruckte Widerrufsschreiben des Unternehmens nutzen, das einer Widerrufserklärung immer beiliegen muss.

Was passiert, wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist oder ich keine erhalten habe?

In diesem Fall endet das Widerrufsrecht erst nach einem Jahr und 14 Tagen. Danach ist kein Widerruf mehr möglich (§ 356 Abs. 3 Satz 2 BGB).

Obwohl ich den neuen Vertrag rechtzeitig widerrufen haben, wurde in der Zwischenzeit mein Vertrag mit dem bisherigen Lieferanten gekündigt. Wie kann das sein?

Das liegt daran, dass der von Ihnen beauftragte neue Lieferant bereits den Lieferanten-Wechselprozess gestartet hat.

Dieser Prozess beinhaltet als ersten Schritt, dass der Neulieferant dem Altlieferanten in Ihrem Namen kündigt. Der neue Lieferant beginnt diesen Prozess oft schon vor dem Ablauf der Widerrufsfrist, damit er die gesetzlich vorgeschriebene dreiwöchige Wechselfrist einhalten kann.

Durch Ihren Widerruf des neuen Vertrages erlischt dieser Vertrag. Eine Vertragsbeziehung zwischen Ihnen und dem neuen Lieferanten kam also nicht zustande.

Wichtig: Das bedeutet aber eben nicht, dass der bereits gekündigte Vertrag mit Ihrem bisherigen Lieferanten wieder auflebt. Dieser Vertrag bleibt gekündigt, denn der Widerruf einer Kündigung ist rechtlich nicht vorgesehen und daher nicht möglich.

Die Folge ist, dass

  • der neue Vertag nicht zustande gekommen ist,
  • der alte Vertrag gekündigt wurde und
  • Sie im Rahmen der Ersatzversorgung durch den Grundversorger beliefert werden.

Dadurch ist zwar eine nahtlose Energieversorgung sichergestellt, aber Sie befinden sich in einem teuren Tarif.

Es ist daher ratsam, dass Sie sich möglichst schnell einen neuen Lieferanten suchen oder Ihren bisherigen Lieferanten wegen des Altvertrags ansprechen.

Was kann ich tun, wenn mir ein Energieliefervertrag untergeschoben wurde, den ich gar nicht wollte?

Wenn Sie beim Vertragsabschluss getäuscht wurden oder Ihnen ein Vertrag einfach untergeschoben wurde, können Sie ihn ohne Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen widerrufen.

Die gilt für alle Verträge, die außerhalb der Geschäftsräume des Anbieters (z.B. auf der Straße oder an Ihrer Haustür) abgeschlossen wurden, und für sogenannte Fernabsatzgeschäfte (d.h. Verträge, die per Post, Telefon oder über das Internet abgeschlossen wurden).

Die 14-Tages-Frist beginnt ab dem Tag zu laufen, an dem Sie als Verbraucher ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht informiert wurden.

Unser Tipp: Senden Sie den Widerruf per Einschreiben oder lassen Sie sich den Eingang des Schreibens auf jeden Fall schriftlich bestätigen.

Grundlage für das Widerrufsrecht sind die Paragrafen 355 und 312g des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB).

Hintergrund

Wie kann es überhaupt zu einem ungewollten Anbieterwechsel kommen?

Sie bekommen möglicherweise einen Anruf, bei dem für bestimmte Strom- oder Gastarife geworben wird. Was als harmloses Informationsgespräch beginnt, hat das Ziel, Ihre persönlichen Daten - wie die Nummer des Strom- oder Gaszählers - in Erfahrung zu bringen.
Denn diese Daten reichen aus, um den bestehenden Liefervertrag zu beenden und einen Anbieterwechsel einzuleiten. Sie selbst merken davon erst einmal nichts, bis Sie plötzlich eine Vertrags- oder Kündigungsbestätigung bekommen.

Sonderuntersuchung zum ungewollten Anbieterwechsel des Marktwächters Energie
Betroffene, denen ohne ihr Wissen ein Vertrag für Strom- oder Gaslieferungen untergeschoben wurde, die also ungewollt ihren Energielieferanten gewechselt haben, werden gebeten ihren Fall zu schildern.

Kontakt: Verbraucherzentrale Bundesverband, Marktwächter Energie, Markgrafenstraße 66, 10969 Berlin

Auf dieser Internetseite können Sie an der Befragung teilnehmen und Ihren Fall schildern.
E-Mail: Energiemarktwächter@vzbv.de
Fax: (030) 258 00-218
Warum reichen diese wenige Angaben aus, um den Lieferantenwechsel einzuleiten?

Hintergrund ist der Datenaustausch, der bei jedem Anbieterwechsel stattfindet. Wenn ein Verbraucher den Energieversorger wechseln möchte, beauftragt er in der Regel den neuen Lieferanten alle nötigen Schritte einzuleiten – inklusive der Kündigung beim alten Anbieter. Der neue Lieferant nimmt dann sowohl mit dem alten Versorger als auch mit dem Netzbetreiber Kontakt auf und weist auf den Wechsel hin. Zur Identifizierung des Kunden muss er lediglich den Namen, die Adresse und eine weitere klar zuzuordnende Information angeben (Nummer des Strom- bzw. Gaszählers, Zählpunkbezeichnung oder die bisherige Kundennummer samt dem Namen des alten Versorgers).

So soll eigentlich nur der Datenaustausch erleichtert und der Anbieterwechsel beschleunigt werden, aber durch das gezielte Ausspähen von Daten ergeben sich leider auch Missbrauchsmöglichkeiten.

Unsere Empfehlung

Gehen Sie sehr zurückhaltend mit Informationen aus Energielieferverträgen um. Geben Sie sensible Daten nicht an, wenn Sie von Unbekannten oder nicht legitimierten Personen danach gefragt werden.

Verhindern Sie den freien Zugang zu ihren Strom- oder Gaszählern und Zugriff auf Vertragsunterlagen oder Abrechnung. Denn es besteht immer die Gefahr, dass z.B. die Zählernummer einfach abgeschrieben wird.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat als Marktwächter Energie ein Video erstellt, das zeigt, wie man sich vor einem ungewollten Lieferantenwechsel schützt.
Erklärvideo: So schützen Sie sich vor untergeschobenen Verträgen!

The video is also available in English and shows you how to prevent an unwanted switch of energy suppliers.
Video in English

Kontakt

Verbraucherservice Energie
Bundesnetzagentur, Postfach: 8001, 53105 Bonn

Tel.: 030 22480 - 500
Fax: 030 22480 - 323
Mo bis Do: 9:00 - 15:00 Uhr
Fr: 9:00 - 12:00 Uhr

E-Mail: verbraucherservice-energie@bnetza.de