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EMV-Nor­mung

Alle Arten von elektrischen und elektronischen Produkten (Geräten) einschließlich Funkanlagen müssen so hergestellt sein, dass sie beim Betrieb in der gemeinsamen elektromagnetischen Umgebung wie z. B. im Wohnbereich, Geschäfts- und Gewerbereich oder auch im Industriebereich andere Geräte nicht störend beeinflussen und selbst durch andere Geräte nicht störend beeinflusst werden (grundlegende Anforderungen nach dem Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln (EMVG) und dem Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG)). Insbesondere europäische EMV-Normen (EN), aber auch weltweit anwendbare IEC-Normen sind geeignet, in einer elektromagnetischen Umgebung eine hinreichende Verträglichkeit sicherzustellen.

Die Bundesnetzagentur beteiligt sich entsprechend § 13 Abs. 2 Nr. 6 EMVG aktiv an der Normungsarbeit und wirkt darauf hin, dass Schutzansprüchen von Funk- und leitungsgebundenen Kommunikationsdiensten sowie einer effektiven Nutzung von Funkfrequenzen Rechnung getragen wird. Nach Artikel 45 Abs. 3 der Konstitution der Internationalen Fernmeldeunion (BGBl. 2001 II S. 1121) ist die Bundesrepublik Deutschland als Mitgliedstaat zur Sicherung des bestimmungsgemäßen Betriebs von Funkdiensten vor Beeinträchtigungen durch elektrische Geräte und Anlagen angehalten.

Das geschieht in einem weiten Feld, betrifft aber insbesondere die Aktivitäten der Industriebranchen

  • Leistungselektronik,
  • Unterhaltungselektronik,
  • Kabelfernsehnetze,
  • Multimediageräte,
  • Hausgeräte und Elektrowerkzeuge,
  • Beleuchtungseinrichtungen,
  • elektrische Kraftfahrzeuge und Bahnen sowie
  • Funkgeräte.

An der Normungsarbeit zur EMV nimmt die Bundesnetzagentur auf folgenden Ebenen aktiv teil:

Außerdem führt die Bundesnetzagentur Grundsatzuntersuchungen zu verschiedenen Störszenarien zwischen Funk- und anderen elektrischen und elektronischen Anwendungen oder leitungsgebundenen Kommunikationsnetzen durch. Falls erforderlich veranlasst und betreut die Bundesnetzagentur solche Untersuchungen in den Normungsgremien, aber auch schon im Vorfeld der Normungsarbeit im unabhängigen, die Bundesnetzagentur beratenden Ausschuss für Technische Regulierung in der Telekommunikation (ATRT), z. B. im Zusammenhang mit der Frequenznutzung von 790 MHz bis 862 MHz durch den Mobilfunk in der Projektgruppe ESKM des ATRT.

Grundlage hierfür sind auch die einschlägigen technischen Berichte und Empfehlungen der Normungsorganisationen, z. B.

  • CISPR 16-4-4: Stör- und Kopplungsmodelle zur Bestimmung von Grenzwerten für die zulässige Störaussendung aus allen Arten von elektrischen und elektronischen Produkten, Systemen und Anlagen einschließlich Telekommunikationsnetzen oder
  • IEC 61000-2-5: Beschreibung der Betriebsumgebungen Wohnbereich, Geschäfts- und Gewerbebereich sowie Industriebereich.
Stand: 01.02.2013

Weitere Informationen

ATRT-PG ESKM