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Umstellung von L- auf H-Gas (Marktraumumstellung)

Ein Serviceheft mit den wichtigsten Informationen können Sie hier herunterladen:

Umstellung von L- auf H-Gas (pdf / 568 KB)

Hintergrund

Sie fragen sich, warum eine Gasumstellung überhaupt erfolgen muss oder ob Sie persönlich betroffen sind.
Hier finden Sie Antworten auf folgende Fragen:

Was ist die Marktraumumstellung?

Umstellung bedeutet in diesem Zusammenhang den Wechsel des transportierten Erdgases in einem Netzgebiet - hier von Erdgas der Gruppe L auf Erdgas der Gruppe H. Damit ändert sich in dem Netzgebiet die Gasbeschaffenheit.

Es ist notwendig, das Netz und die Gasverbrauchsgeräte in allen betroffenen Haushalten und im Gewerbe- und Industriesektor nach und nach umzustellen bzw. anzupassen, um die Versorgung mit Erdgas auch in den Gebieten sicherzustellen, die aktuell noch L-Gas erhalten.

In Deutschland gibt es verschiedene Erdgasarten:

L-Gas (Low calorific gas) hat einen geringeren Methangehalt und damit einen geringeren Brennwert beziehungsweise Energiegehalt als H-Gas (High calorific gas). Die Gasart und damit der Brennwert sind je nach Herkunft des Gases unterschiedlich. Wegen des unterschiedlichen Brennwerts müssen die beiden Gasarten in getrennten Gasnetzen transportiert werden. Etwa ein Viertel der deutschen Haushaltskunden wird derzeit mit L-Gas versorgt.

Das L-Gas stammt aus deutschen und niederländischen Vorkommen. Das niederländische L-Gas wird über Transportnetze nach Deutschland importiert. Die Förderung aus den deutschen und niederländischen Quellen geht jedoch zurück.

Nach aktuellem Stand soll ab dem 1. Oktober 2029 kein niederländisches L-Gas mehr nach Deutschland fließen.
Wegen des Rückgangs der heimischen L-Gas-Produktion und des L-Gas-Importes aus den Niederlanden müssen in den Netzgebieten, in denen zur Zeit L-Gas verbraucht wird, die Netze umgestellt und alle angeschlossenen Gasverbrauchsgeräte schrittweise und möglichst frühzeitig an die Versorgung mit hochkalorischem H-Gas angepasst werden.
Die Größenordnung der umzustellenden Gasgeräte pro Jahr verdeutlicht die Grafik.

Weitere Informationen finden Sie auch im aktuellen Netzentwicklungsplan bzw. Umsetzungsbericht der Fernleitungsnetzbetreiber.

Warum ist die Marktraumumstellung notwendig?

Zur Zeit gibt es in Deutschland zwei verschiedene Erdgassorten, die sich im Brennwert unterscheiden und in getrennten Netzen transportiert werden.

Etwa ein Viertel der deutschen Haushaltskunden wird derzeit mit L-Gas versorgt. Dieses Gas stammt aus deutschen und niederländischen Vorkommen. Die Förderung aus den deutschen und niederländischen Quellen geht jedoch zurück. Nach aktuellem Stand soll ab dem 1. Oktober 2029 gar kein niederländisches Gas mehr nach Deutschland fließen.

Wegen des Rückgangs der heimischen L-Gas-Produktion und des Importes aus den Niederlanden müssen daher in diesen Gebieten die Netze umgestellt und alle angeschlossenen Gasverbrauchsgeräte an die Versorgung mit hochkalorischem H-Gas angepasst werden.

L-Gas (Low calorific gas) hat einen geringeren Methangehalt und damit einen geringeren Brennwert bzw. Energiegehalt.

H-Gas (High calorific gas) stammt überwiegend aus Norwegen, Russland und Großbritannien.

Bin ich von der Marktraumumstellung betroffen?

Betroffen sind alle L-Gas-Kunden in den L-Gas-Gebieten, die hauptsächlich im Nordwesten Deutschlands liegen.

Die L-Gas-Netze sind historisch in der Nähe zu den deutschen L-Gas-Vorkommen und entlang der niederländischen Importleitungen entstanden.

Betroffen sind deswegen die Bundesländer

  • Bremen,
  • Niedersachsen,
  • Nordrhein-Westfalen (nicht flächendeckend),
  • Sachsen-Anhalt (teilweise),
  • Rheinland-Pfalz (teilweise) und
  • Hessen (teilweise)

Ob Sie persönlich von der Marktraumumstellung betroffen sind, können Sie bei Ihrem lokalen Netzbetreiber erfragen.

L-Gas Gebiete in Deutschland© Bundesnetzagentur

Wer ist für die Organisation und Abwicklung der Umstellung zuständig?

Für die Organisation der Anpassung der Gasgeräte im Rahmen der Marktraumumstellung ist der jeweilige Ausspeise- oder Verteil-Netzbetreiber verantwortlich. Dieser wird Sie über alle notwendigen Schritte informieren.

Ihr Gaslieferant, von dem Sie als Haushaltskunde das Gas beziehen, hat mit der Marktraumumstellung selbst nichts zu tun.

Wer ist der örtliche Gasnetzbetreiber?

Diese Angabe finden Sie auf Ihrer Gasrechnung.

