Navigation und Service

In­tra-EU-Kommunikation

Regulierung der Auslandsgespräche und SMS (sog. Intra-EU-Kommunikation)

Am 17.12.2018 wurden im Amtsblatt der Europäischen Union erstmals Vorschriften zur Regulierung der Endkundenentgelte für Auslandsgespräche und SMS, d.h. sog. Intra-EU-Kommunikation, veröffentlicht. Demnach umfasst die regulierte Intra-EU-Kommunikation nutzungsabhängige Sprachtelefonie sowie SMS, welche vom Heimatland in einen anderen Mitgliedstaat innerhalb der Europäischen Union getätigt werden. Auf das Beispiel Deutschland bezogen bedeutet dies, dass zukünftig Sprachanrufe und SMS reguliert werden, die aus einem deutschen Netz in ein ausländisches Netz eines anderen Mitgliedstaats (z.B. Frankreich) geführt werden. Die regulierte Intra-EU-Kommunikation darf ab 15.05.2019 bestimmte Preisobergrenzen nicht überschreiten. Sofern Sie einen Tarif nutzen, in dem Auslandsgespräche und SMS nicht nutzungsabhängig berechnet werden, sondern pauschal berechnet werden, etwa im Falle einer Flatrate, gelten die Preisobergrenzen nicht.

Intra-EU-Kommunikation ist kein International Roaming!

Bei der Intra-EU-Kommunikation handelt es sich nicht um International Roaming. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei der Intra-EU-Kommunikation ein Sprachanruf oder eine SMS aus dem Netz des inländischen Anbieters erfolgt, das heißt, dass hier das jeweilige Heimatnetz als Ursprung dient. Beim International Roaming hingegen befinden Sie sich im Ausland, und Ihr Mobiltelefon ist in das besuchte Netz eingebucht – d.h. die Sprachanrufe und SMS erfolgen aus dem besuchten Netz im europäischen Ausland. Während beim Roaming in der EU die Roam-Like-At-Home-Regelungen, d.h. das Roaming zu Inlandspreisen, gelten, finden die Vorschriften für International Roaming aus der EU-Roaming-Verordnung für die Intra-EU-Kommunikation keine Anwendung. Für Intra-EU-Kommunikation gibt es wiederum spezielle Vorschriften. Falls Sie Fragen rund um die Abschaffung der Roaming-Gebühren haben, finden Sie hier weitere Informationen.

Regelungen für Intra-EU-Kommunikation gelten seit dem 15.05.2019

Mit Beginn des 15.05.2019 dürfen regulierte Auslandsgespräche nicht mehr als 0,19 €/min (ohne MwSt.) und SMS in andere EU-Staaten nicht mehr als 0,06 €/SMS (ohne MwSt.) kosten. Die Regelungen gelten unabhängig, egal ob aus dem Mobilfunkfunknetz oder Festnetz.

Alternative Tarife für Intra-EU-Kommunikation

Neben der regulierten Intra-EU-Kommunikation können Anbieter weiterhin alternative Tarife anbieten, die beispielsweise zusätzlich auch Sprachverbindungen sowie SMS in Staaten außerhalb der EU (z.B. Schweiz, USA) enthalten. Für diese alternativen Tarife gelten die Preisobergrenzen nicht. Sofern Sie einen alternativen Tarif besitzen und ab dem 15.05.2019 nicht ausdrücklich Ihrem Anbieter mitteilen, dass Sie in diesem Tarif verbleiben möchten, werden Sie nach einer Frist von zwei Monaten automatisch zum 15.07.2019 von Ihrem Anbieter in einen regulierten Tarif für Intra-EU-Kommunikation umgestellt.

Zwar gelten bei den pauschalen Tarifen (bspw. 60 Minuten telefonieren für 5€) die Preisobergrenzen nicht. Diese werden jedoch in dem Fall relevant, wenn Sie Ihren Tarif über das pauschal vereinbarte Minutenvolumen (im o.g. Beispiel also ab der 61. Minute) nutzen und nach Ablauf des Volumens wiederum nutzungsabhängige Preise fällig werden. Für die Nutzung weiterer Sprachminuten bzw. SMS gelten dann nämlich wiederum die Preisobergrenzen von 0,19 €/min bzw. 0,06 €/SMS (jeweils ohne MwSt.).

Ein FAQ zu den häufig gestellten Fragen rund um die Intra-EU-Kommunikation finden Sie hier.

Es empfiehlt sich grundsätzlich, dass Sie rechtzeitig prüfen, welche Tarife für Sie individuell am günstigsten sind.

Auswirkungen auf die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells des inländischen Betreibers

Aufgrund der erstmaligen Regulierung von Intra-EU-Kommunikation könnte es sein, dass Anbieter ihre Kosten nicht mehr tragen können. Aus diesem Grund können die betroffenen Anbieter von regulierter Intra-EU-Kommunikation nachweisen, dass sie stärker als die meisten anderen Anbieter in der EU von der Einführung der Preisobergrenzen betroffen sind. Ein solcher Nachweis muss aufzeigen, dass die Einführung der Preisobergrenzen erhebliche negative Auswirkungen auf das nationale Geschäftsmodell hat. Ist ein solcher Nachweis erbracht, können die nationalen Regulierungsbehörden auf Antrag des Anbieters ausnahmsweise für einen Zeitraum von einem Jahr Preise festsetzen, die über die regulierten Preisobergrenzen hinausgehen und dazu geeignet sind, das inländische Geschäftsmodell sicherzustellen. Auf wiederholten Antrag kann dieser Zeitraum mehrmals um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Leitlinien für Anbieter von Intra-EU-Kommunikation

BEREC, das Gremium der europäischen Regulierer für elektronische Kommunikation, hat aufgrund der nunmehr veröffentlichten Regelungen die Aufgabe, vor dem Inkrafttreten der Vorschriften für die Regulierung von Intra-EU-Kommunikation Leitlinien zu erstellen, welche insbesondere dazu dienen sollen, einen europaweit einheitlichen Maßstab zur Bewertung der Tragfähigkeit des inländischen Geschäftsmodells aufgrund der Einführung von Preisobergrenzen zu erarbeiten. Gleichzeitig sollen die Leitlinien auch sicherstellen, dass die Vorschriften für die Regulierung der Intra-EU-Kommunikation in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten konsistent angewendet werden.

In einem von BEREC organisiertem Workshop wurden am 29.01.2019 die ab dem 15.05.2019 geltenden Bestimmungen für Intra-EU-Kommunikation erläutert. Weitere Informationen sowie die im Workshop behandelten Themen finden Sie auf den Internetseiten von BEREC.

Schließlich wurden die finalisierten Leitlinien unter Berücksichtigung der Anmerkungen und Ergebnisse des Workshops am 11.03.2019 durch BEREC veröffentlicht. Die Leitlinien können ebenfalls auf den Internetseiten von BEREC eingesehen und heruntergeladen werden

Zusätzlich finden Sie auf dem YouTube-Video von BEREC in englischer Sprache mit deutschem Untertitel ein anschauliches Video, das die Unterschiede zwischen Roam-Like-At-Home und Intra-EU-Kommunikation anschaulich erklärt.