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Mo­bi­les Breit­band

Versorgung der Bevölkerung mit funkgestützten Breitbandanschlüssen

Bereitstellung künftig verfügbarer Frequenzen für den Mobilfunk

Frequenzkompass 2020 (Mitteilung vom 19.08.2020)

Wesentliche Teile des Telekommunikationsverkehrs werden über Mobilfunk abgewickelt und der Datenverkehr im Mobilfunk steigt. Um den wachsenden Datenverkehr bewältigen zu können, braucht es hochleistungsfähiger Mobilfunknetze. Für diese Mobilfunknetze sind geeignete Frequenzen eine wesentliche Ressource.

Der Frequenzkompass stellt erste Überlegungen zur künftigen Verfügbarkeit von Frequenzen für den Mobilfunk an. Hintergrund ist, dass zum 31. Dezember 2025 Frequenznutzungsrechte in den für den Mobilfunk relevanten Bereichen 800 MHz, 1.800 MHz und 2,6 GHz auslaufen. Das Auslaufen von Frequenznutzungsrechten darf nicht zum Stillstand des Netzausbaus führen. Daher bedarf es einer frühzeitigen erneuten Bereitstellung der Frequenzen. Im Rahmen dessen ist zu entscheiden, welche Frequenzen in das anstehende Verfahren einbezogen und mit welchen Bedingungen die Frequenznutzungsrechte verbunden werden. Die Bundesnetzagentur wird daher frühzeitig vor dem Auslaufen von Frequenznutzungsrechten das Verfahren für die künftige Bereitstellung von Frequenzen eröffnen, um Unternehmen im größtmöglichen Umfang Planungs- und Investitionssicherheit zu geben.

Der Frequenzkompass 2020 soll allen interessierten Kreisen ermöglichen, sich frühzeitig in die Diskussion über die Bereitstellung künftig verfügbarer Frequenzen für den Mobilfunk einzubringen. In einem weiteren Schritt ist eine umfassende Prüfung der Möglichkeiten der Bereitstellung von Frequenzen für den Mobilfunk durch die Bundesnetzagentur vorgesehen.

Hiermit wird den interessierten Kreisen Gelegenheit zur Stellungnahme zu dem Frequenzkompass 2020 gegeben. Die Stellungnahmen sind bis zum 23.10.2020 einzureichen.

Frequenzkompass 2020 (pdf / 621 KB)

Versorgungsauflagen aus früheren Frequenzauktionen

Überprüfung der Versorgungsauflagen aus der Auktion 2015 / Projekt 2016 (Mitteilung vom 11. Mai 2020)

Die Bundesnetzagentur hat die Berichte der Mobilfunknetzbetreiber zur Erfüllung der Versorgungsauflagen überprüft. Die Überprüfung hat ergeben, dass Telefónica, Telekom und Vodafone die Erfüllung der Versorgungsauflagen nicht im vollen Umfang fristgerecht nachweisen konnten.

Die Überprüfungen der Versorgungsauflage haben für die einzelnen Unternehmen Folgendes ergeben:

Telekom

Die Überprüfung der Angaben der Telekom hat ergeben, dass die Versorgung der Haushalte in den einzelnen Bundesländern der geforderte Versorgungsgrad von mindestens 97 Prozent der Haushalte in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen nachgewiesen wurde. Telekom konnte die Erfüllung der Auflage in insgesamt drei Flächenbundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland nicht nachweisen. Der Nachweis der vollständigen Hauptverkehrswege konnte nicht erbracht werden.

Vodafone

Vodafone konnte in den Bundesländern Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen den geforderten Versorgungsgrad von mindestens 97 Prozent der Haushalte nachweisen. In den vier Flächenbundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland konnte Vodafone den Nachweis der Versorgung von mindestens 97 Prozent der Haushalte nicht erbringen. Der Nachweis der vollständigen Hauptverkehrswege konnte nicht erbracht werden.