Wenn der Name Ihres Netzbetreibers nicht auf Ihrer Gasrechnung angegeben ist, können Sie den Netzbetreibernamen durch Eingabe der Codenummer unter folgendem Link ermitteln: codevergabe.dvgw-sc.de/

Gas-Lieferanten müssen auf ihren Rechnungen für Energielieferungen an Letztverbraucher immer die Codenummer des Netzbetreibers angeben. Bei der Codenummer des Netzbetreibers handelt es sich um eine 13-stellige Nummer zur Identifizierung des Netzbetreibers. Die Vergabe der Codenummern für Gasnetzbetreiber erfolgt durch den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW).

Gesetzliche Grundlage ist § 40 Abs. 2 Nr. 3 Energiewirtschaftsgesetz.

Ablauf

Wir haben eine Karte mit den Gebieten erstellt, die in den kommenden fünf Jahren umgestellt werden. Wie die Gasumstellung allgemein und speziell bei Ihnen Zuhause abläuft, erfahren Sie ebenfalls hier.

Wann erfolgt die Umstellung in meinem Wohnort?

Wann genau Ihre Gemeinde oder Stadtteil umgestellt wird, teilt Ihnen der örtliche Gasnetzbetreiber rechtzeitig mit.

Bitte beachten Sie: Meistens wird nicht die ganze Gemeinde/Stadt auf einmal umgestellt. Dies ist abhängig von der Netzstruktur und der Gemeindegröße.

Die Umstellung auf H-Gas dauert insgesamt bis 2030. Für Ihre Orientierung haben wir zunächst einmal die in den kommenden 5 Jahren anstehenden Umstellungsgebiete auf der Karte farblich gekennzeichnet.

Aktuell von der Marktraumumstellung betroffene Gebiete Aktuell von der Marktraumumstellung betroffene Gebiete© Bundesnetzagentur

Was muss in meinem Haushalt gemacht werden?

Die Anpassung erfolgt in drei Schritten:

  1. Zunächst muss der Gasgerätebestand in Ihrem Haushalt von Fachleuten vor Ort aufgenommen werden.
    Der Bestand umfasst beispielsweise Gasthermen und Heizkessel, gasbetriebene Herde und Kocher, Gasbrenner, Gasöfen, Gaskamine und alle anderen Geräte, die mit Gas betrieben werden.
    Zur Erfassung Ihrer Gasgeräte wird eine von Ihrem Netzbetreiber beauftragte Fachfirma einen Termin mit Ihnen vereinbaren.
  2. Danach findet die konkrete Anpassungsmaßnahme statt. Dazu wird die beauftragte Firma einen weiteren Termin zur Geräteumrüstung mit Ihnen vereinbaren.
  3. Als letzter Schritt wird eine Qualitätssicherung durchgeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass die angepassten Geräte problemlos mit H-Gas betrieben werden können.
    Die Qualitätssicherung wird stichprobenartig bei 10 Prozent der Geräte vorgenommen. Es ist also möglich, dass bei Ihnen eine Überprüfung stattfindet.

Bitte beachten Sie:
Gasgeräte, die nicht an die neue Gasbeschaffenheit angepasst sind, sollten nach der Umstellung auf H-Gas nicht weiter genutzt werden.

Wie läuft die Umstellung ab?

Der zuständige Fernleitungsnetzbetreiber informiert Ihren lokalen Netzbetreiber mit ca. drei Jahren Vorlauf über die anstehende Umstellung. Der Umstellungszeitplan ist im Netzentwicklungsplan Gas festgelegt.

Die Betreiber der Gasversorgungsnetze vor Ort müssen den jeweiligen technischen Umstellungstermin in ihrem Gebiet zwei Jahre vor dem Start auf ihrer Internetseite veröffentlichen und die betroffenen Anschlussnehmer entsprechend schriftlich informieren. Ein Hinweis auf den Kostenerstattungsanspruch von 100 Euro für ein Neugerät, das den Bedingungen von § 19a Abs. 3 entspricht, ist diesem Schreiben beizufügen.

Zeitlicher Ablauf der Umstellung

Ablauf der Umstellung Wie läuft die Umstellung ab?

Erster Schritt: Bestandsaufnahme aller angeschlossenen Gasgeräte

Die Bestandsaufnahme erfolgt in der Regel ein Jahr vor Beginn der tatsächlichen Gas-Umstellung.

Im Rahmen dieser Bestandsaufnahme kommen Mitarbeiter des Netzbetreibers oder eines beauftragten Dienstleisters zu Ihnen nach Hause. Sie dokumentieren alle in Ihrem Haushalt angeschlossenen Gasgeräte. Die Erfassung dauert im Regelfall nur wenige Minuten.

Der Netzbetreiber nimmt für diesen Termin frühzeitig mit Ihnen Kontakt auf.

Im Einzelfall kann es sein, dass noch einmal ein vom Netzbetreiber beauftragtes Unternehmen zu Ihnen nach Hause kommt, um die Bestandsaufnahme zu überprüfen. Dies soll  Fehler bei der Bestandsaufnahme vermeiden.

Zweiter Schritt: Technische Anpassung der Geräte

In der Regel findet etwa ein Jahr nach der Bestandsaufnahme die Anpassung aller Gasgeräte statt.

