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Der Prüf- und Mess­dienst der Bundesnetzagentur (PMD)

Der Prüf- und Messdienst (PMD) ist an zahlreichen Standorten in der Bundesrepublik in den Außenstellen der Bundesnetzagentur präsent und sorgt mit moderner stationärer und mobiler Messtechnik sowie vielfältigen Prüf- und Messaktivitäten dafür, dass das Frequenzspektrum effizient und störungsfrei genutzt werden kann.

Grundlage der Arbeit des PMD bilden insbesondere das Telekommunikationsgesetz (TKG), das Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln (EMVG), das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG), das Gesetz über den Amateurfunk (AFuG), die Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV) sowie die Sicherheitsfunk-Schutzverordnung (SchuTSEV).

Das Aufgabenspektrum des PMD umfasst u. a. die Beseitigung funktechnischer Störungen, die Prüfung von Frequenznutzungen, Messungen im Rahmen der Marktaufsicht und der elektromagnetischen Umweltverträglichkeit, die Ermittlung von Frequenznutzungen ohne Zuteilung sowie Untersuchungen zur Funkverträglichkeit und zur Frequenzplanung.

Aktuelles

Der Rundfunkpirat „Jeckenradio“ auf der Frequenz 93,7 MHz wurde am 11.11.2018 um 16:36 Uhr aufgrund der Ermittlungen durch die Rufbereitschaft des Prüf- und Messdienstes Krefeld/Rheurdt außer Betrieb gesetzt. Es handelte sich bei den Rundfunkaussendungen um ein recht professionell erscheinendes Musikprogramm mit Karnevalsmusik und Nachrichtendurchsagen zu jeder vollen Stunde. Dies ließ zunächst auf einen kommerziellen Betreiber schließen. Zusätzlich wurde mittels RDS-Kennung (Radio Data System) neben dem Stationsnamen „Jeckenradio“ auf deren Internethomepage hingewiesen. Recherchen des Prüf- und Messdienstes Krefeld ergaben allerdings, dass eine Kurzzeitgenehmigung für die Frequenz 93,7 MHz nicht vorlag. Auch der o.a. Internetauftritt existiert schon seit mehreren Jahren und überträgt zu den karnevalistischen Feiertagen wie Karnevalserwachen und Altweiber bis Rosenmontag in einem livestream nonstop Karnevalschlager. Eben diesen livestream übertrug der Sender auf der Frequenz 93,7 MHz. Dem Betreiber droht nun ein Bußgeldverfahren mit der bekannten Bußgeldmaximalhöhe von 500.000€.

Störungsbearbeitung

Eine Schwerpunktaufgabe des PMD ist die Aufklärung von elektromagnetischen Unverträglichkeiten und Funkstörungen. Mit besonderer Priorität werden Funkstörungen bei sicherheitsrelevanten Funkdiensten und -anwendungen, wie z. B. Funkanwendungen der Luftfahrt (Sprech- und Navigationsfunk) und der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie bei öffentlichen Telekommunikationsnetzen bearbeitet. Einen hohen Stellenwert genießen auch Funkstörungen, die erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Störungen des Radio- und Fernsehempfangs stellen ebenfalls einen wesentlichen Anteil der durch den PMD bearbeiteten Fälle dar. Darüber hinaus werden elektromagnetische Unverträglichkeiten bei elektrischen/elektronischen Anlagen und Geräten, z. B. DSL-Störungen durch Netzteile, bearbeitet.

Zur Ermittlung der Störquellen kommen abhängig vom jeweiligen Störfall neben stationären Mess- und Peilstationen auch universell ausgestattete Funkmessfahrzeuge sowie verschiedene Spezialfahrzeuge zum Einsatz.

Die Meldung von Funkstörungen und elektromagnetischen Unverträglichkeiten kann über eine jederzeit erreichbare Telefonnummer und per E-Mail erfolgen. Dieser Service der Bundesnetzagentur wird von Bürgern, Firmen und Behörden schon seit Jahren in hohem Maße in Anspruch genommen.

Wenn Sie Fragen zu Funkstörungen haben, eine Funkstörung feststellen und unsere Hilfe benötigen, dann rufen Sie die Funkstörungsannahme der Bundesnetzagentur an oder schreiben eine E-Mail.

