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Ver­mitt­lungs­dienst für ge­hör­lo­se und hör­ge­schä­dig­te Men­schen

Der Vermittlungsdienst ermöglicht gehörlosen und hörgeschädigten Menschen, Telefongespräche führen zu können.

Wie funktioniert der Vermittlungsdienst?

  • Der gehörlose oder hörgeschädigte Mensch baut mit einem PC, der mit einer Kamera ausgestattet ist, oder über ein Smartphone beziehungsweise über ein Tablet eine Videoverbindung zum Vermittlungsdienst auf.

    Ein Gebärdensprachdolmetscher des Vermittlungsdienstes nimmt den Anruf entgegen. Der hörbehinderte Mensch teilt dem Gebärdensprachdolmetscher in Gebärdensprache mit, wen er telefonisch erreichen möchte. Der Gebärdensprachdolmetscher wählt den gewünschten Teilnehmer an und teilt diesem in Lautsprache mit, dass der hörbehinderte Mensch ein Telefonat mit ihm führen möchte. Wenn der angerufene Teilnehmer das Gespräch annimmt, übersetzt der Dolmetscher das Telefonat für beide Gesprächspartner von Deutscher Gebärdensprache in deutsche Lautsprache und umgekehrt.

  • In vergleichbarer Form verläuft die Nutzung des Vermittlungsdienstes beim Einsatz eines Schriftdolmetschers. In diesem Fall teilt der hörbehinderte Teilnehmer schriftlich seinen Telefonwunsch mit und ein Schriftdolmetscher ruft den gewünschten Gesprächspartner an. Der Dolmetscher übersetzt dann die Gesprächsinhalte von deutscher Schriftsprache in deutsche Lautsprache und umgekehrt.
  • Für hörgeschädigte Endnutzer mit einer guten Lautsprachenkompetenz besteht die Möglichkeit, selbst mit dem angerufenen Teilnehmer zu sprechen. Die Antwort erhält der hörgeschädigte Endnutzer dann in Textform auf den Bildschirm.
  • Hörende können einen gehörlosen oder hörgeschädigten Menschen anrufen, indem sie über eine Telefonverbindung Kontakt zu einem Gebärdensprachdolmetscher oder zu einem Schriftdolmetscher des Vermittlungsdienstes aufnehmen. Der Dolmetscher stellt die Verbindung zu dem gehörlosen oder hörgeschädigten Gesprächspartner her und übersetzt das Gespräch.

Rechtliche Grundlage für den Vermittlungsdienst

Die Anbieter öffentlich zugänglicher Telefondienste sind nach § 45 Absatz 3 Telekommunikationsgesetz zur Einrichtung eines jederzeit verfügbaren Vermittlungsdienstes verpflichtet. Da die Telefondiensteanbieter den Vermittlungsdienst für gehörlose und hörgeschädigte Endnutzer nicht selbst erbringen, hat die Bundesnetzagentur, wie im Gesetz vorgesehen, eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt und ein Unternehmen mit der Erbringung des Dienstes beauftragt. Die Anbieter öffentlich zugänglicher Telefondienste sind durch das Telekommunikationsgesetz verpflichtet, Beiträge zur Finanzierung des Vermittlungsdienstes zu zahlen. Die Bundesnetzagentur legt die Höhe dieser Beiträge jährlich neu fest. Außerdem ermittelt die Bundesnetzagentur regelmäßig den Bedarf für den Vermittlungsdienst.

Wer erbringt den Vermittlungsdienst?

Derzeit erbringt die Tess - Sign & Script - Relay-Dienste für hörgeschädigte Menschen GmbH den Vermittlungsdienst bis Ende 2022.

Finanzierung des Vermittlungsdienstes

Das Gesetz sieht vor, dass die Nutzer des Vermittlungsdienstes Entgelte zahlen müssen. Da der Vermittlungsdienst erschwinglich sein soll, hat die Bundesnetzagentur veranlasst, dass die Gebühren für die private Nutzung des Dienstes ab 1. Januar 2019 gesenkt wurden.

Siehe Pressemitteilung vom 2. Januar 2019 „Telefondolmetschdienst wird für hörgeschädigte Menschen günstiger“.

Anders als bei der beruflichen Nutzung des Vermittlungsdienstes reichen die Gesprächsgebühren, die die Teilnehmer für die private Nutzung des Vermittlungsdienstes zahlen, bei Weitem nicht aus, um die Kosten des Telefondolmetschdienstes zu decken. Die Telefondiensteanbieter finanzieren den größten Teil der Kosten des privat genutzten Vermittlungsdienstes für gehörlose und hörgeschädigte Endnutzer.

Informationen und Fragen

Gehörlose und hörgeschädigte Verbraucher können Fragen zu diesem Thema an die Bundesnetzagentur und an das Unternehmen richten, das den Vermittlungsdienst erbringt.

Informationen zu Änderungen in den Bereitstellungszeiten oder den Tarifen für den Vermittlungsdienst (Gebärdensprachdolmetschen, Schriftdolmetschen) werden auf der Homepage des Unternehmens für Sie bereitgestellt: www.tess-relay-dienste.de

Kontakt

Verbraucherservice Telekommunikation
Bundesnetzagentur, Postfach: 8001, 53105 Bonn

Fax: 030 / 22480 - 517