Rechnungen

Welche Informationen muss meine Energierechnung enthalten?

Grundsätzlich müssen Rechnungen für die Energielieferung (Strom und/oder Gas) einfach und verständlich sein.

Das gilt auch für die Berechnung und ihre einzelnen Bestandteile. Es sollen einheitliche, allgemeinverständliche Bezeichnungen und Bedeutungen benutzt werden.

Ihre Rechnung muss auf jeden Fall diese Angaben enthalten:

zum Lieferanten
  • Name
  • Anschrift (Postadresse)
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • das zuständige Registergericht
zum Vertrag
  • Vertragsdauer
  • nächstmöglicher Kündigungstermin
  • Kündigungsfrist
zu Preisen / Abschlägen / Guthaben / Umlagen
zum Verbrauch
  • ermittelter Verbrauch im Abrechnungszeitraum
  • Anfangs- und Endzählerstand des abgerechneten Zeitraums (nur bei Haushaltskund*innen)
  • Verbrauch des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (Wenn der Lieferant aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, den Verbrauch nicht ermitteln kann, muss der geschätzte Verbrauch angegeben werden)
  • grafische Darstellung, wie sich der eigene Jahresverbrauch zu dem Jahresverbrauch von Vergleichskundengruppen verhält (nur bei Haushaltskund*innen)
zur Berechnung
  • die für Forderungen maßgeblichen Berechnungsfaktoren Strom- bzw. Gaspreisbestandteile, auch jene, die sich nicht aus dem EnWG ergeben
zum Netzbetreiber
zu Ihren Rechten
Anlagen zur Rechnung (nur Haushaltskund*innen)

Rechnungen oder Anlagen zu Rechnungen und Werbematerial für den Verkauf von Strom müssen folgende Informationen enthalten:

Stromkennzeichnung

  • Anteil der einzelnen Energieträger an dem Gesamtenergieträgermix des Lieferanten und Durchschnittswerte für Deutschland
  • Umweltauswirkungen in Bezug auf CO2-Emissionen und radioaktiven Abfall, die durch den gewählten Energieträgermix entstehen und die deutschen Durchschnittswerte
  • Gaslieferanten müssen keine Herkunfts-Kennzeichnung des Gases auf der Rechnung vornehmen

Informationen zu Vertragsinhalten

  • allgemeine Informationen zu den Mindestinhalten bei Energieliefer-Verträgen, wie zum Beispiel Rücktrittsrecht, Preisanpassungen, Zahlungsweise, aktuelle Informationen zu Tarifen usw.

Gesetzliche Grundlage: §§ 40, 41 und 42 EnWG

In welchen Intervallen muss der Energieverbrauch abgerechnet werden?

Lieferanten müssen den Energieverbrauch nach ihrer Wahl monatlich oder in anderen Zeitintervallen - die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten dürfen - abrechnen.

Auch müssen Lieferanten Letztverbraucher*innen eine monatliche, viertel- oder halbjährliche Abrechnung anbieten. Für eine Zusatzablesung kann der Energielieferant gesonderte Kosten erheben.

Diese Zusatzkosten fallen nicht an, wenn der Energieverbrauch über einen intelligenten Zähler ausgelesen wird. In diesem Fall wird dem Letztverbraucher/der Letztverbraucherin eine monatliche Verbrauchsinformation inklusive der Energiekosten kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Gesetzliche Grundlage: § 40 Abs. 3 EnWG

Innerhalb welcher Frist muss der Lieferant eine Abrechnung erstellen?

Lieferanten müssen sicherstellen, dass Letztverbraucher*innen die Turnusabrechnung (zum Beispiel die Jahresabrechnung) spätestens sechs Wochen nach Beendigung des abzurechnenden Zeitraums und die Schlussrechnung spätestens sechs Wochen nach Beendigung des Lieferverhältnisses erhalten.

Gesetzliche Grundlage: § 40 Abs. 4 EnWG

Wann muss die Strom- bzw. Gasrechnung bezahlt werden?

Bei Grundversorgungsverträgen sind grundsätzlich die gesetzlichen Regelungen der StromGVV bzw. GasGVV zu beachten:

Rechnungen und Abschläge sind zu dem vom Energielieferanten angegebenen Zeitpunkt, frühestens jedoch zwei Wochen nach Zugang der Zahlungsaufforderung fällig.

Die Fälligkeit für die Zahlung von Strom- bzw. Gasrechnungen bei Energielieferverträgen außerhalb der Grundversorgung richtet sich nach den speziellen Regelungen des Vertrags.

Gesetzliche Grundlage: §§ 17 Abs. 1 Satz 1 StromGVV und GasGVV

Wie müssen Abschlagzahlungen berechnet werden?

Abschlagszahlungen dürfen nicht zu hoch angesetzt werden.

