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Netzanschluss

Welche Kosten entstehen für den Netzanschluss?

Es gibt keinen Festbetrag für die Kosten zur Herstellung oder Änderung des Netzanschlusses an das Gas- oder Stromnetz. In jedem Fall müssen die Anschlusskosten und Baukosten vom Netzbetreiber getrennt errechnet und dem Anschlussnehmer im Detail ausgewiesen werden.

Anschlusskosten

Für die Herstellung des Netzanschlusses und bei Änderungen des Netzanschlusses (z.B. wegen einer Erweiterung der Kundenanlage durch den Anschlussnehmer) kann der Netzbetreiber vom Anschlussnehmer die Erstattung der bei wirtschaftlich effizienter Betriebsführung notwendigen Kosten verlangen.

Gesetzliche Grundlage: § 9 NAV bzw. § 9 NDAV

Baukosten

Der Netzbetreiber kann darüber hinaus einen angemessenen Baukostenzuschuss vom Anschlussnehmer verlangen, um die notwendigen Kosten für die Erstellung oder Verstärkung der örtlichen Verteileranlagen des Niederspannungs-/Niederdrucknetzes zu decken. Der Baukostenzuschuss darf allerdings maximal die Hälfte der Kosten betragen, die für die Erstellung oder Verstärkung des Netzes anfallen.

Strom-Hausanschluss
Ein Baukostenzuschuss darf bei Strom-Anschlüssen nur bei einer Leistungsanforderung von über 30 Kilowatt erhoben werden.
Daher ist der normale Strom-Hausanschluss in der Regel davon nicht betroffen.

Gas-Hausanschluss
Bei Gas-Anschlüssen kann in jedem Fall ein Baukostenzuschuss erhoben werden, weil es keine Grenze wie beim Stromanschluss gibt.

Weitere Informationen zum Baukostenzuschuss finden Sie hier.

Gesetzliche Grundlage: § 11 NAV bzw. § 11 NDAV

Welche Angaben muss der Netzanschlussvertrag enthalten?

Der Netzanschlussvertrag ist ein Vertrag zwischen dem Anschlussnehmer und dem Netzbetreiber. Er beinhaltet den Anschluss der elektrischen Anlage über den Netzanschluss und den Betrieb des Netzanschlusses.

Der Netzanschlussvertrag enthält u.a. die

  • Anschrift der Anschlussstelle
  • Bezeichnung des Zählers oder des Aufstellungsortes des Zählers
  • Angaben zum Netzbetreiber
  • Grundstücksbenutzung (Zutrittsrecht)
  • die vorzuhaltende Leistung des Netzanschlusses
Der Netzanschlussvertrag beinhaltet nicht die Belieferung mit Strom oder Gas. Dafür ist ein gesonderter Liefervertrag notwendig.

Meine Strom-/Gasversorgung soll gesperrt werden

Hier können Sie unser Hinweispapier Strom- oder Gassperre - was tun? (pdf / 97 KB) herunterladen. Es fasst die folgenden Informationen zusammen.

In der Grundversorgung

Sperren wegen nicht bezahlter Abschläge oder Rechnungen sind in der Grundversorgung nur erlaubt, wenn

  • Sie Ihre Rechnung/Ihren monatlichen Abschlag trotz Mahnung nicht bezahlt haben
  • der von Ihnen geschuldete Betrag bei der Strombelieferung über 100 Euro liegt; bei der Gasbelieferung gibt es keinen festgelegten Betrag, ab dem eine Sperrung möglich ist
  • Sie vorher über die drohende Sperre informiert wurden; das kann auch zusammen mit einer Mahnung erfolgen
  • zwischen der ersten schriftlichen Androhung der Sperre und der tatsächlichen Unterbrechung mindestens 4 Wochen liegen
  • Die Folgen der Unterbrechung nicht außer Verhältnis zum Zahlungsverzug stehen; eine Versorgungsunterbrechung bei Kleinkindern, Schwangeren und gesundheitlich eingeschränkten Personen im Haushalt könnte unverhältnismäßig sein
  • Sie 3 Tage vor der endgültigen Sperrung von Ihrem Lieferanten noch einmal über die anstehende Unterbrechung informiert wurden

Nicht gesperrt werden darf, wenn

  • Sie eine Rechnung schriftlich schlüssig beanstandet oder Preiserhöhungen widersprochen haben und weiterhin die alten Preise bezahlen

Außerhalb der Grundversorgung

Hier gelten die im Vertrag vereinbarten Regelungen (AGB). Die meisten Energielieferanten legen dort fest, dass sie bei Zahlungsverzug eine Sperrung vornehmen dürfen. Die Voraussetzungen für eine Sperre sind denen in der Grundversorgung (s.o.) ähnlich, können in einzelnen Punkten aber auch abweichen.

Spartenübergreifende Sperrungen sind grundsätzlich erlaubt. Wenn Sie bei einem Versorger also noch weitere Lieferverträge z.B. für Wasser oder Fernwärme haben, kann Ihnen bei Zahlungsverzug auch eine andere Belieferung (z.B. Strom) gesperrt werden.

Mahnung oder Sperrandrohung erhalten - Was tun?

