Navigation und Service

Ver­mitt­lungs­dienst für Ge­hör­lo­se und Hör­ge­schä­dig­te

Sinn und Zweck des Vermittlungsdienstes ist es, gehörlosen und hörgeschädigten Menschen soweit wie möglich trotz ihrer Behinderung herkömmliche „Sprach“-Telefonie zu ermöglichen. Der Gehörlose oder Hörgeschädigte soll in die Lage versetzt werden, jeden Teilnehmer anzurufen bzw. von jedem Teilnehmer angerufen zu werden.

In seiner Grundform funktioniert der Vermittlungsdienst wie folgt:

  • Der gehörlose oder hörgeschädigte Mensch baut mit einem PC, der mit einer Kamera ausgestattet ist, über eine Breitbanddatenverbindung eine Videoverbindung zum Vermittlungsdienst auf. Der dort bereit stehende Gebärdensprachdolmetscher nimmt den Anruf entgegen. Der Gehörlose oder Hörgeschädigte teilt dem Gebärdensprachdolmetscher in Form der Gebärdensprache mit, welchen konkreten Teilnehmer er im Fest- oder Mobilfunknetz telefonisch erreichen möchte. Der Gebärdensprachdolmetscher wählt den gewünschten Teilnehmer an und teilt diesem mit, dass der Gehörlose oder Hörgeschädigte ein Telefonat mit ihm führen möchte.

  • Wenn der angerufene Teilnehmer das Gespräch annehmen möchte, setzt der Dolmetscher die gesprochenen Gesprächsanteile des angerufenen Teilnehmers in Richtung Gehörlosen oder Hörgeschädigten in Gebärdensprache um. Ebenso übersetzt der Dolmetscher die Gebärdensprache des Gehörlosen und Hörgeschädigten gegenüber dem angerufenen Teilnehmer in Lautsprache.

  • In vergleichbarer Form verläuft die Nutzung des Vermittlungsdienstes beim Einsatz eines Schriftdolmetschers. In diesem Fall wird keine Kameraverbindung, sondern lediglich eine Datenverbindung zur Übermittlung hergestellt. Der Schriftdolmetscher übersetzt dann die empfangenen Daten in Lautsprache bzw. Schriftsprache.

Rechtliche Grundlage für den Vermittlungsdienst

Die Anbieter öffentlicher Telefondienste sind nach § 45 Absatz 3 TKG zur Einrichtung eines Vermittlungsdienstes verpflichtet. Die Bundesnetzagentur begleitet diesen Vermittlungsdienst seit 2005 (Pilotprojekt) und schreibt seit 2009 den Regelbetrieb dieses Dienstes öffentlich aus. Sie ist verpflichtet, regelmäßig den Bedarf für Vermittlungsdienste zu ermitteln und festzulegen. Darüber hinaus begleitet die Bundesnetzagentur die Finanzierung des Vermittlungsdienstes, indem sie die Beiträge der Unternehmen jährlich neu festlegt.

Wer erbringt den Vermittlungsdienst?

Derzeit erbringt die Tess - Sign & Script - Relay-Dienste für hörgeschädigte Menschen GmbH den Vermittlungsdienst bis Ende 2018. Für die Bereitstellung des Vermittlungsdienstes ab 2019 wird dieser von der Bundesnetzagentur erneut ausgeschrieben.

Informationen und Fragen

Darüber hinaus ist die Bundesnetzagentur zusammen mit dem jeweils aktuellen Unternehmen, das den Vermittlungsdienst erbringt bemüht, alle Fragen der gehörlosen und hörgeschädigten Verbraucher zu diesem Thema zu beantworten.

Informationen zu Änderungen in den Bereitstellungszeiten oder den Tarifen für den Vermittlungsdienst (Gebärdensprachdolmetschen, Schriftdolmetschen) werden auf der Homepage des Unternehmens für Sie bereitgestellt: www.tess-relay-dienste.de

Stand: 27.01.2016