Um die Gasgeräte anzupassen, schickt der Netzbetreiber spezialisierte Monteure, die ggf. die entsprechenden Austauschteile für Ihre Gasgeräte mitbringen und einbauen. Die Montage ist normalerweise nicht zeitaufwendig und inzwischen geübte Praxis.

Die Anpassung erfolgt für alle Gasgeräte eines bestimmten Bezirkes in einem engen Zeitfenster, weshalb die Einhaltung des Termins sehr wichtig ist.

Dritter Schritt: Stichprobenartige Qualitätskontrolle

Um die Qualität der Arbeit der Monteure zu kontrollieren, werden stichprobenartig mindestens 10 % der Gasgeräte ausgewählt. Wenn Ihr Haushalt betroffen ist, wird der Netzbetreiber Ihnen einen weiteren Termin mitteilen.

Wird die Gasversorgung für die Umstellung unterbrochen?

Nein.

Grundsätzlich ist Ihre Versorgung mit Gas jederzeit gesichert und es wird zu keinen unangekündigten Versorgungsunterbrechungen kommen.

Die Umstellung erfolgt entlang einzelner Leitungsstränge Ihres örtlichen Erdgasnetzes. Die Gasgeräte aller an dieser Leitung angeschlossenen Kunden werden nahezu gleichzeitig angepasst.
Nach der Umstellung der Gasgeräte wird die Leitung mit H-Gas befüllt und Sie können Ihre Geräte normal weiter nutzen.

Muss ich den beauftragten Monteuren den Zutritt zu meiner Wohnung/meinem Haus ermöglichen?

Ja.

Als Mieter (Anschlussnutzer) oder Eigentümer (Anschlussnehmer und/oder Anschlussnutzer) müssen Sie den vom Netzbetreiber beauftragten Firmen, also den Geräteerfassern und Monteuren, Zutritt zum Grundstück und der Wohnung / dem Haus gewähren, wo sich anzupassende Gasgeräte befinden.
Bitte beachten Sie: Dieses Betretungsrecht kann notfalls gerichtlich durchgesetzt werden.

Das Zutrittsrecht und die Ausweispflicht sind im § 19a Abs. 4 EnWG festgeschrieben.

Ohne vorherige schriftliche Benachrichtigung (per Brief oder Aushang) kommt keine Firma unangekündigt zu Ihnen.
Die Benachrichtigung erfolgt spätestens 3 Wochen vor dem Termin.
Wenn Sie den Termin nicht wahrnehmen können, teilen Sie dies möglichst umgehend dem Netzbetreiber mit. Dieser wird Ihnen dann einen Ersatztermin nennen.

Der Beauftragte oder Mitarbeiter des Netzbetreibers muss sich entsprechend ausweisen können.
Sollten Sie jedoch Zweifel an der Identität eines Monteurs haben, können Sie immer Ihren Netzbetreiber kontaktieren.

Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) wird in diesem Fall eingeschränkt.

Kann der Netzbetreiber meinen Gasanschluss sperren lassen?

Ja, in den folgenden Fällen ist der Netzbetreiber berechtigt, ihren Anschluss zu sperren:

  • Wenn Sie dem Netzbetreiber den Zutritt verweigern oder
  • die Umstellung aus Gründen, die Sie als Kunde zu verantworten haben, nicht durchgeführt werden kann (etwa weil Sie den Netzbetreiber daran hindern, das Gerät umzustellen).

Eine Sperrung ist gerechtfertigt, weil bei nicht umgestellten Geräten ab dem Zeitpunkt der Lieferung der neuen Gasqualität eine Gefahr für Leib und Leben bestehen kann.
Die mit der Sperrung verbundenen Kosten müssen Sie als Kunde tragen.

Bei der Aufhebung der Unterbrechung des Anschlusses und der Anschlussnutzung ist § 24 Abs. 5 der Niederdruckanschlussverordnung anzuwenden.

Geräte

Sie wollen wissen, welche Gas-Geräte betroffen sind und welche technischen Arbeitsschritte am Gerät notwendig sind. Die Antworten finden Sie hier.

Welche Gasgeräte sind betroffen?

Alle Geräte, die direkt an eine Gasleitung angeschlossen sind.

Das kann vom Gasherd in der privaten Küche bis hin zur gasbetriebenen Industrieanlage gehen.

In Ihrem Haushalt können zum Beispiel betroffen sein:

  • Gasthermen
  • Gasherde
  • Brennwert- oder andere Heizkessel
  • Gasöfen oder -kamine

Kann sich mein modernes Gasgerät nicht selbst anpassen?

Es gibt wenige Geräte, die sowohl L-Gas als auch H-Gas verbrennen können.

Ob sich solch ein Gerät in Ihrem Haushalt befindet, wird bei der Geräteerfassung festgestellt und Sie werden dann vom Netzbetreiber über den weiteren Ablauf informiert.

Kann der Anpassungs-Monteur gleichzeitig eine Wartung meines Geräts vornehmen?

Nein, das ist in der Regel nicht möglich.

Das spezialisierte Anpassungsunternehmen und die Qualitätsprüfer sind nicht für solche zusätzlichen Arbeiten zuständig. Für die Wartung Ihres Gasgeräts müssen Sie selbst einen Installateur beauftragen.