Telefónica

Die Überprüfung von Telefónica hat ergeben, dass der Versorgungsgrad von mindestens 97 Prozent der Haushalte nur in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg nachgewiesen wurde. In den anderen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen ist der geforderte prozentuale Versorgungsgrad von mindestens 97 Prozent der Haushalte nicht erreicht worden. Der Nachweis der vollständigen Hauptverkehrswege konnte nicht erbracht werden.

(Pressemitteilung vom 14.04.2020)

Versorgungsauflage aus der Auktion 2015 / Projekt 2016 (Mitteilung vom 10. Januar 2020)

Die Mobilfunknetzbetreiber Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH und Vodafone GmbH haben ihre Berichte zur Erfüllung der Versorgungsauflagen aus der Versteigerung 2015 vorgelegt. Die Versorgungsauflagen sehen eine Abdeckung mit einer Mindestdatenrate von 50 Mbit pro Antennensektor vor. Überdies sind die Hauptverkehrswege vollständig zu versorgen.

Angaben der Unternehmen

Versorgungsauflagen

Telefónica

Telekom

Vodafone

Baden-Württemberg97%82,7%96,01% (97,8%)*97,7%
Bayern97%80,7%97,58%98,3%
Berlin97%100%99,96%100%
Brandenburg97%62,6%97,5%99%
Bremen97%99,9%99,99%100%
Hamburg97%100%99,99%100%
Hessen97%76,7%98,39%97,4%
Mecklenburg-Vorpommern97%72,9%97,52%99,3%
Niedersachsen97%85,9%98,6%99%
Nordrhein-Westfalen97%94,3%99,28%99,4%
Rheinland-Pfalz97%65,4%96,48% (97,7%)*97%*
Saarland97%78,9%95,43% (99,1%)*97,9%
Sachsen97%80,9%98,12%99%
Sachsen-Anhalt97%80,6%98,49%98,7%
Schleswig-Holstein97%90,6%98,53%99,9%
Thüringen97%73,2%97%98,1%
Bundesweit98%84,3%98,1% (98,5%)*98,6%
Bundesautobahnen (BAB)100%77,9%97,6%96%**
Schiene100%80,3%96,4%95%***
* Zahlen in Klammern:
unter Berücksichtigung von Ausbauhindernissen an etlichen Standorten, die kurzfristig realisiert werden sollen

* zu Rheinland Pfalz:
unter Berücksichtigung von Ausbauhindernissen an 20 Standorten

** Zu BAB
unter Berücksichtigung von Ausbauhindernissen an 60 Standorten

*** Zu Schiene:
unter Berücksichtigung von Ausbauhindernissen an 105 Standorten

Nach eigenen Angaben haben die Unternehmen Telekom und Vodafone die Auflage zur Versorgung der Haushalte grundsätzlich erfüllt. Telefónica konnte nach eigenen Angaben die von der Bundesnetzagentur geforderten Versorgungsauflagen nicht fristgerecht erreichen. Das Unternehmen geht allerdings davon aus, dass es die Auflagen bis zum Ende dieses Jahres erfüllen wird.

Die Hauptverkehrswege konnten nach Angaben der Mobilfunknetzbetreiber zum Jahresende noch nicht in vollem Umfang versorgt werden.

Verzögerungen begründen die Mobilfunknetzbetreiber mit externen Einflüssen, wie zum Beispiel fehlende Vermietbereitschaft an potentiellen Standorten, fehlende Baugenehmigungen, Denkmal-, Natur- und Umweltschutz. Darüber hinaus verweisen die Mobilfunkunternehmen auf unterschiedliche Rechtsansichten zum Inhalt der Versorgungsauflage, die Gegenstand laufender Gerichtsverfahren sind. Die in der Tabelle angegebenen Werte basieren auf den durch die Bundesnetzagentur festgelegten konkretisierten Parametern. Telefónica trägt außerdem unternehmensspezifische Besonderheiten vor, die ebenfalls zu Verzögerungen beim Netzausbau geführt hätten. Es sei jedoch geplant durch weitere 7.600 Standorte die Versorgungsauflagen noch in diesem Jahr zu erfüllen.

