Navigation und Service

Zu­gang zu Adress­änderungs­information­en

Bundesnetzagentur untersucht Zugang zu Adressänderungsinformationen und sieht sich die Marktverhältnisse im Netzzugangsbereich genau an

Die Bundesnetzagentur hat im April 2016 eine Studie zu den Zugangsmöglichkeiten der im Wettbewerb stehenden Unternehmen zu den bei der Deutsche Post AG vorhandenen Informationen über Adressänderungsinformationen veröffentlicht.

Die Auswertung der Untersuchung „Zugang zu Adressänderungsinformationen“ finden Sie hier:

Studie "Zugang zu Adressänderungsinformationen" (pdf / 398 KB)

Die Wettbewerbsverhältnisse auf dem deutschen Briefmarkt veränderten sich zuletzt nicht so stark, auch wenn sie sich im europäischen Vergleich sehen lassen können. Die Wettbewerber bauen ihre Marktanteile nur langsam aus. Daher schaut sich die Bundesnetzagentur genau an, ob das auch mit den Verhältnissen im Beförderungsumfeld zusammenhängen könnte. Dabei handelt es sich beim Zugang zu den Adressänderungsinformationen um einen speziellen Bereich im Rahmen der Postmarktregulierung. Hier geht es nicht um die eigentliche Beförderung von Sendungen, sondern darum, dass sie überhaupt an den Empfänger ausgeliefert werden können. Die Bundesnetzagentur hat daher ein besonderes Augenmerk auf die Zugangsbedingungen zu diesem Regulierungsbereich.

Die Erhebung der Bundesnetzagentur erbrachte wertvolle Hinweise, beispielsweise zu den Nutzungshäufigkeiten dieser Dienstleistung, zum Umfang der bereitgestellten Informationen oder die Nutzung anderer Informationsquellen. Sie gibt zudem einen guten Überblick über das Marktgeschehen in diesem Briefbereich. Die Bundesnetzagentur prüft nun, inwieweit aus den Untersuchungsergebnissen Schlussfolgerungen für ihre Regulierungsarbeit zu ziehen sind.

Für die Studie wurden mehrere hundert Briefdienstleister zur Nutzung der Adressänderungsinformationen der Deutsche Post AG befragt. Dabei hat sich herausgestellt, dass rund 60 % diese vom Gesetz eröffnete Möglichkeit nicht oder nicht mehr in Anspruch nehmen. Ein Teil der Briefdienstleister weiß nicht einmal, dass es die Möglichkeit gibt, Adressänderungsdaten bei der Deutsche Post AG abgleichen zu lassen. Der Hauptgrund für die Nichtnutzung des Zugangs zu Adressänderungsinformationen ist allerdings darin zu sehen, dass andere Informationsquellen genutzt werden oder das Unternehmen die Zustelltätigkeit nicht ausübt und daher diese Informationen nicht benötigt.

Untersuchung auf der Grundlage des Postgesetzes

Als das Postgesetz 1997 eingeführt wurde, sollte einer der Bausteine für offene Briefmärkte die Zugangsmöglichkeit von Wettbewerbern zu den beim Marktbeherrscher vorliegenden Adressänderungsdaten sein. Damit sollte gewährleistet werden, dass nicht nur die Deutsche Post AG, sondern auch andere Briefbeförderer Sendungen korrekt zustellen können, wenn die Empfänger der Briefe umgezogen sind. Die Deutsche Post AG ist daher verpflichtet, ihre Kenntnisse den Wettbewerbern zur Verfügung zu stellen.

Die Bundesnetzagentur ist 2015 auch den Marktverhältnissen bei der Nutzung des Zugangs zu Postfachanlagen der Deutsche Post AG nachgegangen. Auch diese Ergebnisse wurden kürzlich ins Netz gestellt. Für das Jahr 2016 hat sich die Bundesnetzagentur eine genauere Untersuchung der Marktakzeptanz von Teilleistungszugängen für Endkunden und Wettbewerber vorgenommen.

Stand: 28.04.2016