Sobald Sie eine Mahnung erhalten haben oder die konkrete Sperre in Kürze ansteht, sollten Sie

  1. prüfen, ob Ihr Dauerauftrag richtig ist und ausgeführt wurde oder ein anderer Fehler bei der Bezahlung aufgetreten ist
  2. wenn möglich, den geschuldeten Betrag überweisen oder anders begleichen (wahren Sie immer die Belege auf!)
  3. bei einem finanziellen Engpass versuchen, mit dem Lieferanten eine Ratenzahlung zu vereinbaren
  4. sich Hilfe bei der Verbraucherzentrale oder den Sozialleistungsträgern suchen
  5. in strittigen Fällen die Schlichtungsstelle Energie einschalten

Sperrung bereits erfolgt

Wenn die Sperrung bereits eingetreten ist, müssen Sie

  • zuerst alle offenen Rechnungen bezahlen, damit die Anschluss-Sperrung wieder aufgehoben wird
  • auch die Kosten für die Durchführung der Sperrung und der Entsperrung tragen

Balkon PV-Anlagen

Inzwischen ist es erlaubt, unter bestimmten technischen Voraussetzungen eine steckerfertige PV-Anlage (Balkonanlage) im deutschen Stromnetz zu betreiben.

Diese Anlagen werden direkt an eine Steckdose des eigenen Haus- oder Wohnungsstromkreises angeschlossen und bestehen aus

  • einem oder wenigen PV-Modulen (Standardmodule haben eine Nennleistung von 300 Watt)

    und

  • einem Wechselrichter, der den so produzierten Gleichstrom in den im Haushalt nutzbaren Wechselstrom umwandelt.

Spezielle Steckdose notwendig

Es muss eine spezielle Energiesteckdose vorhanden sein, denn die haushaltsüblichen Schutzkontaktsteckdosen (Schuko-Steckdosen) sind für diesen Einsatz nicht zugelassen. Die Vorgaben für diese Steckdose finden Sie in DIN VDE V 0100-551-1. Mit dieser Norm aus dem Jahr 2018 wurde es rechtlich möglich, PV-Anlagen auch in einen bereits vorhanden Endstromkreis einzubinden.

Diese spezielle Steckdose muss von einer Elektrofachkraft installiert werden. Dabei wird gleichzeitig geprüft, ob die Leitung für die Einspeisung ausreichend dimensioniert ist. Weitere Informationen stellt der VDE auf seiner Internetseite zur Verfügung.

Zähleraustausch erforderlich

Einfache Ferrariszähler und moderne Messeinrichtungen reichen nicht aus, denn es besteht die Gefahr, dass der Zähler dann „rückwärts“ läuft. Durch eine solche Manipulation würde der eigentliche Verbrauch gesenkt.

Ihr Netzbetreiber/Messstellenbetreiber wird daher den Zähler austauschen. Die Kosten für den neuen Zähler müssen Sie in vielen Fällen selber tragen.

Wer darf den Anschluss vornehmen?

PV-Anlagen - egal welcher Größe - müssen eigentlich von einem Elektro-Fachbetrieb angeschlossen werden.

Bis zu einer Leistung von 600 Watt und bei Vorhandensein der speziellen Steckdose und des Zählers wurde diese Vorschrift mittlerweile jedoch geändert, so dass auch Verbraucher die Anlage selber anschließen und beim Netzbetreiber anmelden können. Dafür stellen die Netzbetreiber teilweise eigene Formulare zur Verfügung.

Meldepflichten

Melden Sie die Anlage bei Ihrem Netzbetreiber und dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur an.
Die Anmeldung einer Erzeugungsanlage erfolgt nach den Vorgaben des zuständigen Netzbetreibers.

Wichtige Hinweise:

  • Wie für andere PV-Anlagen gelten alle Rechte und Pflichten des EEG. Meistens wird es sich um reinen Strom-Eigenverbrauch handeln. Ausführliche Informationen finden Sie hier.
  • Beachten Sie die VDE Normen V 0628-1, 0100-551 und 0100-551-1, sowie die Anwendungsregel AR-N 4105
  • Bei der Abbringung einer Balkonanlage ist auf eine sichere Befestigung zu achten, die auch bei starkem Wind einen sicheren Halt bietet.
  • Sollten Sie Mieter oder Teil einer Wohnungseigentumsgesellschaft sein, benötigen Sie die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergesellschaft.
  • Auf keinen Fall dürfen Doppelsteckdosen zum Anschluss mehrerer Anlagen verwendet werden.

Trennung zwischen Netzanschluss und Energielieferung

Wegen der gesetzlich geforderten Trennung von Netzbetrieb und Energievertrieb/-lieferung (Stichwort: Entflechtung) wurden auch die Regelungen für den Netzanschluss von denen für die Energielieferung getrennt.

2006 traten daher u.a. diese Verordnungen in Kraft:

  • Netzanschluss: Niederspannungs- (NAV) und Niederdruckanschlussverordnung (NDAV)
  • Energiebelieferung in der Grund- und Ersatzversorgung: Strom- (StromGVV) und Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV)

Diese Verordnungen lösten die seit 1979 geltenden Verordnungen über die "Allgemeinen Bedingungen für die Elektrizitäts- und Gasversorgung von Tarifkunden" (AVBEltV, AVBGasV) ab.