Wie läuft die Geräteanpassung technisch ab?

Der Monteur

  1. ermittelt die "Geräte-Identität" (Name, Herstellerfirma, Herstellungsjahr),
  2. stellt fest, ob er die für dieses Gerät notwendigen Ersatzteile, die Anpassungsanweisung und die Werkzeuge dabei hat
  3. prüft, ob das Gerät in einem ordnungsgemäßen, mangelfreien Zustand ist und die baulichen Gegebenheiten den technischen Vorschriften entsprechen.
  4. führt die Anpassung durch
  5. prüft und dokumentiert die Dichtheit
  6. nimmt das Gerät wieder in Betrieb
  7. prüft die korrekte Einstellung durch Abgasmessung
  8. dokumentiert die Abgasmessung (dies ist der gleiche Vorgang, den auch der Schornsteinfeger bei seinen regelmäßigen Überprüfungen durchführt)
  9. kennzeichnet das Gerät als "angepasst"

Das Gerät wird

  1. abgeschaltet und die Gaszufuhr geschlossen
  2. geöffnet (nach einer eventuell notwendigen Abkühlzeit) und angepasst (ggf. die entsprechenden Gasdüsen gewechselt). Diese Gasdüsen befinden sich je nach Gerätetyp in der Gaszuleitung oder, als sogenannte Injektordüsen, vor dem Brenner oder direkt im Verbrennungsraum. Bei manchen Geräten sind zusätzliche Einstellungen in der Geräteregelung vorzunehmen, bei anderen an den Reglern der Gaszufuhr.
  3. geschlossen
  4. an allen vorher geöffneten gasführenden Teilen auf Dichtheit überprüft
  5. wieder in Betrieb genommen und die Abgase gemessen
  6. als "angepasst" gekennzeichnet

Der Aufwand der Anpassung ist abhängig vom Gerätetyp. Die Art des Gerätes hat z.B. auch Einfluss auf die Anzahl der zu wechselnden Düsen und der einzustellenden Regelarmaturen.

Der Zeitpunkt der Anpassung hängt ebenfalls vom Gerätetyp ab und geht aus den Anpassungsanweisungen der Hersteller hervor.

Grundsätzlich können viele Geräte vor dem Schaltzeitpunkt – dem Zeitpunkt, ab dem erstmals H-Gas in das Versorgungsnetz eingespeist wird – angepasst werden. Andere müssen sehr zeitnah zum Schaltzeitpunkt (direkt davor oder danach) angepasst werden. Gerade bei diesen Geräten sollten Sie daher die mit Ihnen vereinbarten Termine unbedingt einhalten.

Nur wenige, sogenannte gasadaptive Gasverbrauchsgeräte, können sowohl mit L-Gas als auch H-Gas betrieben werden. Bei diesen Geräten muss keine Anpassung vorgenommen werden. Allerdings sollte trotzdem eine Nachmessung nach dem Schalttermin erfolgen.

Tipp: Bewahren Sie Austauschdüsen Ihrer Gasgeräte gut auf!

Bei einem Neueinbau werden oft bereits Austauschdüsen mitgeliefert, die Sie für die Gasumstellung brauchen könnten.

Kosten

Welche Kosten sind allgemein und für Sie persönlich mit der Gasumstellung verbunden? Mehr dazu an dieser Stelle.

Was kostet mich die Umrüstung der Gasgeräte?

Grundsätzlich fallen für Sie durch die Umrüstung der Gasgeräte keine Kosten an.

Die anfallenden Kosten für die Erfassung und Umrüstung der Geräte trägt zunächst der Netzbetreiber. Es dürfen Ihnen also keine Arbeitsstunden in Rechnung gestellt werden und Sie müssen keine Austauschteile - wie zum Beispiel Brennerdüsen - bezahlen.

Die Kosten der gesamten Marktraumumstellung werden über die MRU-Umlage solidarisiert. Diese Kosten werden ab 2017 bundesweit umgelegt und zusätzlich zum Netzentgelt erhoben.

Die gesetzliche Grundlage für diese Umlage findet sich in § 19a EnWG.

Kostet H-Gas mehr als L-Gas?

H-Gas kostet zwar mehr als L-Gas, aber für denselben Heizeffekt benötigen Sie weniger H-Gas. Das liegt daran, dass H-Gas einen höheren Energiegehalt als L-Gas hat.

Als Gas-Kunde bezahlen Sie nicht das Volumen des Erdgases, das Sie verbrauchen, sondern die darin enthaltene Energiemenge.

Wie wird in der Umstellungsphase abgelesen und abgerechnet?

Direkt nach der Umstellung des Netzgebiets auf H-Gas kann eine Zwischenablesung Ihres Zählerstands durchgeführt werden.

Das ist aber nicht zwingend nötig, weil sich zwar der Brennwert des Gases ändert (von rund 9,8 kWh/m3 auf ungefähr 11,0 kWh/m3), diese Umrechnung aber schon in Ihrer Verbrauchsabrechnung vorgenommen wird.

Was und wofür ist die Marktraum-Umstellungsumlage?

Mit dieser Umlage wird die bundesweite Wälzung der Kosten geregelt, die bei der Umstellung von L-Gas auf H-Gas bei den Netzbetreibern anfallen. Sie wurde zum 1. Januar 2015 eingeführt.

