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Netz­neu­tra­li­tät

Das Internet stellt einen Verbund unabhängiger Netze ohne zentrale Verwaltung dar. Sein Erfolg ist auf seine simple und dadurch robuste und gleichzeitig flexible Netzinfrastruktur zurückzuführen. Die Trennung der Netzebene von der Ebene der Anwendungen und Dienste und die damit verbundenen niedrigen Markteintrittsbarrieren haben einen großen Innovationsschub ermöglicht. Innovative Dienste/Anwendungen können "an den Rändern des Netzes" entstehen, sei es durch Endkunden oder durch Anbieter ohne eigenes Netz.

Das Internet stellt einen neuen Vertriebsweg dar, über den Kunden mit geringem Aufwand und geringen Transaktionskosten erreicht werden können. Aus Sicht von Kunden bietet das Internet die Möglichkeit, sich auf schnelle und einfache Art zu informieren, Preise zu vergleichen sowie Waren und Dienste zu beziehen. Gleichzeitig trägt das Internet zur Medienvielfalt bei und erleichtert die politische Teilhabe – dies sowohl durch die Möglichkeiten, sich zu informieren als auch seine Meinung zu äußern.

Um Dienste und Anwendungen nutzen und Informationen zu beziehen und verbreiten zu können, bedarf es keiner weiteren Koordination mit dem Netz. Im Internet wird jedes einzelne Datenpaket je nach Auslastung des Systems transportiert. Dies ist das sogenannte Best-Effort-Prinzip.

Netzneutralität i.e.S. liegt vor, wenn der gesamte Verkehr in einem Netz gleich (neutral) behandelt wird, unabhängig von (i) Inhalt, (ii) Anwendung, (iii) Dienst, (iv) Absender sowie (v) Empfänger. Bei der Netzneutralitätsdebatte geht es im Kern darum, ob bzw. inwieweit eine Abkehr von den bisherigen Prinzipien des Datentransports im Internet aus Sicht der Nutzer, aber auch der Inhalteanbieter akzeptabel ist.

Der stark steigende Datenverkehr – verursacht durch z.B. Streaming-Dienste, hochauflösendes Fernsehen, Verbreitung von Smartphones – ist einer der Gründe, weshalb seit geraumer Zeit intensiv über Netzneutralität diskutiert wird. Die Netzbetreiber befürchten Kapazitätsengpässe in den Netzen und erwägen daher eine Abkehr vom bisherigen Best-Effort-Internet sowie die Einführung von Priorisierung über Transportklassen. Technologische Veränderungen haben ebenfalls die Diskussion um die Netzneutralität belebt. Moderne IP-Komponenten erlauben eine filigrane Verwaltung von Netzkapazitäten und Verkehrssteuerung. Einerseits kann dies zur Bewältigung des Verkehrsanstiegs genutzt werden, andererseits können dadurch aber auch ungerechtfertigte Diskriminierungen entstehen.

Stand: 05.10.2018
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