Te­le­fo­nie­ren und Sur­fen im Aus­land

In Kürze

  • Internationales Roaming ist die Nutzung Ihres mobilen Endgerätes in einem ausländischen Mobilfunknetz für Telefonate, Nachrichten und mobile Daten. Sie können Roaming nutzen, wenn Ihr Mobilfunkvertrag es umfasst.
  • Roam-like-at-home beim EU-Roaming: Telefonieren, SMS und Surfen in der EU sowie Liechtenstein, Norwegen und Island kostet Sie genauso viel wie in Deutschland. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen Roaming-Aufschläge anfallen dürfen.
  • Wenn Sie außerhalb der EU unterwegs sind und Ihren deutschen Tarif nutzen, können für Sie höhere Kosten entstehen. Mehr dazu erfahren Sie bei Ihrem Anbieter.
  • Wenn Sie sich in Deutschland befinden, also nicht „roamen“, und in ein anderes EU-Land telefonieren oder SMS versenden, dann gelten regulierte Preisobergrenzen für Auslandsverbindungen. Mehr dazu unter Telefonieren innerhalb der EU.

Roaming in der Europäischen Union

In den 27 EU-Ländern sowie Lichtenstein, Norwegen und Island zahlen Sie die gleichen Preise für Telefonate, Nachrichten und Daten wie bei Ihrem Anbieter in Deutschland. Dabei spricht man vom Roam-like-at-home-Prinzip, kurz RLAH.

Bei Reisen nach Großbritannien informieren Sie sich über die geltenden Roaming-Preise bei Ihrem Anbieter.

Wie funktioniert das EU-Roaming ("Roam-like-at-home")?

Telefonieren aus Frankreich nach Deutschland oder aus Spanien nach Frankreich kostet Sie genauso viel, als würden Sie innerhalb Deutschlands telefonieren. Das gilt gleichermaßen für SMS und mobile Daten.
Ankommende Gespräche und SMS auf Reisen sind für Sie kostenlos. Ausnahmen sind auf Schiffen oder in Flugzeugen möglich.
Das EU-Roaming gilt grundsätzlich für alle Verträge, inklusive Prepaid-Verträge. Geschäftskunden haben meist individuell vereinbarte Tarife, die abweichende Regeln haben können.
Haben Sie einen volumenbasierten Daten- oder Telefonie-Tarif gewählt, werden genutzte Einheiten (Minuten, SMS, MByte bzw. GByte) abgezogen wie bei entsprechender Nutzung in Deutschland.
Roaming-Aufschläge durch den Anbieter sind möglich, z. B. wenn Sie Roaming permanent nutzen oder wenn Sie sich überwiegend im EU-Ausland aufhalten. Mobilfunkanbieter können in den Verträgen mit ihren Kundinnen und Kunden sog. angemessene Nutzungsgrenzen vereinbaren. Dafür gelten spezielle Regelungen.
Neben der Aktivierung von Roamingdiensten müssen Sie in der Regel keine weiteren Einstellungen an Ihrem Endgerät durchführen. Zu den Roaming-Grundeinstellungen kontaktieren Sie Ihren Mobilfunkbetreiber oder lesen die Anleitung Ihres Endgerätes.
Das EU-Roaming gilt nicht für Ihre Gespräche von Deutschland ins Ausland. Seit 2019 gibt es besondere Regelungen für Telefonieren innerhalb der EU.

Begrenzung des Datenroamings in der EU

Roaming-Anbieter können unter bestimmten Voraussetzungen das nationale Datenvolumen bei der Roaming-Nutzung unter Berücksichtigung des Gesamtpreises begrenzen. Hintergrund hierbei ist, dass den Roaming-Anbietern Kosten entstehen, da sie entsprechende Datenvolumina vom Betreiber des besuchten Netzes im Ausland einkaufen müssen. Hierbei gelten regulierte maximale Großhandelspreise von derzeit 3,00 Euro pro GByte (2021). Ohne eine Begrenzung des Datenvolumens beim Roaming könnten gerade Anbieter mit vergleichsweise günstigen Tarifen gezwungen sein, einzelne Roaming-Dienste gänzlich auszuschließen.

Roaming außerhalb der Europäischen Union

Wenn Sie außerhalb der EU unterwegs sind, können Telefonate (inklusive eingehende Anrufe), SMS und die Nutzung von mobilen Daten mit Ihrem deutschen Mobilfunkvertrag teuer werden.