Die beiden Marktgebiete Gaspool und Netconnect Germany (NCG) erhalten ab 2017 eine einheitliche Umlage. Das soll der ungleichen Belastung durch die unterschiedlichen Umstellungszeiträume und -gebiete entgegenwirken.

Der Wälzungsbetrag für die Marktraumumstellung wird zusätzlich zu den Netzentgelten erhoben an den Ausspeisepunkten zu

  • direkt angeschlossenen Letztverbrauchern,
  • nachgelagerten Netzbetreibern,
  • Speichern und
  • an Ausspeisestellen an Grenzübergangs- und Marktgebietsübergangspunkten.

Bekomme ich eine Erstattung, wenn ich mein Gasgerät austauschen lasse?

Wenn Sie als Eigentümer einer Kundenanlage oder eines Verbrauchsgeräts wegen der anstehenden Gasumstellung in Ihrem Netzgebiet ein Neugerät installieren, das im Rahmen der Umstellung nicht mehr angepasst werden muss, haben Sie gegenüber dem Netzbetreiber, an dessen Netz die Kundenanlage oder das Verbrauchsgerät angeschlossen ist, einen Kostenerstattungsanspruch.

Der Erstattungsanspruch beträgt 100 Euro für jedes Neugerät*.

Bedingungen sind:

  • Die Installation des Neugeräts erfolgt NACH der Veröffentlichung des technischen Umstellungstermins durch den Netzbetreiber und VOR der Anpassung des vorhandenen Verbrauchsgeräts auf die neue Gasqualität im jeweiligen Netzgebiet
  • Der Eigentümer muss gegenüber dem Netzbetreiber die ordnungsgemäße Verwendung des Altgeräts und die Anschaffung des Neugeräts nachweisen.

Gasversorgungsnetzbetreiber müssen den jeweiligen technischen Umstellungstermin zwei Jahre vorher auf ihrer Internetseite veröffentlichen und die betroffenen Anschlussnehmer entsprechend schriftlich informieren. Dies beinhaltet auch den Hinweis auf den Kostenerstattungsanspruch für Neugeräte.

* Dies gilt für alle mit Gas betriebenen Verbrauchsgeräte (Heizung, Boiler, Herde usw.)

Bekomme ich einen Zuschuss, wenn mein Gasgerät nicht umgerüstet werden kann?

Sollte Ihr Gasgerät nicht mehr anpassungsfähig sein, wird Ihnen dies nach der Geräteerhebung vom Netzbetreiber mitgeteilt.

Für Mieter gilt:

Ihr Vermieter als Anlagenbetreiber muss dann einen Austausch des Geräts veranlassen.

Für Wohnungs- oder Hauseigentümer bzw. Eigentümer des betroffenen Geräts gilt:

Als Wohnungs- oder Hauseigentümer müssen Sie sich um den Austausch des Gasgeräts selbst kümmern. Das bedeutet, Sie müssen den Gerätetausch bei einem Installateur Ihrer Wahl selber beauftragen.

Sie können einen Zuschuss von 100 Euro zu bestimmten Neu-Geräten von Ihrem Netzbetreiber erhalten. Antragsformulare dazu finden Sie entweder auf der Internetseite Ihres Netzbetreibers oder Sie fordern eines beim Netzbetreiber an. (§ 19a Absatz 3 Satz 4, 5 und 8)

Darüber hinaus können Sie durch die am 30. Juni 2017 veröffentlichte Gasverbrauchsgerätekostenerstattungsverordnung rückwirkend zum 1. Januar 2017 einen zusätzlichen Anspruch auf Erstattung beim Geräteaustausch geltend machen. Auch diese Erstattung müssen Sie bei Ihrem Netzbetreiber schriftlich beantragen. Formulare dafür bekommen Sie bei Ihrem Netzbetreiber.

Es kommt darauf an, dass Sie

Gerät (lt. Typenschild)Erstattungsbetrag
jünger als 10 Jahre500 Euro
10 - 20 Jahre250 Euro
20 - 25 Jahre100 Euro
über 25 Jahrekeine Erstattung möglich

* Wortlaut in der Verordnung: "nur Gasgeräte zum primären Zweck der zentralen oder dezentralen Beheizung von Räumen in der häuslichen oder vergleichbaren Nutzung."

ACHTUNG: Nicht angepasste Gasgeräte können nach der Umstellung auf H-Gas beschädigt werden. Für eine Beschädigung eines solchen Gasgerätes durch den Betrieb mit H-Gas müssten Sie gegebenenfalls selbst aufkommen, wenn die Beschädigung nicht auf den Anpassungsprozess zurückzuführen ist.

Links zu den Internetseiten der betroffenen Gasnetzbetreiber

Ausführliche Informationen zum Umstellungszeitpunkt, den betroffenen Gemeinden und Stadtteilen und den Erdgasbüros vor Ort finden Sie auf den Internetseiten Ihres Netzbetreibers, die hier aufgelistet sind.

Unsere Karte zeigt Ihnen die Gebiete, die in den kommenden Jahren auf H-Gas umgestellt werden.