Sie müssen sich an Ihrem tatsächlichen Verbrauch in der vergangenen Abrechnungsperiode orientieren und dementsprechend berechnet werden.
Das hat das OLG Düsseldorf in einem Urteil bestätigt (hier geht es zum entsprechenden Urteil: Az I-20 U 136/14, Urteil vom 16.12.2014).

Grundversorgung

Wenn der Verbrauch für mehrere Monate abgerechnet wird, kann der Grundversorger für die nach der letzten Abrechnung verbrauchte Elektrizität bzw. Gas eine Abschlagszahlung verlangen.

Die Abschlagszahlung muss anteilig für den Zeitraum der Abschlagszahlung (z.B. monatlich) entsprechend dem Verbrauch im zuletzt abgerechneten Zeitraum (z.B. Jahresendabrechnung) berechnet werden. Wenn eine solche Berechnung nicht möglich ist, wird die Abschlagszahlung nach dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Kund*innen festgelegt. Können Sie jedoch glaubhaft beweisen, dass Ihr Verbrauch erheblich geringer ist, dann muss dies angemessen berücksichtigt werden.

Tipp: Um einen geringeren Verbrauch beim Grundversorger glaubhaft zu machen, sollten Sie die konkreten Umstände (z.B. Auszug von Familienmitgliedern, Anschaffung sparsamerer Verbrauchsgeräte usw.) schriftlich mitteilen.

Zu viel gezahlte Abschläge

Ergibt sich bei der Abrechnung, dass zu hohe Abschlagszahlungen verlangt wurden, muss der zu viel gezahlte Betrag unverzüglich erstattet werden. Spätestens mit der nächsten Abschlagsforderung kann er auch verrechnet werden.

Nach Beendigung des Versorgungsverhältnisses sind zu viel gezahlte Abschläge ebenfalls unverzüglich zu erstatten.

Gesetzliche Grundlage: Abschlagszahlungen in der Grundversorgung sind in § 13 StromGVV und § 13 GasGVV geregelt.

Außerhalb der Grundversorgung
Für diese Verträge gibt es keine gesetzliche Regelung. Die meisten Energielieferanten regeln die Abschlagsberechnung in ihren AGB. Viele übernehmen dabei die Regelung der Grundversorgung (s.o. StromGVV bzw. GasGVV). Einige Lieferanten legen allerdings auch abweichende Bedingungen fest. Ob diese Bedingungen rechtmäßig sind, müssen im Einzelfall Zivilgerichte prüfen.

Wann und wie kann ich die Energierechnung beanstanden?

Grundversorgung

Kund*innen können Einwände gegen Rechnungen und Abschlagsberechnungen gegenüber dem Grundversorger geltend machen.
Zum Zahlungsaufschub oder zur Zahlungsverweigerung berechtigen diese Einwände allerdings nur dann, wenn

  • die ernsthafte Möglichkeit eines offensichtlichen Fehlers besteht

    oder

  • der in der Rechnung angegebene Verbrauch ohne ersichtlichen Grund mehr als doppelt so hoch wie der vergleichbare Verbrauch im vorherigen Abrechnungszeitraum ist und die Kundin/der Kunde eine Nachprüfung der Messeinrichtung verlangt.

Andere Energielieferverträge

Für Verträge außerhalb der Grundversorgung gelten die Regelungen des Vertrags.

Gesetzliche Grundlage: §§ 17 Abs. 1 Satz 1 StromGVV und GasGVV

Wann muss ich eine Vorauszahlung für die Energielieferung leisten?

Eine Vorauszahlung ist nicht vor Beginn der Lieferung fällig.

Die Fälligkeit bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem der Gläubiger (Energieversorger) eine Leistung (Zahlung) verlangen kann. Grundsätzlich kann der Gläubiger nach dem allgemeinen Zivilrecht die Leistung sofort verlangen und der Schuldner hat sie sofort zu leisten (vgl. § 271 Absatz 1 BGB), wenn nicht durch Gesetz oder Vertrag etwas Abweichendes bestimmt ist.

Im EnWG ist etwas Abweichendes festgelegt, nämlich dass die Leistung/Vorauszahlung nicht vor Beginn der Lieferung verlangt werden kann. Solange ein Lieferant die Belieferung nicht aufgenommen hat, müssen Sie als Haushaltskund*in also keine Vorauskasse zahlen.

Unabhängig von dieser Regelung raten wir, Angebote mit Vorauskasse-Forderungen immer genau zu prüfen. Denn im Fall einer Insolvenz des Energielieferanten können die im Voraus geleisteten Zahlungen normalerweise nicht zurückgefordert werden.

Gesetzliche Grundlage: § 41 Abs. 2 Satz 4 EnWG

Wo kann ich mehr über Zahlungsmöglichkeiten herausfinden?

Der Energielieferant muss Ihnen als Haushaltskund*in vor Vertragsschluss verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anbieten.

