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Ana­ly­ti­sches Kos­ten­mo­dell Mo­bil­funk

Informationen zu aktuellen Entwicklungen

Im Vorfeld von neuen Entgeltgenehmigungsverfahren wird das Kostenmodell Mobilfunk regelmäßig – neuen technischen, ökonomischen oder rechtlichen Entwicklungen folgend – im Auftrag der Bundesnetzagentur um neue Funktionalitäten ergänzt. Auch im Hinblick auf die Verfahren im Jahr 2016 ist das Modell erweitert worden. Dies betrifft folgende Aspekte:

  • Anpassung von HSPA+ auf Release 8 und die damit verbundene Möglichkeit zur Nutzung von mehreren Antennen (MIMO 2x2),
  • Hinzufügen der Frequenzbänder 700 und 1500 MHz,
  • Erweiterung der LTE-Carrier-Aggregation-Funktionalität zur gleichzeitigen Nutzung von bis zu drei Component-Carriern im Downlink,
  • Nutzung verschiedener Frequenzbänder für LTE je nach Gebietstyp (städtisch, vorstädtisch und ländlich),
  • Nutzung von zwei verschiedenen Frequenzbändern bei 2G bzw. 3G (jeweils einheitlich für alle Gebiete),
  • Modellierung von LTE entlang von Verkehrswegen (im Mischverhältnis mit 3G),
  • Verwendung der IMS-Plattform (IP Multimedia Subsystem) für Sprach- und Datenverkehr sowie
  • Dimensionierung der Funkzellen von 3G bzw. LTE anhand durchschnittlicher Datenraten.

Zudem wurde eine Funktion freigeschaltet, die neben der KeL-Berechnung auch eine Berechnung für Pure LRIC-Entgelte ermöglicht. Die Erläuterungen zu den genannten Punkten liegen in Form einer schriftlichen Dokumentation vor:

Referenzdokument "Ergänzungen im Analytischen Kostenmodell für ein Mobilfunknetz (2015)" (pdf / 762 KB)

Die Neuerungen des Kostenmodells wurden den Mobilfunknetzbetreibern im November 2015 im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Darüber hinaus konnte der Konsultationsentwurf des Referenzdokumentes von allen Interessierten kommentiert werden. Es sind die Stellungnahmen von vier Unternehmen (1&1 Telecom GmbH, Deutsche Telekom AG, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG und Vodafone GmbH) eingegangen.

Allgemeine Informationen

Mit dem Kostenmodell Mobilfunk können Mobilfunknetze quantitativ abgebildet werden. Zu diesem Zweck werden unter Berücksichtigung von Nachfrage und physikalischen Gegebenheiten die Funkzellen dimensioniert und, darauf aufbauend, das weitere Netz modelliert. Anschließend werden die Kosten für das modellierte Mobilfunknetz ermittelt.

Fachinformationen/Hintergrund

Die EU-Kommission empfiehlt den Mitgliedstaaten in ihrer "Empfehlung über die Regulierung der Festnetz- und Mobilfunk-Zustellungsentgelte" vom 7. Mai 2009 (2009/396/EG) u. a. die Anwendung eines Bottom-Up-Modells für die Entgeltermittlung bei Mobilfunkterminierungsentgelten. Daraufhin wurde die WIK-Consult GmbH im Jahr 2011 von der Bundesnetzagentur beauftragt, ein Kostenmodell für den Mobilfunk zu entwickeln. Hierfür mussten u. a. eine Software zur quantitativen Modellierung eines Mobilfunknetzes entwickelt und deren Wirkungsweise in Form eines Referenzdokumentes "Analytisches Kostenmodell für ein Mobilfunknetz" beschrieben werden. Die Entwicklungsarbeiten fanden in enger Abstimmung mit der Bundesnetzagentur sowie unter Einbeziehung der nationalen Mobilfunknetzbetreiber u. a. in Form von schriftlichen Konsultationen, mündlichen Informationsveranstaltungen und Besprechungen, Marktabfragen, Schulungen und gemeinsamen "Befüllungsterminen" statt.

Der erste Entwurf eines Referenzdokumentes wurde im Oktober 2011 sowohl im Amtsblatt als auch auf der Internetseite der Bundesnetzagentur veröffentlicht und zur Konsultation gestellt. Allen Interessierten wurde somit die Gelegenheit gegeben, das Referenzdokument zu kommentieren und auf die speziell an die Marktteilnehmer adressierten Fragen einzugehen. Die Unternehmen E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH und Vodafone D2 GmbH haben jeweils eine entsprechende Stellungnahme abgegeben. Begleitend zur Kommentierungsphase wurde das Kostenmodell in seinen Grundzügen auf einer Informationsveranstaltung am 4. November 2011 vorgestellt.

Zusammen mit der Finalisierung der Arbeiten an dem Kostenmodell wurden die Stellungnahmen ausgewertet und in das überarbeitete Referenzdokument (Stand: April 2012) eingearbeitet. Im Rahmen einer weiteren Informationsveranstaltung am 24. April 2012 wurden das entstandene Modell und seine (Software-)Module vorgestellt.

Überarbeitetes Referenzdokument "Analytisches Kostenmodell für ein Mobilfunknetz" (pdf / 2 MB)

Der dynamischen Entwicklung der Mobilfunktechnik folgend wurde das Kostenmodell für den Mobilfunk Anfang 2014 um neue LTE-Funktionalitäten (Sprache über LTE, MIMO, Carrier Aggregation) erweitert. Deren Umsetzung im Kostenmodell wurde in einem Konsultationsentwurf beschrieben.

Alle Interessierten hatten wiederum die Möglichkeit, den Konsultationsentwurf der schriftlichen Dokumentation der neuen Funktionalitäten zu kommentieren. Innerhalb des Konsultationszeitraums sind die Neuerungen des Kostenmodells zudem in ihren Grundzügen auf einer Informationsveranstaltung am 4. Februar 2014 in der Bundesnetzagentur vorgestellt worden.

Im Rahmen der Konsultation haben die Mobilfunknetzbetreiber E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH und Vodafone D2 GmbH jeweils eine Stellungnahme eingereicht. Nach der Auswertung der Stellungnahmen wurde der angepasste Konsultationsentwurf in Form des Referenzdokumentes "Advanced LTE und VoLTE im Analytischen Kostenmodell für ein Mobilfunknetz" finalisiert.

Referenzdokument "Advanced LTE und VoLTE im Analytischen Kostenmodell für ein Mobilfunknetz" (pdf / 829 KB)

Weitere Dokumente finden Sie im Dokumentenarchiv.

Stand: 08.08.2016