Netzbetreiber, die im Jahr 2017 umgestellt haben

Netzbetreiber (Link auf die Internetseite zur Gasumstellung)
Avacon

Homepage mit Umstellungsdaten für individuelle Zählpunkte und Straßen

Walsrode, Fallingbostel, Nienburg, Eystrup, Gandesbergen, Hassel (Weser) und Hämelhausen

WESTNETZ
Gemeinde Hilter (2017), Bohmte (2018), Ostercappeln (2018)
Stadtwerke Nienburg/Weser
Gasversorgung Grafschaft Hoya
Bücken, Hilgermissen, Hoya, Hoyerhagen, Schweringen, Warpe
Wesernetz

Bremen - Mahndorf, Arbergen und Osterholz

mit Videos in Deutsch, Englisch, Türkisch, Polnisch, Russisch, Französisch und Arabisch

Stadtnetze Neustadt am Rübenberge
Stadtwerke Achim
Stadtwerke Rees
Gelsenwasser Energienetze
Isselburg, Landesbergen-Brokeloh

Hier finden Sie laufend aktualisiert weitere Links zu Internetseiten der Netzbetreiber, die ab 2018 umstellen

Netzbetreiber
Avacon

2018: Regionen Burgwedel und Isernhagen

2019-2021: Regionen Helmstedt, Peine, Salzgitter und Wolfenbüttel

Danach: weitere Umstellungsgebiete südlich der Städte Braunschweig, Peine und Hannover

Wesernetz2018 - 2021 Bremen - weitere Stadtteile
mit Videos in Deutsch, Englisch, Türkisch, Polnisch, Russisch, Französisch und Arabisch
Stadtwerke Peine2018
Gemeindewerke Peiner LandGeräteerfassung seit April 2017
Celle-Uelzen Netz2018
LSW Wolfsburg2018
Osterholzer Stadtwerke

April/Mai 2018 Lilienthal
2020 Ritterhude

2021 Osterholz-Scharmbeck

WESTNETZ

2018 Bohmte, Ostercappeln

2019 Borgholzhausen, Werther, Belm, Melle, Bissendorf

2020 Ibbenbüren, Hörstel, Hopsten, Recke, Mettingen, Westerkappeln, Lotte

Stadtwerke Wolfenbüttel2018 - 2019
EWE NETZ2018 - 2027
Start: 3. Quartal 2018 Landkreis Rotenburg (Wümme)
Stadtwerke Osnabrück2019
Stadtwerke Marburg2019
OberhessenGasNetz2019
Stadtwerke Friedberg2019
WESTNETZ 2019 Gemeinden Bissendorf, Melle, Dissen, Werther, Borgholzhausen, Belm
Stadtwerke Bad Nauheim2019 - 2021
TWO Technische Werke Osning (Halle/Westf.)März 2019
Burgdorf NetzMärz 2019
EVB ButzbachJuni 2019
Mittelhessen Netz
Herbst 2019 Staufenberg
Energienetz Mitte (Kassel)2019 - 2020
BS Netz
2019 - 2021 Braunschweig
RNG Rheinische NETZGesellschaft
2020 - 2029
Stadtwerkegruppe Delmenhorst2020
Stadtwerke Lengerich Verteilungsnetzgesellschaft2020
Energienetze Mittelrhein
ab 2021 Mittelrhein und Westerwald
BHAG
ab 2021 Bad Honnef
Stadtwerke Willichab 2021
Stadtwerke Meerbuschab 2021
Stadtwerke TroisdorfApril 2021
NEW2021 (Grevenbroich) - 2028
Enervie Vernetztab 2022 Kierspe, Lüdenscheid, Altena, Schalksmühle
SVB Siegener Versorgungsbetriebe2022 Siegen und Netphen
Stadtwerke Hemer, Iserlohn, Menden und Schwerte (ARGE Sauerland)2023 http://www.stadtwerke-menden.de/de/Das-Unternehmen/Presse/Pressemeldungen/Pressemeldungen-2018/Lokale-Stadtwerke-gruenden-Arbeitsgemeinschaft-ARGE-Sauerland-fuer-die-Erdgasumstellung-in-2023.html
Stadtwerke Emdenab 2023
Bonn Netzab 2023
Stadtwerke Detmoldab 2025
Stadtwerke Versmoldab 2025
Stadtwerke Vlothoab 2025
NGL Netzgesellschaft Lübbeckeab 2025 Lübbecke, Preußisch Oldendorf und Rahden
Westfalen Weser Netz (Paderborn)2025, 2029, 2030 / 2031
Bad Nenndorf, Teile von Lindhorst und Rodenberg, Minden, Hessisch Oldendorf, Extertal, Coppenbrügge, Aerzen, Salzhemmendorf, Emmerthal, Bodenwerder-Polle, Lage, Lügde, Delligsen, Bevern, Teile von Eschershausen-Stadtoldendorf und Kreis Paderborn
Stadtwerke Bielefeldab 2026
Stadtwerke Wernigerode
Netzgesellschaft Ahlenab 2026
Stadtwerke Bad Pyrmont
Stadtwerke Bad Salzuflen
Münster Netz2026 - 2029

Rechtliches

Welche Rechte hat der Netzbetreiber und in welchem Paragrafen findet man die gesetzliche Grundlage zur Marktraumumstellung? Weitere Informationen dazu hier.

