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Bundesnetzagentur verzeichnet steigende Beschwerdezahlen zu Brief und Paket

Homann: "Verbraucher beanstanden Zustellqualität von Briefen und Paketen"

Ausgabejahr 2017
Erscheinungsdatum 11.08.2017

Mit 2.340 schriftlichen Anfragen und Beschwerden verzeichnet die Bundesnetzagentur im ersten Halbjahr 2017 erneut steigende Zahlen (2016 waren es rund 4.000). Hinzu kommen 845 telefonische Beschwerden.

"Verbraucher beanstanden verstärkt Qualitätsmängel bei der Brief- und Paketzustellung. Häufig haben die Verbraucher den Eindruck, dass sie an bestimmten Wochentagen gar keine Briefpost erhalten. Paketempfänger bemängeln vielfach, lediglich eine Benachrichtigungskarte vorzufinden, obwohl sie zu Hause waren", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Beschwerden

Zustellmängel im Brief- wie im Paketbereich sind der Hauptgrund für Beschwerden. Es folgen Verlust oder Beschädigung von Sendungen, zu lange Laufzeiten und mangelhafte Sendungsverfolgung im Paketbereich. 52 Prozent der schriftlichen Beschwerden betreffen den Briefbereich, 36 Prozent den Paketbereich.

Die Auswertung der Beschwerden nach Bundesländern zeigt keinen regionalen Schwerpunkt. Aus Nordrhein-Westfalen kamen bis zum 15. Juli 2017 die meisten Beschwerden (408). Es folgen Bayern (237), Berlin (235) und Hessen (234), Niedersachsen (189), Baden-Württemberg (188) und Hamburg (142).

Schlichtung

Die Zahl der Anträge in der Schlichtungsstelle Post bei der Bundesnetzagentur hat sich im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum gesamten Jahr 2016 verdoppelt. 470 Schlichtungsanträge sind bis zum 30. Juni 2017 eingegangen, 2016 waren es 235 Anträge.

Die Beschädigung von Postsendungen ist der Hauptgrund für einen Schlichtungsantrag. Auch der Verlust oder die Entwendung einer Sendung gibt häufig Anlass für Streitfälle. Bei 87 Prozent der Anträge liegen Probleme bei der Paketbeförderung zugrunde. Briefe, Einschreiben und Päckchen spielen eine untergeordnete Rolle.

In allen Fällen, in denen beide Parteien bereit waren, am Schlichtungsverfahren teilzunehmen, kam es im laufenden Jahr zu einer Einigung (87). Eine unmittelbare Einigung ohne Verfahren gab es in 29 Fällen. In der überwiegenden Zahl der Fälle (152) verweigerte der Postdienstleister seine Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren. Die meisten großen Paketdienstleister sind nur noch selten bereit, am Schlichtungsverfahren teilzunehmen.

Pressemitteilung (pdf / 31 KB)