Die Frequenzen im Bereich 700 MHz, die vom Rundfunk zu räumen waren, stehen erst seit Mitte 2019 vollständig zur Verfügung. Seitdem haben die Unternehmen das Ausbautempo spürbar erhöht.

Pressemitteilung (pdf / 34 KB)

Frequenzauktionen

Übersicht Mobilfunkspektrum nach der Auktion (pdf / 163 KB)

Auktion 2019

Am 12. Juni 2019 endete die Auktion für 5G-Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz (Auktion 2019 - Projekt 2018).

Neben den bestehenden Mobilfunknetzbetreibern Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH und Vodafone GmbH konnte auch die Drillisch Netz AG als Neueinsteiger erfolgreich Spektrum ersteigern.

Auktion 2015

Am 19. Juni 2015 endete die Versteigerung von Frequenzen im Umfang von 270 MHz aus den Bereichen 700 MHz, 900 MHz, 1500 MHz sowie 1800 MHz (Auktion 2015 - Projekt 2016). Alle drei Mobilfunknetzbetreiber, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH und Vodafone GmbH, konnten ihr bestehendes Frequenzportfolio erweitern und sind nun in der Lage ihre mobilen Breitbandnetze weiter ausbauen.

Auktion 2010

Bereits im April und Mai 2010 wurden Frequenzen aus den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz (Auktion 2010) versteigert. Mit der frühzeitigen Bereitstellung der 800-MHz-Frequenzen (sog. Digitalen Dividende) hatte die Bundesnetzagentur dafür gesorgt, dass das große Potenzial dieser Frequenzen – insbesondere zur Versorgung ländlicher Regionen – in Deutschland schnellstmöglich zugunsten des Verbrauchers genutzt wurde. Deutschland hat damit als erstes Land in Europa die Chancen und die Vorteile der Digitalen Dividende genutzt.

Strategische Aspekte

Im Juni 2013 hat die Bundesnetzagentur ein Strategiepapier veröffentlicht, in dem sie ihre konzeptionellen Erwägungen zur kurz-, mittel- und langfristigen Verfügbarkeit der Frequenzressourcen für den Breitbandausbau in Deutschland vorstellt. Vorrangiges Ziel ist es dabei, Planungs- und Investitionssicherheit für alle hiervon betroffenen Nutzergruppen, wie z. B. auch Rundfunk und drahtlose Mikrofone, zu schaffen.

Strategische Aspekte zur Verfügbarkeit von Frequenzen für den Breitbandausbau in Deutschland

Weitere Entscheidungen und Gutachten

Auktion 2019

Entscheidung der Präsidentenkammer über Anordnung und Wahl des Verfahrens zur Vergabe von Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz für den drahtlosen Netzzugang (BK1-17/001).

Präsidentenkammerentscheidungen I und II - Auktion 2019 (pdf / 537 KB)

Präsidentenkammerentscheidungen III und IV - Auktion 2019 (pdf / 4 MB)

Auktion 2015

Entscheidung der Präsidentenkammer über Anordnung und Wahl des Verfahrens zur Vergabe von Frequenzen in den Bereichen 700 MHz, 900 MHz, 1800 MHz sowie weiterer Frequenzen im Bereich 1452 – 1492 MHz für den drahtlosen Netzzugang (BK1-13/001).

Präsidentenkammerentscheidung - Auktion 2015 (pdf / 2 MB)
Informationen zu dem Zeitplan der Räumung des 700-MHz-Bandes (pdf / 6 KB)

Auktion 2010

Entscheidung der Präsidentenkammer zur Flexibilisierung der Frequenznutzungsrechte für drahtlose Netzzugänge zum Angebot von Telekommunikationsdiensten in den Bereichen 800 MHz, 1800 MHz, 2 GHz und 2,6 GHz (BK1a-09/002).

Erfüllung der Versorgungsauflage bzgl. der 800-MHz-Frequenzen - Auktion 2010 (pdf / 14 KB)
Präsidentenkammerentscheidung - Vergabeverfahren Drahtloser Netzzugang (pdf / 881 KB)