Be­läs­ti­gen­de An­ruf­ver­su­che

Sie werden häufiger angerufen, aber wenn Sie das Gespräch entgegennehmen,
meldet sich niemand oder es sind nur Hintergrundgeräusche eines Call Centers
zu hören? Die Anrufversuche erreichen Sie früh morgens oder spät abends
oder an Sonn- und Feiertagen?

Telefonie Dialer

Viele Call Center setzen diese automatischen Wählprogramme (Telefonie Dialer) ein. Zur besseren Auslastung der Call Center werden dabei regelmäßig mehr Rufnummern gleichzeitig angewählt als tatsächlich Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Sobald die ersten Angerufenen das Gespräch entgegengenommen haben, werden die anderen Anrufe abgebrochen. Dadurch kann es zu dropped calls (Anrufversuch bei dem weniger als dreimal angeklingelt wird) und lost calls (nach Anrufannahme durch den Angerufenen und stehender Verbindung meldet sich kein Gesprächspartner auf der anderen Seite) kommen. Die Rufnummern werden auf Wiedervorlage gelegt und zu einem späteren Zeitpunkt erneut angewählt. Weder der Einsatz eines Telefonie Dialers noch das Anrufverhalten von Call Centern an sich sind gesetzlich geregelt.

Wenn solche Fälle zu einer sehr massiven und unzumutbaren Belästigung führen, kann die Bundesnetzagentur Maßnahmen wegen rechtswidriger Nummernnutzung einleiten.

Von einem belästigendem Anrufverhalten ist zum Beispiel auszugehen, wenn:

  • Anrufe an Werktagen vor 8 Uhr oder nach 20 Uhr stattfinden oder bei telefonischen Werbemaßnahmen an Sonntagen und bundeseinheitlichen Feiertagen oder
  • mehr als drei Mal am Tag angerufen wird.

Tipps zu Ihrem Schutz

Um die belästigenden Anrufversuche abzustellen, gibt es grundsätzlich folgende technische Lösungsmöglichkeiten:

Einige Netzbetreiber bieten ihren Kunden die Möglichkeit, ganze Rufnummerngruppen oder auch nur einzelne Rufnummern zu sperren. Bitte erkundigen Sie sich insofern bei Ihrem Telefonanbieter.
Möglicherweise lässt sich die betreffende Rufnummer auch in Ihrem Telefon, Telefonanlage oder Router sperren. Weitere Auskünfte hierzu kann Ihnen der Fachhandel oder der Hersteller geben.

Weitere Schutztipps finden Sie hier.

Beschwerde – so geht es!

Ob ein konkretes Anwählverhalten eine unzumutbare Belästigung im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb darstellt, ist für jeden Einzelfall unter Abwägung sämtlicher Aspekte des jeweiligen Sachverhalts zu beurteilen. Dazu ist die Bundesnetzagentur auf Ihre möglichst detaillierten Beschwerden über die belästigenden Telefonanrufe mit Hilfe des Formulares angewiesen. Insbesondere ist der Grad der Belästigung im Einzelfall wichtig für ein Vorgehen gegen den Verursacher. Ihre Beschwerde sollte daher möglichst genau beschreiben, zu wie vielen Anrufen in welchem Zeitraum bzw. zu welcher Uhrzeit es gekommen ist.

Diese Informationen brauchen wir:

  1. Angaben zu Anrufversuchen, die sich mehrfach innerhalb der Woche wiederholen, die sich mehrmals am Tage zu unterschiedlichen Zeiten wiederholen (mehr als 3 Anrufversuche pro Tag) und/oder werktags vor 8:00 Uhr bzw. nach 20:00 Uhr erfolgen.
  2. Darüber hinaus Angaben über Anrufe an Samstagen vor 9:00 Uhr bzw. nach 18:00 Uhr sowie an Sonn- bzw. Feiertagen.

Die für die Bundesnetzagentur wichtigen Informationen werden detailliert abgefragt, wenn Sie das folgende Beschwerdeformular verwenden.

Aktuelle Maßnahmen

Das können wir tun

Auf Grund Ihrer Beschwerde können wir Verstöße prüfen und geeignete Maßnahmen ergreifen, wie z.B.:

  • Abmahnung - in der Regel bei leichten Verstößen, insbesondere wenn der Verstoß freiwillig abgestellt wird
  • Anordnung der Abschaltung von Rufnummern, so dass die Rufnummer technisch nicht mehr erreichbar ist
  • Portierungsverbot
  • Androhung und Festsetzung von Zwangsgeldern – zur Durchsetzung der Anordnungen

Die Maßnahmen der Bundesnetzagentur ergehen – bis auf Abmahnungen – in der Regel in Form von sofort vollziehbaren Verwaltungsakten. Dies bedeutet, dass sie von den Adressaten auch dann unmittelbar umzusetzen sind, wenn diese gegen die Bescheide Widerspruch einlegen. Ferner können die Maßnahmen im Wege des gerichtlichen Eilrechtsschutzes oder mittels Klage vor dem Verwaltungsgericht überprüft werden. (Erst) nach fruchtlosem Ablauf der Rechtsbehelfsfrist werden die Verwaltungsakte bestandskräftig. Mehr dazu.

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Aktuelle Maßnahmen zu Rufnummern finden Sie in unserer Maßnahmenliste

Gesetzliche Regelungen

Die Befugnisse für ein Tätigwerden der Bundesnetzagentur wegen belästigender Anrufversuche ergeben sich aus § 67 Abs. 1 TKG.

Nach dieser Vorschrift kann die Bundesnetzagentur im Rahmen der Nummernverwaltung Anordnungen und andere geeignete Maßnahmen treffen, um die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und der von ihr erteilten Bedingungen über die Zuteilung von Nummern sicherstellen. Voraussetzung für ein Einschreiten ist stets die rechtswidrige Nutzung einer Nummer.

Ein solcher Missbrauch einer Rufnummer kann insbesondere bei Verstößen gegen Vorschriften des TKG selbst, aber auch bei Verstößen gegen andere Vorschriften vorliegen. Eine rechtswidrige Rufnummernnutzung kann sich aus Verstößen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ergeben. Anrufversuche – etwa mittels eines automatischen Anwahlprogramms - können bei Nichteinhaltung gewisser Rahmenbedingungen, ohne dass es auf den mutmaßlichen Inhalt des beabsichtigten Gesprächs ankäme, einen Verstoß gegen § 7 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb darstellen. Gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 UWG ist eine geschäftliche Handlung, durch die ein Marktteilnehmer in unzumutbarer Weise belästigt wird, unzulässig.

Bericht zu belästigendem Anrufverhalten 2020

Evaluierungsergebnisse zu belästigendem Anrufverhalten - 2020 (pdf / 365 KB)

Kontakt

Ärger mit Rufnummern
Bundesnetzagentur, Nördeltstr. 5, 59872 Meschede

Tel.: 0291 9955 - 206
Fax: 0632 1934 - 111

E-Mail: rufnummernmissbrauch@bnetza.de