Kosten / Leistungen

Wie hoch sind die Kosten?

Es sind gesetzlich sogenannte jährliche Preisobergrenzen für Einbau und Betrieb vorgeschrieben, die der grundzuständige Messstellenbetreiber zwingend einhalten muss.
Diese sind jedoch je nach der Art der neuen Messeinrichtung unterschiedlich hoch!

Preisobergrenze für Einbau und Betrieb einer modernen Messeinrichtung

Maximal 20 Euro/Jahr darf Ihnen der Messstellenbetreiber unabhängig vom Jahresverbrauch für eine moderne Messeinrichtung in Rechnung stellen.

Preisobergrenzen bei Pflichteinbau

Fallen Sie in die Pflichteinbau-Kategorie (z.B. über 6.000 kWh Jahresverbrauch) müssen Sie mit Kosten von mindestens 100 Euro/Jahr rechnen.

Preisobergrenzen bei optionalem Einbau durch den Messstellenbetreiber

Entscheidet der grundzuständige Messstellenbetreiber, über den Pflichteinbau hinaus auch bei niedrigeren Jahresverbrauchsgruppen intelligente Messsysteme einzusetzen (Optionaler Einbau), sind die Kosten je nach Jahresverbrauch gestaffelt. Sie liegen dann zwischen 23 und 60 Euro pro Jahr.

Die Kosten für den Einbau und den Betrieb aller Messeinrichtungen trägt die Kundin/der Kunde bzw. Verbraucher*in oder Anlagenbetreiber*in.

Sonderfall: Für einen freiwilligen Einbau, den Sie selbst beauftragen, gelten die oben genannten Preisobergrenzen in der Regel NICHT.

Erhalte ich eine separate Rechnung vom Messstellenbetreiber?

Es kann durchaus sein, dass Sie eine separate Rechnung von Ihrem Messstellenbetreiber erhalten.

Bisher hatten Sie wahrscheinlich keine direkte Kommunikation mit Ihrem Messstellenbetreiber und haben auch keine Rechnung bekommen. Das liegt daran, dass bisher die Kosten für den Messstellenbetrieb in Ihrer Stromrechnung im Rahmen der Netzkosten abgerechnet wurden.

Wenn bei Ihnen allerdings eine moderne Messeinrichtung oder ein intelligentes Messsystem eingebaut wurde, ist das in Zukunft nicht mehr so einfach möglich.

Möglichkeit 1:
Die Kosten des Messstellenbetriebs können weiterhin über Ihre normale Energierechnung mitabgerechnet werden,

  • wenn sich Ihr Stromlieferant damit einverstanden erklärt

    und

  • die notwendigen Regelungen zum Messstellenbetrieb in Ihren Liefervertrag aufgenommen werden.

Möglichkeit 2:
Ist Ihr Lieferant nicht einverstanden, erhalten Sie eine separate Rechnung über die Kosten des Messstellenbetriebs von Ihrem Messstellenbetreiber.

Die Abrechnung beinhaltet Kostenpositionen wie

  • Einbau, Betrieb und Wartung der Messstelle
  • Messung
  • Datenübertragung

Bereits durch die Entnahme von Energie aus dem Netz (Anschalten des Lichtschalters) haben Sie in der Regel automatisch einen Vertrag mit dem Messstellenbetreiber geschlossen.

Gesetzliche Grundlage: § 9 MsbG

Welche Leistungen sind durch die Preisobergrenze abgedeckt?

Die Standardleistungen umfassen alle für die Nutzung eines intelligenten Messsystems erforderlichen Grundfunktionen, so dass Sie nicht auf Zusatzleistungen angewiesen sind.

Der grundzuständige Messstellenbetreiber darf für die Erbringung der Standardleistungen nicht mehr als die im Gesetz festgeschriebenen Preisobergrenzen abrechnen.

Für Zusatzleistungen gelten die Preisobergrenzen nicht und können gesondert in Rechnung gestellt werden. (§ 35 MsbG)

Für welche Leistungen darf der grundzuständige Messstellenbetreiber zusätzlich Geld verlangen?