Marktüberwachung

Für die Sicherstellung einer effizienten und störungsfreien Frequenznutzung und zum Schutz für Verbraucher bezüglich der Betriebssicherheit von Funkgeräten führt der PMD im Rahmen der Marktüberwachung messtechnische Prüfungen von elektrischen Geräten durch. Alle elektrischen Geräte, die in den Handel gebracht werden, müssen international und national festgelegten Normen und Standards entsprechen. Die CE-Kennzeichnung am Gerät zeigt dem Verbraucher, dass die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden. Die Bundesnetzagentur entnimmt dem Markt stichprobenartig elektrische/elektronische Geräte (z. B. elektrische Haushaltsgeräte und Werkzeuge, Beleuchtungsmittel, Geräte der Unterhaltungselektronik und Funkgeräte) und überprüft die Einhaltung der Vorgaben in speziell dafür ausgerüsteten Messlaboren. Bei den messtechnischen Untersuchungen der Geräte werden die Einhaltung der Richtlinien über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen 1999/5/EG und der Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit 2004/108/EG bzw. EMVG überprüft. Darüber hinaus werden zusätzliche Prüfungen zu funktionalen Parametern durchgeführt. Die nach wie vor hohe Auffälligkeitsquote der untersuchten Produkte aus den Stichproben belegt die Wichtigkeit dieser Aufgabe zum Nutzen des Verbrauchers.

Messungen zur elektromagnetischen Umweltverträglichkeit

Funkanlagen mit einer äquivalenten isotropen Strahlungsleistung (EIRP) von 10 Watt und mehr (z. B. Mobilfunk, Rundfunk, Funkanlagen von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) dürfen nur dann in Betrieb genommen werden, wenn die Bundesnetzagentur die Einhaltung der Personenschutzgrenzwerte festgestellt hat. Hierzu legt die Bundesnetzagentur in der Standortbescheinigung einzuhaltende Sicherheitsabstände fest. Der PMD führt stichprobenartige Überprüfungen durch. Darüber hinaus werden vom PMD die örtlichen Emissionen von Funkanlagen durch bundesweite Feldstärkemessungen im Frequenzbereich von 9 Kilohertz bis 3 Gigahertz jährlich dokumentiert. Die Messergebnisse – das Festlegen der Messpunkte erfolgt mit Beteiligung der Bundesländer – zeigen, dass die Grenzwerte eingehalten werden und somit das Standortverfahren wirkungsvoll ist.

Die Messergebnisse werden auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur veröffentlicht. Mit ihren Messkampagnen leistet die Bundesnetzagentur einen wesentlichen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion im Themenbereich elektromagnetische Umweltverträglichkeit.

Prüfung von Frequenznutzungen

Auf der Grundlage des TKG überprüft der PMD stichprobenartig Frequenznutzungen auf Einhaltung der Zuteilungsbestimmungen. Abweichungen der tatsächlichen Parameter einer Frequenznutzung von den Zuteilungsparametern werden im konkreten Fall festgestellt und die Zuteilungsinhaber zur Nachbesserung aufgefordert. Negative Auswirkungen auf andere Frequenznutzungen sollen frühzeitig erkannt und in Folge auch das Störungsaufkommen minimiert werden. Darüber hinaus liefern die Überprüfungen allgemeine Erkenntnisse für regulatorische Ansätze. Durch Überprüfungen werden ungenutzte Frequenzzuteilungen erfasst und Zuteilungsdatenstände bereinigt. Überprüfungen von Frequenzzuteilungen zielen auch auf eine general-präventive Wirkung ab. Durch die beschriebene Überwachung der Frequenznutzungen können Frequenznutzer davon ausgehen, dass Abweichungen von Zuteilungsparametern zumindest auf längere Sicht auffallen und bemängelt werden.

Die Überprüfung von Frequenznutzungen erfolgt in der Bundesnetzagentur in der Regel nach einem statistischen Verfahren. In Einzelfällen können Überprüfungen mit besonderer Begründung nach anderen Verfahren, z.B. aus anlassbezogenen Gründen durchgeführt werden. Grundsätzlich besteht der Ansatz, mit den Überprüfungen repräsentative Aussagen zu gewinnen und die komplette Bandbreite an Funkdiensten und Frequenznutzungen abzudecken.

Die immer wieder festgestellten hohen Abweichungsquoten bestätigen die Notwendigkeit von Überprüfungen. Überprüfungen mit geringen Abweichungsquoten bestätigen die Fachkunde und Zuverlässigkeit der Zuteilungsinhaber.

Stand: 01.02.2013

Kontakt

Funkstörungsannahme der Bundesnetzagentur
Außenstelle Hamburg, Standort Itzehoe
Postkamp 26
25524 Breitenburg

Tel.: 04821 / 89 55 55

E-Mail: funkstoerung@bnetza.de