Diese Regelung gilt für alle Haushaltskund*innen in der Grundversorgung, aber auch für die Kund*innen außerhalb der Grundversorgung.
Das Gesetz schreibt jedoch nicht vor, welche Zahlungsmöglichkeiten anzubieten sind.

Bitte kontaktieren Sie daher Ihren Lieferanten und lassen sich über die angebotenen Zahlungsmöglichkeiten informieren oder lesen Sie die AGB genau durch.

Gesetzliche Grundlage: § 41 Abs. 2 S. 1 EnWG

Wie errechnen sich die Kilowattstunden auf der Gasrechnung aus verbrauchten Kubikmetern?

Erdgas ist ein Naturprodukt, dessen Energiegehalt von mehreren Faktoren abhängt und im Gegensatz zu Strom Schwankungen unterliegt. Die Gastemperatur und der Gasdruck sind weitere Einflüsse, die bei Ihrer Gasabrechnung über die Zustandszahl berücksichtigt werden müssen.

Ihr Gaszähler zeigt nicht die Kilowattstunden (kWh), sondern die verbrauchten Kubikmeter (m3) Gas an.

Die verbrauchten Kilowattstunden (kWh) für Ihre Rechnung werden dann so errechnet:

kWh = verbrauchte Kubikmeter Gas (m3) mal Brennwert mal Zustandszahl

Anzahl der Kubikmeter mit dem Brennwert des Gases und der Zustandszahl multipliziert ergibt die verbrauchten Kilowattstunden.

Verbrauch

Die verbrauchte Erdgasmenge wird – wie bei jedem gasförmigen Stoff – in Volumeneinheiten angeben. Bei Erdgas ist dies meist Kubikmeter (m3).

Brennwert

Der Brennwert steht für die Wärme- bzw. Energiemenge, die bei der Verbrennung des Gases und der anschließenden Abkühlung der Abgase (Kondensationswärme) freigesetzt wird. Für die Abrechnung wird aus den gemessenen Einspeisebrennwerten des Abrechnungszeitraums ein Durchschnittsbrennwert ermittelt. Der örtliche Netzbetreiber muss den aktuell geltenden Brennwert für jeden Monat (zum 10. des Folgemonats) veröffentlichen. Sie können daher monatsscharf Ihren Brennwert nachvollziehen.

Angegeben wird der Gas-Brennwert in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh pro m3).

Der Brennwert hängt von der genauen Gas-Zusammensetzung ab. Beispielsweise haben Butan und Propan einen wesentlich höheren Brennwert als Methan, das den größten Volumenanteil des Erdgas-Gemischs ausmacht. Der Brennwert ist geringer, wenn das Gasgemisch einen hohen Anteil reaktionsschwacher Inertgase wie Kohlendioxid und Stickstoff aufweist.

L-Gas hat einen Brennwert zwischen 8,4 bis ca. 11,2 kWh pro m3, während das in Deutschland überwiegend gelieferte H-Gas auf ca. 10 bis 13,1 kWh pro m3 kommt.

Zustandszahl

Die Zustandszahl beschreibt das Verhältnis des Gasvolumens im Normzustand (Temperatur: 0 Grad Celsius, Luftdruck: 1.013,25 mbar) zum Betriebszustand (Temperatur an der Abnahmestelle und Luftdruck je nach Höhenlage).

Wenn Sie Fragen zum Brennwert, zur Zustandszahl oder zu Ihrer Gasrechnung haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Lieferanten oder den Netzbetreiber.

Was ist unter Stromkennzeichnung zu verstehen?

Elektrizitätsversorgungsunternehmen in Deutschland sind verpflichtet, ihren Kund*innen die Stromzusammensetzung des gelieferten Stroms anzugeben.

Stromlieferanten müssen folgende Informationen für Verbraucher*innen auf Rechnungen, Werbematerial und auf der Website nutzerfreundlich darstellen:

  • den Anteil der einzelnen fossilen und erneuerbaren Energieträger am Gesamtenergieträgermix, den der Lieferant verwendet hat (Strommix)
  • die Umweltauswirkungen zumindest in Bezug auf CO2-Emissionen und radioaktiven Abfall, die auf den genannten Gesamtenergieträgermix zur Stromerzeugung zurückzuführen sind
  • zum Vergleich: die entsprechenden Durchschnittswerte der Stromerzeugung in Deutschland

Die Bundesnetzagentur überprüft die Richtigkeit der Stromkennzeichnung.

Das Umweltbundesamt (UBA) führt ein Herkunftsnachweisregister, das die Produktion und den Handel des Stroms aus Erneuerbaren Energien registriert und dokumentiert. Wie das funktioniert können Sie sich in diesem Film erklären lassen.

Gesetzliche Grundlage: § 42 Abs. 1 und 2 EnWG