Ver­mitt­lungs­dienst für ge­hör­lo­se und hör­ge­schä­dig­te Men­schen

Der Vermittlungsdienst ermöglicht gehörlosen und hörgeschädigten Menschen, Telefongespräche zu führen.

Wie funktioniert das?

Über einen PC mit einer Kamera oder über ein Smartphone beziehungsweise über ein Tablet wird eine Videoverbindung zu einem Gebärdensprachdolmetscher des Vermittlungsdienstes aufgebaut. Der hörbehinderte Mensch teilt dem Gebärdensprachdolmetscher in Gebärdensprache mit, wen er telefonisch erreichen möchte. Der Gebärdensprachdolmetscher wählt die gewünschte Nummer an. Wenn die angerufene Person das Gespräch annimmt, übersetzt der Dolmetscher das Telefonat für beide Gesprächspartner von deutscher Gebärdensprache in deutsche Lautsprache und umgekehrt.

In vergleichbarer Form verläuft die Nutzung des Vermittlungsdienstes beim Einsatz eines Schriftdolmetschers. In diesem Fall teilt der hörbehinderte Teilnehmer schriftlich seinen Telefonwunsch mit und ein Schriftdolmetscher ruft den gewünschten Gesprächspartner an. Der Dolmetscher übersetzt dann die Gesprächsinhalte von deutscher Schriftsprache in deutsche Lautsprache und umgekehrt.

Für hörgeschädigte Endnutzer mit einer guten Lautsprachenkompetenz besteht die Möglichkeit, selbst mit dem angerufenen Teilnehmer zu sprechen. Die Antwort erhält der hörgeschädigte Endnutzer dann in Textform auf den Bildschirm.

Hörende können einen gehörlosen oder hörgeschädigten Menschen anrufen, indem sie über eine Telefonverbindung Kontakt zu einem Gebärdensprachdolmetscher oder zu einem Schriftdolmetscher des Vermittlungsdienstes aufnehmen. Der Dolmetscher stellt die Verbindung zu dem gehörlosen oder hörgeschädigten Gesprächspartner her und übersetzt das Gespräch.

Wer stellt den Dienst zur Verfügung?

Da die Anbieter den Vermittlungsdienst nicht selbst erbringen, hat die Bundesnetzagentur eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt und ein Unternehmen mit der Erbringung des Dienstes beauftragt. Derzeit erbringt die Tess - Sign & Script - Relay-Dienste für hörgeschädigte Menschen GmbH den Vermittlungsdienst bis Ende 2022.

Für den Vermittlungsdienst müssen Entgelte bezahlt werden. Da der Vermittlungsdienst erschwinglich sein soll, hat die Bundesnetzagentur veranlasst, dass die Gebühren für die private Nutzung des Dienstes ab 1. Januar 2019 gesenkt wurden.

Anders als bei der beruflichen Nutzung des Vermittlungsdienstes reichen die Gesprächsgebühren, die die Teilnehmer für die private Nutzung des Vermittlungsdienstes zahlen, bei Weitem nicht aus, um die Kosten des Telefondolmetschdienstes zu decken. Die Telekommunikationsdiensteanbieter finanzieren den größten Teil der Kosten des privat genutzten Vermittlungsdienstes für gehörlose und hörgeschädigte Endnutzer.

Rechtliche Grundlage: § 45 Abs. 3 Telekommunikationsgesetz

Ihre Fragen

Informationen zu Änderungen in den Bereitstellungszeiten oder den Tarifen für den Vermittlungsdienst (Gebärdensprachdolmetschen, Schriftdolmetschen) finden Sie auf der Homepage des Unternehmens www.tess-relay-dienste.de.

Ihre Fragen können Sie an die Bundesnetzagentur per Kontaktformular oder das Unternehmen richten, das den Vermittlungsdienst erbringt.

Kontakt

Kontaktformular

Der Beschleunigung dient es, wenn Sie das Online-Kontaktformular nutzen. Hierüber werden vorgangsrelevante Angaben abgefragt, Sie können relevante Dokumente mit Nachweisen hochladen und Ihre Einwilligung zur Weitergabe Ihrer personenbezogenen Daten erteilen.

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