Muss ich den beauftragten Monteuren den Zutritt zu meiner Wohnung/meinem Haus ermöglichen?

Ja.

Als Mieter (Anschlussnutzer) oder Eigentümer (Anschlussnehmer und/oder Anschlussnutzer) müssen Sie den vom Netzbetreiber beauftragten Firmen, also den Geräteerfassern und Monteuren, Zutritt zum Grundstück und der Wohnung / dem Haus gewähren, wo sich anzupassende Gasgeräte befinden.
Bitte beachten Sie: Dieses Betretungsrecht kann notfalls gerichtlich durchgesetzt werden.

Das Zutrittsrecht und die Ausweispflicht sind im § 19a Abs. 4 EnWG festgeschrieben.

Ohne vorherige schriftliche Benachrichtigung (per Brief oder Aushang) kommt keine Firma unangekündigt zu Ihnen.
Die Benachrichtigung erfolgt spätestens 3 Wochen vor dem Termin.
Wenn Sie den Termin nicht wahrnehmen können, teilen Sie dies möglichst umgehend dem Netzbetreiber mit. Dieser wird Ihnen dann einen Ersatztermin nennen.

Der Beauftragte oder Mitarbeiter des Netzbetreibers muss sich entsprechend ausweisen können.
Sollten Sie jedoch Zweifel an der Identität eines Monteurs haben, können Sie immer Ihren Netzbetreiber kontaktieren.

Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) wird in diesem Fall eingeschränkt.

In welchem Gesetz ist die Gasumstellung geregelt?

§ 19a des Energiewirtschaftsgesetzes regelt alle Details der Marktraumumstellung.

Dies ist der Wortlaut des Paragrafen:

§ 19a Umstellung der Gasqualität; Verordnungsermächtigung

(1) Stellt der Betreiber eines Gasversorgungsnetzes die in seinem Netz einzuhaltende Gasqualität auf Grund eines von einem oder mehreren Fernleitungsnetzbetreibern veranlassten und netztechnisch erforderlichen Umstellungsprozesses dauerhaft von L-Gas auf H-Gas um, hat er die notwendigen technischen Anpassungen der Netzanschlüsse, Kundenanlagen und Verbrauchsgeräte auf eigene Kosten vorzunehmen. Diese Kosten werden bis einschließlich 31. Dezember 2016 auf alle Gasversorgungsnetze innerhalb des Marktgebiets umgelegt, in dem das Gasversorgungsnetz liegt. Ab dem 1. Januar 2017 sind diese Kosten bundesweit auf alle Gasversorgungsnetze unabhängig vom Marktgebiet umzulegen. Die näheren Modalitäten der Berechnung sind der Kooperationsvereinbarung nach § 20 Absatz 1b und § 8 Absatz 6 der Gasnetzzugangsverordnung vorbehalten. Betreiber von Gasversorgungsnetzen haben den jeweiligen technischen Umstellungstermin zwei Jahre vorher auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen und die betroffenen Anschlussnehmer entsprechend schriftlich zu informieren; hierbei ist jeweils auch auf den Kostenerstattungsanspruch nach Absatz 3 hinzuweisen.

(2) Der Netzbetreiber teilt der zuständigen Regulierungsbehörde jährlich bis zum 31. August mit, welche notwendigen Kosten ihm im vorherigen Kalenderjahr durch die Umstellung entstanden sind und welche notwendigen Kosten ihm im folgenden Kalenderjahr planmäßig entstehen werden. Die Regulierungsbehörde kann Entscheidungen durch Festlegung nach § 29 Absatz 1 darüber treffen, in welchem Umfang technische Anpassungen der Netzanschlüsse, Kundenanlagen und Verbrauchsgeräte notwendig im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 sind. Daneben ist die Regulierungsbehörde befugt, gegenüber einem Netzbetreiber festzustellen, dass bestimmte Kosten nicht notwendig waren. Der Netzbetreiber hat den erforderlichen Nachweis über die Notwendigkeit zu führen. Kosten, deren fehlende Notwendigkeit die Regulierungsbehörde festgestellt hat, dürfen nicht umgelegt werden.

(3) Installiert der Eigentümer einer Kundenanlage oder eines Verbrauchsgeräts mit ordnungsgemäßem Verwendungsnachweis auf Grund des Umstellungsprozesses nach Absatz 1 ein Neugerät, welches im Rahmen der Umstellung nicht mehr angepasst werden muss, so hat der Eigentümer gegenüber dem Netzbetreiber, an dessen Netz die Kundenanlage oder das Verbrauchsgerät angeschlossen ist, einen Kostenerstattungsanspruch. Dieser Erstattungsanspruch entsteht nur dann, wenn die Installation nach dem Zeitpunkt der Veröffentlichung gemäß Absatz 1 Satz 5 und vor der Anpassung des Verbrauchsgeräts auf die neue Gasqualität im jeweiligen Netzgebiet erfolgt. Der Erstattungsanspruch beträgt 100 Euro für jedes Neugerät. Der Eigentümer hat gegenüber dem Netzbetreiber die ordnungsgemäße Verwendung des Altgeräts und die Anschaffung des Neugeräts nachzuweisen. Absatz 1 Satz 3 und Absatz 2 sind entsprechend anzuwenden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz durch Rechtsverordnung das Nähere zu darüber hinausgehenden Kostenerstattungsansprüchen für technisch nicht anpassbare Kundenanlagen oder Verbrauchsgeräte zu regeln. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie kann die Ermächtigung nach Satz 6 durch Rechtsverordnung unter Sicherstellung der Einvernehmensregelung auf die Bundesnetzagentur übertragen. Die Pflichten nach § 10 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 4 der Energieeinsparverordnung vom 24. Juli 2007 (BGBl. I S. 1519), die zuletzt durch Artikel 3 der Verordnung vom 24. Oktober 2015 (BGBl. I S. 1789) geändert worden ist, bleiben unberührt.

