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Gutachten zur Bestimmung der Elastizität der Nachfrage der Eisenbahnverkehrsunternehmen
Stand: September 2018

Die Bundesnetzagentur hat im Juli 2017 einen Auftrag zur Ermittlung von Elastizitäten im Schienenverkehr an die Bietergemeinschaft KCW/HTC/StatisticEye/Prof. Böttger vergeben. Für alle Verkehrsdienste der Eisenbahn (Güterverkehr sowie Personennah- und -fernverkehr) wurde mit Hilfe von empirischen Befragungen die Elastizität der Endkundennachfrage bestimmt. Die Gutachtenergebnisse können im Rahmen der Entgeltprüfung nach ERegG zur Validierung von Marktsegmenten und deren Tragfähigkeit genutzt werden. Die Ergebnisse für den Schienenpersonennahverkehr fließen in den Bericht der Bundesnetzagentur nach §37 Abs.5 ERegG ein.

Die Elastizität der Nachfrage beschreibt, um wieviel Prozent sich die Nachfrage nach einem Gut verändert, wenn sich der Preis um 1 Prozent erhöht. Die Elastizität der Nachfrage ist eine wesentliche Komponente des Ausdrucks der Tragfähigkeit der Marktsegmente des Schienenverkehrs, auf der die Festsetzung der Vollkostenaufschläge nach § 36 ERegG der DB Netz AG im Trassenpreissystem (TPS) beruht.

Im Schienengüterverkehr schätzen die Gutachter ein, dass das umfassende Segment „Standardzug“ eine in sich eher heterogene Struktur mit Blick auf die Elastizitäten aufweist. Eine weitere Differenzierung des Segments wäre aus ökonomischer Sicht begründbar, in der praktischen Umsetzung aber eher mittel- bis langfristig denkbar. Bezüglich der übrigen Segmente im Schienengüterverkehr zeigt das Gutachten qualitativ ähnliche Ergebnisrichtungen auf, wie im Trassenpreissystem der DB Netz AG abgebildet. Die Spreizung von nachfrageelastischeren Segmenten des Schienengüterverkehrs (bspw. „Nahverkehr“), zu unelastischeren Segmenten (bspw. „sehr schwer“) ist allerdings ausgeprägter als im Preissystem der DB Netz AG unterstellt.

Im Schienenpersonenverkehr weichen die Ergebnisse qualitativ in einzelnen Bereichen von den bisherigen Erkenntnissen der Vorgängerstudie ab. Es ergeben sich jedoch keine ausreichend hohen quantitativen Abweichungen, die Anpassungen im bestehenden Trassenpreissystem zwingend bedingen würden. Die Gutachter weisen darauf hin, dass insbesondere mit Bezug auf die Differenzierung nach Reisanlässen, nach Geschwindigkeit und mit Blick auf die Segmente mit sehr geringer Nachfrage und empirischer Grundlage (Nacht, Punkt-zu-Punkt) zudem weiterer Forschungsbedarf besteht und dass die Heterogenität der Segmente in Bezug auf die Elastizität im Schienenpersonenverkehr schwächer ausgeprägt ist als im Schienengüterverkehr.

Das Gutachten wird als Anlage zum Download bereitgestellt. Die Bundesnetzagentur bittet den Markt um eine schriftliche Stellungnahme (per Email an max.meulemann@bnetza.de) bis zum 08.10.2018.


Gutachten zur Bestimmung der Elastizität der Nachfrage der Eisenbahnverkehrsunternehmen (pdf / 2 MB)

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