Han­dy-/ In­ter­net-Dia­ler

Handydialer sind meist unerwünschte Programme auf mobilen Geräten.
Diese stellen automatisiert Verbindungen zu in der Regel hochpreisigen Rufnummern
her oder versenden Kurznachrichten an Premium-Kurzwahlnummern.

Bestimmte Dienstleistungen über Datenverbindungen (z. B. Internet) sind entgeltpflichtig. Die Anwahl zu solchen Dienstleistungen kann durch ein Anwählprogramm (Dialer) erfolgen.

Dieses stellt eine neue Verbindung zu einer Nummer her. Dadurch wird eine einfache Abrechnung der Dienstleistung über die Telefonrechnung möglich. Zur besseren Identifizierung dürfen Anwählprogramme, die Verbindungen zu entgeltpflichtigen Rufnummern herstellen, nur über den Rufnummernteilbereich (0)9009 angeboten werden.

Dialer in anderen Rufnummernteilbereichen sind rechtswidrig.

Nur bei der Bundesnetzagentur registrierte Dialer dürfen verwendet werden, wobei die Registrierung kein Gütesiegel darstellt. Die Bundesnetzagentur registriert unter einer bestimmten (0)9009er-Rufnummer jeweils nur einen Dialer, so dass eine Identifizierung des Dialers allein über die möglicherweise auf Ihrer Telefonrechnung erscheinende Rufnummer möglich ist. Mit der Registrierung erhalten Sie als Verbraucher Informationen über die registrierten Dialer und wer sich dahinter verbirgt. Diese Informationen finden Sie in der Dialerdatenbank der Bundesnetzagentur. Die Registrierung erfolgt, wenn das Anwählprogramm bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllt und der Registrierungsverpflichtete schriftlich versichert, dass eine rechtswidrige Nutzung ausgeschlossen ist. Zu diesen Mindestanforderungen für Dialer gehört, dass diese als Anwählprogramme für den Nutzer erkennbar sind

  • bei dem Bezug,
  • bei der Installation und/oder der Aktivierung und
  • bei der tatsächlichen Verbindungsherstellung.

Darüber hinaus bedarf jeder dieser Schritte jeweils einer expliziten Zustimmung des Nutzers, die jeweils in einem Zustimmungsfenster abgefragt wird.

Ansicht Dialer

Zustimmungsfenster

Das Zustimmungsfenster vor Herstellung der Verbindung ist von der Bundesnetzagentur vorgegeben und muss so aussehen.


Tipps zu Ihrem Schutz

Um sich vor unbemerkten Dialereinwahlen zu schützen, empfiehlt die Bundesnetzagentur folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  1. Sie haben die Möglichkeit, den Rufnummernteilbereich (0)9009 bei Ihrem Telefonnetzbetreiber gezielt sperren zu lassen. Weitere Dienste in anderen (0)900er-Rufnummernteilbereichen stehen Ihnen dann trotzdem zur Verfügung.
  2. Aktualisieren Sie regelmäßig und unverzüglich nach Herstellerfreigabe die Software Ihrer Endgeräte.
  3. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Rechnung auf Auffälligkeiten.
  4. Meiden Sie bei der Nutzung Ihres Endgerätes dubiose Webseiten und installieren Sie keine Apps oder Programme, deren Herkunft und Funktionsweise möglicherweise unsicher ist.

Weitere Schutztipps finden Sie hier.

Beschwerde – so geht es!

Für unsere Ermittlungen benötigen wir möglichst detaillierte Sachverhaltsschilderungen. Es ist deshalb sehr wichtig, dass Sie uns alle Details zu Ihrem Fall schildern. Ihre Hinweise und Beschwerden können Sie hier einreichen.

Diese Informationen brauchen wir

  • Ihre persönlichen Daten.
  • Die angewählte Rufnummer.
  • Informationen zu möglicherweise installierten unsicheren Apps
    oder Programmen sowie, sofern verfügbar, Bildschirmfotos mit Auffälligkeiten.
  • Den Zeitpunkt der (ersten) Anwahl der Rufnummer.
  • Einzelverbindungsnachweis.
  • Ggfs. bereits geführte Korrespondenz mit Ihrem Anbieter.

Maßnahmen zu Ihrem finanziellen Schutz kommen nur in Betracht, wenn die streitige Forderung noch offen ist.

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Aktuelle Maßnahmen

Das können wir tun

Auf Grund Ihrer Beschwerde können wir Verstöße prüfen und geeignete Maßnahmen ergreifen. Dies sind z.B.:

  • Anordnung der Abschaltung von Rufnummern, so dass die Rufnummer technisch nicht mehr erreichbar ist.
  • Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot - als finanzieller Schutz, um monetären Gewinn aus rechtswidriger Nummernnutzung zu unterbinden.

Ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot bewirkt, dass Verbindungsentgelte zu den im Bescheid angegebenen Rufnummern und den darin angegebenen Zeiträumen vom Telekommunikationsanbieter nicht in Rechnung gestellt werden dürfen. Bei bereits in Rechnung gestellten Kosten greift das Inkassierungsverbot. Die Forderungen dürfen nicht mehr beigetrieben werden.
Dieser Schutz durch ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot wird regelmäßig durch ein ausdrückliches Auszahlungsverbot für betroffene Netzbetreiber ergänzt. So wird sichergestellt, dass der betroffene Netzbetreiber keine Auszahlung missbräuchlich generierter Verbindungsentgelte auch gegenüber ausländischen Vertragspartnern vornimmt. Die Täter sollen möglichst wenig und am besten kein Geld erhalten.
Die Maßnahmen der Bundesnetzagentur ergehen – bis auf Abmahnungen – in der Regel in Form von sofort vollziehbaren Verwaltungsakten. Dies bedeutet, dass sie von den Adressaten auch dann unmittelbar umzusetzen sind, wenn diese gegen die Bescheide Widerspruch einlegen. Ferner können die Maßnahmen im Wege des gerichtlichen Eilrechtsschutzes oder mittels Klage vor dem Verwaltungsgericht überprüft werden. (Erst) nach fruchtlosem Ablauf der Rechtsbehelfsfrist werden die Verwaltungsakte bestandskräftig. Mehr dazu.

Aktuelle Maßnahmen zu Rufnummern finden Sie in unserer Maßnahmenliste

Gesetzliche Regelungen:

Die Befugnisse für ein Tätigwerden der Bundesnetzagentur ergeben sich aus § 67 Abs. 1 i. V. m. § 66f TKG.