(4) Anschlussnehmer oder -nutzer haben dem Beauftragten oder Mitarbeiter des Netzbetreibers den Zutritt zu ihrem Grundstück und zu ihren Räumen zu gestatten, soweit dies für die nach Absatz 1 durchzuführenden Handlungen erforderlich ist. Die Anschlussnehmer und -nutzer sind vom Netzbetreiber vorab zu benachrichtigen. Die Benachrichtigung kann durch schriftliche Mitteilung an die jeweiligen Anschlussnehmer oder -nutzer oder durch Aushang am oder im jeweiligen Haus erfolgen. Sie muss mindestens drei Wochen vor dem Betretungstermin erfolgen; mindestens ein kostenfreier Ersatztermin ist anzubieten. Der Beauftragte oder Mitarbeiter des Netzbetreibers muss sich entsprechend ausweisen. Die Anschlussnehmer und -nutzer haben dafür Sorge zu tragen, dass die Netzanschlüsse, Kundenanlagen und Verbrauchsgeräte während der durchzuführenden Handlungen zugänglich sind. Soweit und solange Netzanschlüsse, Kundenanlagen oder Verbrauchsgeräte zum Zeitpunkt der Umstellung aus Gründen, die der Anschlussnehmer oder -nutzer zu vertreten hat, nicht angepasst werden können, ist der Betreiber des Gasversorgungsnetzes berechtigt, den Netzanschluss und die Anschlussnutzung zu verweigern. Hinsichtlich der Aufhebung der Unterbrechung des Anschlusses und der Anschlussnutzung ist § 24 Absatz 5 der Niederdruckanschlussverordnung entsprechend anzuwenden. Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) wird durch Satz 1 eingeschränkt.

Kann der Netzbetreiber meinen Gasanschluss sperren lassen?

Ja, in den folgenden Fällen ist der Netzbetreiber berechtigt, ihren Anschluss zu sperren:

  • Wenn Sie dem Netzbetreiber den Zutritt verweigern oder
  • die Umstellung aus Gründen, die Sie als Kunde zu verantworten haben, nicht durchgeführt werden kann (etwa weil Sie den Netzbetreiber daran hindern, das Gerät umzustellen).

Eine Sperrung ist gerechtfertigt, weil bei nicht umgestellten Geräten ab dem Zeitpunkt der Lieferung der neuen Gasqualität eine Gefahr für Leib und Leben bestehen kann.
Die mit der Sperrung verbundenen Kosten müssen Sie als Kunde tragen.

Bei der Aufhebung der Unterbrechung des Anschlusses und der Anschlussnutzung ist § 24 Abs. 5 der Niederdruckanschlussverordnung anzuwenden.

Weitere Fragen

Hintergrundinformationen zu einer Veranstaltung der Bundesnetzagentur im April 2018 und die Präsentationen von Branchenvertretern finden Sie unter folgendem Link.

Was muss ich tun, wenn mein Auto mit Erdgas betrieben wird?

Nichts.

Wenn Ihre CNG (Compressed Natural Gas)-Tankstelle das Gas aus dem örtlichen Netz bezieht, werden dort ebenso wie bei Ihnen Zuhause alle Anschlüsse an H-Gas angepasst. Das erfolgt nicht notwendigerweise zur gleichen Zeit wie bei Ihren privaten Gasgeräten. Sie können aber Ihr Auto nach der Umstellung wie gewohnt betanken und benutzen.

Erdgasfahrzeuge sind grundsätzlich ab Werk für den Betrieb mit beiden Gas-Beschaffenheiten ausgelegt, da sie in verschiedenen Märkten verkauft und auch über die Grenzen der Gasversorgungsgebiete hinaus genutzt werden können.

Allerdings wird Ihnen auffallen, dass der Preis pro Kilogramm Gas an Ihrer Tankstelle nach der Umstellung auf H-Gas steigen wird. Sie tanken dann aber pro Kilogramm Erdgas auch mehr Energie als vorher. Eine volle Tankladung teureres H-Gas wird bei gleichem Fahrverhalten länger vorhalten als eine volle Tankladung L-Gas. Im Gegenzug zum gestiegenen Kilogrammpreis werden Sie also entsprechend seltener tanken müssen.

Sollte Ihr Fahrzeug mit LNG (Liquefied Natural Gas) betankt werden, ist es von der Umstellung der Gasbeschaffenheit in den Versorgungsnetzen grundsätzlich nicht betroffen.

Es wird sich für Sie auch nichts ändern, wenn Ihre CNG-Tankstelle nicht an das örtliche Netz angeschlossen ist, sondern das Gas aus LNG-Transporten bezieht.