Nur für sogenannte Zusatzleistungen. Das sind Leistungen, die über die Standardleistungen hinausgehen und von Ihnen als Anschlussnutzer*in beauftragt wurden.

Unter die Zusatzleistungen fallen:

  • das Bereitstellen von Strom- und Spannungswandlern,
  • die Nutzung des intelligenten Messsystems als Prepaid-System,
  • die Herstellung und die laufende Durchführung der Steuerung von Erzeugungsanlagen,
  • die Bereitstellung und der Betrieb von Mehrwertdiensten (außerhalb der Energieversorgung) und
  • sonstige Dienstleistungen in Ihrem Auftrag.

Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Es sind weitere Zusatzleistungen denkbar.

Wichtig: Für Zusatzleistungen gelten die Preisobergrenzen nicht.

Warum wird der Einbau der modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsysteme nicht über die Netzentgelte finanziert?

Bisher wurde der gesamte Messstellenbetrieb tatsächlich über die Netzentgelte abgerechnet und auf Ihrer Stromrechnung gesondert ausgewiesen. Jeder Netzbetreiber konnte diese Kosten individuell festlegen und über den Stromlieferanten den Kund*innen in Rechnung stellen.

Durch die Trennung von den Netzentgelten wird die Rolle des eigenständigen Messstellenbetreibers gestärkt und der Wettbewerb um Marktanteile angekurbelt.
Durch die Einführung der Preisobergrenzen, die sich an den zu erwartenden Kosten und Nutzen orientieren, werden die Kosten für den Messstellenbetrieb erstmals begrenzt.

Die Kosten und der Nutzen von intelligenten Messsystemen wurden in einer Kosten-Nutzen-Analyse im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ermittelt.

Wird eigenerzeugter Strom bei der Berechnung des Jahresverbrauchs berücksichtigt?

Für die Bemessung des Jahresstromverbrauchs ist sowohl der aus dem öffentlichen Netz bezogene als auch eigenerzeugte/-verbrauchte Strom maßgeblich. Dies gilt allerdings nur, wenn diese Erzeugungs- bzw. Verbrauchsmengen gemessen wurden.

Die Höhe des Jahresstromverbrauchs ist für die Einordnung notwendig, ob bei Ihnen ein Pflichteinbau vorgenommen wird.
Dies richtet sich entweder nach

  • der Anlagengröße (Erzeugungsanlage mit einer installierten Leistung über 7 kW)

    oder

  • dem Jahresstromverbrauch (über 6.000 kWh)


Muss ich den Strom bezahlen, den das intelligente Messsystem für seinen Betrieb verbraucht?

Nein.

Der Eigenverbrauch des intelligenten Messsystems wird nicht mitgezählt und darf daher nicht abgerechnet werden.

Wer trägt die Kosten für einen Zählerschrankumbau?

In den kommenden Jahren werden alle Verbraucher*innen mit sogenannten sogenannten modernen Messeinrichtungen oder intelligenten Messsystemen ausgestattet. Den dafür notwendigen Austausch der Zähler durch den zuständigen Messstellenbetreiber müssen Sie dulden. Festgelegt ist dies im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG).

Der zuständige Messstellenbetreiber kann für den Messstellenbetrieb bei Ihnen (als Letztverbraucher*in) Kosten geltend machen (Messentgelt). Das Messentgelt umfasst u.a. den Einbau, Betrieb und die Wartung der Messeinrichtung bzw. des Messsystems.

Die Kosten für einen notwendigen Austausch oder bauliche Veränderung des Zählerschranks (wie beispielweise eine Vergrößerung) sind nicht Teil des Messentgelts. Sie sind nicht von den Preisobergrenzen des MsbG umfasst und sind von der Anschlussnehmerin/vom Anschlussnehmer zusätzlich zu bezahlen. Dies entspricht der üblichen Aufteilung der Verantwortung der Niederspannungsanschlussverordnung (§ 22 Abs. 1 NAV), wonach Anschlussnehmer*innen für die Bereitstellung der Zählerplätze zuständig sind.