Ar­ten der Ener­gie­be­lie­fe­rung

In Deutschland gibt es verschiedene Belieferungsverhältnisse:
Individuelle Energielieferverträge "außerhalb der Grundversorgung" (früher Sonderverträge genannt), Grundversorgung und die Ersatzversorgung.

Sollte Ihnen ein Vertrag, den Sie nicht wollten untergeschoben worden sein, können Sie diesen innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Wurden Sie ohne Ihre Einwilligung angerufen, melden Sie dies der Bundesnetzagentur unter Cold Calls.

Allgemeines zum Vertragsabschluss

Darf ein wettbewerblicher Lieferant meine Belieferung ablehnen?

Ein wettbewerblicher Lieferant kann sich gegen einen Vertragsabschluss mit Ihnen entscheiden. Die Gründe für eine Ablehnung muss der Lieferant Ihnen nicht nennen.

Folgende Gründe könnten ausschlaggebend sein:

  • der Lieferant ist in Ihrem Postleitzahlgebiet nicht tätig
  • Ihre Schufa-Einträge machen Sie für den Lieferanten unattraktiv
  • Ihr Jahresverbrauch ist extrem gering
  • Sie besitzen einen Stromspeicher, Ladestation für Ihr E-Auto usw.
  • der Lieferant beliefert nur Gewerbekunden

Was muss in einer Vertragszusammenfassung stehen?

Wenn Sie einen Energieliefervertrag abgeschlossen haben, muss Ihnen der Lieferant ab dem 27. Juli 2021 eine Vertragszusammenfassung zur Verfügung stellen. Diese muss die wichtigsten Vertragsbedingungen beinhalten (§ 41 Abs. 4 EnWG).

Mindestens diese Vertragsdaten müssen darin aufgeführt sein:

  • die Kontaktdaten des Energielieferanten
  • die Verbrauchsstelle
  • geltende Preise
  • der voraussichtliche Belieferungsbeginn
  • die Kündigungsfrist
  • mögliche Bonusvereinbarungen
  • mögliche Mindestvertragslaufzeiten

Die Zusammenfassung muss knapp, leicht verständlich und klar gekennzeichnet sein. Sie muss Ihnen innerhalb einer angemessenen Frist vorliegen.

Kein mündlicher oder telefonischer Vertragsabschluss mehr erlaubt

  • Seit 27. Juli 2021 darf ein Energieliefervertrag nicht mehr telefonisch oder mündlich abgeschlossen werden. Das heißt, dass für Energielieferverträge mit Haushaltskund*innen ab jetzt immer die Textform vorgeschrieben ist (§ 41b Abs. 1 Energiewirtschaftsgesetz). Ansonsten wäre der Vertrag unwirksam. Textform bedeutet zum Beispiel per Brief, Fax, E-Mail oder SMS.
  • Sie können einen Energieliefervertrag natürlich telefonisch besprechen und ihn danach beispielsweise per E-Mail abschließen. Bei so einem „Fernabsatzvertrag“ haben Sie ein Widerrufsrecht von 14 Tagen (§ 312g Bürgerliches Gesetzbuch). Das gilt auch bei einem Vertrag, der außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen wurde.
  • Verträge in der Grundversorgung können ausnahmsweise auch anders zustande kommen. (§ 2 Abs. 1 StromGVV/GasGVV)
    Beispielsweise wenn Sie in eine Wohnung einziehen und Energie verbrauchen, vorher aber keinen Vertrag abgeschlossenen haben. Der Vertrag kommt dann mit dem Energieverbrauch durch „schlüssiges Handeln“ zustande, z.B. wenn Sie das Licht anschalten. So einen Vertragsschluss nennt man konkludent (von lateinisch concludere = einschließen).