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Ka­pi­tal­kos­ten­ab­gleich

Kapitalkostenabgleich für Verteilernetzbetreiber

Seit Beginn der 3. Regulierungsperiode (Strom ab 2019) gelten die Regelungen der ARegV-Novelle 2016 zum Kapitalkostenabgleich. Für die Kapitalkosten der Verteilernetzbetreiber (VNB) findet dabei ein jährlicher Abgleich statt, so dass die Erlösobergrenze bei Änderung der Kapitalkosten angepasst werden. Dies verändert das zuvor geltende System insofern, als dass für die Kapitalkosten eine Abkehr vom Budgetprinzip stattfindet.

Der Kapitalkostenabgleich setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen, einem Aufschlag und einem Abzug.

Kapitalkostenabzug

Beim Kapitalkostenabzug werden die Kapitalkosten des Kalenderjahres, auf dem die Kostenprüfung basiert (das sogenannte Basisjahr), jährlich um entfallene Kapitalkosten reduziert. Dies sind beispielsweise die Kosten von Anlagen, die im betrachteten Kalenderjahr vollständig abgeschrieben sind. Auch der durch die fortlaufenden Abschreibungen auf Vermögensgegenstände stetig sinkende Wert des Vermögens wird durch eine Anpassung der Verzinsung berücksichtigt. Der Betrag für den Kapitalkostenabzug steigt über die Regulierungsperiode an.

Der Kapitalkostenabzug wird im Rahmen der Kostenprüfung zu Beginn der Regulierungsperiode festgelegt.

Kapitalkostenaufschlag

Der Kapitalkostenaufschlag, berücksichtigt nach dem Basisjahr neu hinzugekommene Investitionen und erhöht die festgelegte Erlösobergrenze im Verlauf der Regulierungsperiode. So wird eine schnellere Refinanzierung neuer Investitionen ermöglicht.

Der Kapitalkostenaufschlag wird nach Maßgabe des § 10a ARegV ermittelt. Vereinfacht gesprochen besteht er aus der Summe der auf der Grundlage der Anschaffungs- und Herstellungskosten der betriebsnotwendigen Anlagegüter ermittelten kalkulatorischen Abschreibungen nach § 6 Absatz 4 StromNEV, kalkulatorischen Verzinsung und der kalkulatorischen Gewerbesteuer.

Beim Kapitalkostenaufschlag handelt es sich um ein Antragsverfahren. Sowohl Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen im Regelverfahren als auch im vereinfachten Verfahren können einen Kapitalkostenaufschlag beantragen.

Der Antrag auf Kapitalkostenaufschlag kann jährlich bis zum 30. Juni gestellt werden.

Neuer Erhebungsbogen sowie Neufassung des Hinweispapiers zum Kapitalkostenaufschlag

Der neue Erhebungsbogen zum Kapitalkostenaufschlag enthält keine grundlegenden Änderungen. Bitte beachten Sie jedoch die Änderungen im Zeitablauf im Tabellenblatt "Changelog" sowie die Fragen im Tabellenblatt "A-Stammdaten". Außerdem gibt es ein neues Tabellenblatt „Erläuterungen“ für Erläuterungen seitens der Netzbetreiber. Das dazugehörige Hinweispapier der Beschlusskammern 8 und 9 wurde grundlegend überarbeitet. Neben grundsätzlichen Aktualisierungen und dem Entfernen hinfällig gewordener Anmerkungen weisen wir insbesondere auf die Anpassungen auf Seite 6 hin. Hier finden Sie die Ausführungen zum Umgang mit den Ist-Daten sowie den Umgang mit Planansätzen in bestimmten Anlagengruppen mit Auswirkungen auf Ihre Antragstellung.

Hinsichtlich der Antragsfrist in der aktuellen Corona-Lage gilt Folgendes:

1. Der schriftliche Antrag nebst etwaiger Erläuterungen ist ohne besondere Formanforderungen fristwahrend in jedem Fall zum 30.06. zu stellen ist.
2. Sollten Sie für die Datenlieferung (Erhebungsbogen) aufgrund der Corona-Beschränkungen eine Fristverlängerung benötigen, bitten wir um Rückmeldung unter der folgenden E-Mailadresse: Poststelle.BK8@BNetzA.de mit einem Hinweis, wann wir mit dem Erhebungsbogen rechnen können. Wir nehmen dann ggf. Kontakt mit Ihnen auf.

Verfahrensliste

Eine Übersicht zu den jährlichen Verfahren ab 2019 (alle VNB in Zuständigkeit der Bundesnetzagentur) mit Aktenzeichen finden Sie hier:

Weitere Informationen

Erhebungsbogen für Stromnetzbetreiber nach § 10a ARegV für den Kapitalkostenaufschlag für die Erlösobergrenze des Jahres 2020

Erhebungsbogen für Stromnetzbetreiber nach § 10a ARegV für den Kapitalkostenaufschlag für die Erlösobergrenze des Jahres 2019