Checkliste für Reisen außerhalb der EU

  • Informieren Sie sich vor Reiseantritt über die aktuellen Preise für Roaming-Dienste im besuchten Land bei Ihrem Anbieter. Fragen Sie nach speziellen Roaming-Tarifen außerhalb der EU und ob Roaming bei Ihrem Mobilfunkvertrag gesondert freigeschaltet werden muss.
  • Über die manuelle Netzauswahl Ihres Endgeräts können Sie bestimmen, dass Sie nur über einen bestimmten ausländischen Anbieter telefonieren bzw. mobile Daten nutzen wollen. Die Auswahl lediglich eines Anbieters kann jedoch dazu führen, dass Sie keine flächendeckende Netzabdeckung haben oder die Qualität der Verbindungen sich von anderen Anbietern unterscheiden kann.
  • Deaktivieren Sie Ihre Mailbox. Anderenfalls können Anrufe dorthin weitergeleitet werden und Sie können diese nur kostenpflichtig abhören.
  • Achten Sie insbesondere bei Datendiensten auf zusätzliche Roaming-Gebühren. Zur Vermeidung von zusätzlichen Roaming-Gebühren können Sie auf Ihrem Endgerät das mobile Internet und das Daten-Roaming für den Zeitraum des Auslandsaufenthalts deaktivieren..
  • Fragen Sie Ihren Anbieter nach einer Kostenobergrenze beim Daten-Roaming. Diesen Kostenairbag gibt es jedoch nicht immer beim Roaming im Ausland. Außerhalb der EU, z. B. wenn der ausländische Netzbetreiber im Drittstaat Ihr Nutzungsverhalten in Echtzeit nicht erfasst, kann dieser entfallen. In diesem Fall wird Ihnen bei der Einreise mitgeteilt, dass die Kostenbegrenzungsfunktion nicht zur Verfügung steht.
  • Für längere Aufenthalte außerhalb der EU, kann es lohnenswert sein, einen Vertrag mit einem Anbieter vor Ort abzuschließen.

Alternative Roamingtarife

Sie können mit Ihrem Anbieter sog. alternative Roamingtarife vereinbaren. Diese können günstiger als der RLAH-Tarif sein oder zusätzlich weitere Länder außerhalb Europas umfassen. Der Anbieter muss Sie über die Abweichungen zum EU-Roaming informieren und Ihnen ermöglichen, jederzeit aus den alternativen Tarifen in die nach der Roaming-Verordnung regulierten Tarife kostenfrei zurückzuwechseln.

Es ist dem Anbieter überlassen, ob er Roaming anbietet oder nicht. Ihr Anbieter kann insofern einzelne Dienste (Sprache, SMS, Daten) vom Roaming ausschließen oder Roaming gänzlich in den Verträgen ausschließen.

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Kostenairbag bei Daten-Roaming

In der Europäischen Union: Sobald Sie 80 Prozent der automatischen Kostengrenze von 50 Euro oder einer sonstigen individuellen Obergrenze erreicht haben, muss der Anbieter Ihnen dies auf Ihrem mobilen Endgerät mitteilen. Ist die vereinbarte oder automatische Obergrenze erreicht, wird die Roaming-Datenutzung beendet und Sie erhalten weitere Information wie Sie ggf. die Datennutzung kostenpflichtig fortsetzen können. Die Datenverbindung bleibt unterbrochen, wenn Sie nicht aktiv auf diese Nachricht reagieren.

Weltweit: Die Kostenbegrenzungsfunktion für mobiles Daten-Roaming ist seit dem 1. Juli 2012 grundsätzlich auch weltweit gültig. Das ist nur möglich, wenn der ausländische Netzbetreiber im Drittstaat Ihr Nutzungsverhalten in Echtzeit erfassen kann.

Lesen Sie mehr zu Kostenairbag hier.

Schiffe und Flugzeuge

Solange Sie sich in einem Netz auf dem Festland („terrestrisches Netz“) innerhalb der Europäischen Union befinden, gelten die Regelungen für Roaming in der EU ("roam-like-at-home"). Gespräche über Satellit auf einem Schiff oder Flugzeug können wesentlich teurer sein. Informieren Sie sich über die dafür geltende Preise. Bevor Sie über Ihr Smartphone, Tablet oder Laptop kommunizieren wollen, sollten Sie prüfen, mit welchem Netz Sie verbunden sind oder das Netz manuell auf dem Endgerät auswählen. Dies gilt insbesondere in der Nähe des Festlands, an Flüssen oder in Küstenregionen.

Hilfe bei Problemen

Wenden Sie Sich in erster Linie an Ihren Mobilfunkanbieter.

Wenn Sie Ihr Anliegen mit dem Anbieter nicht klären konnten, schreiben Sie uns per Kontaktformular, Fax oder Post an Verbraucherservice Telekommunikation, Bundesnetzagentur, Postfach: 8001, 53105 Bonn, Fax: 030 22480 517.

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