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Bundesnetzagentur startet Konsultation zum Netzentwicklungsplan Gas 2018-2028

Homann: "Umfangreiche Investitionen ins deutsche Gasnetz vorgesehen"

Ausgabejahr 2018
Erscheinungsdatum 16.04.2018

Die Bundesnetzagentur startet heute ihre Konsultation zum Entwurf für den Netzentwicklungsplan Gas 2018-2028.

"Aufgrund des Rückgangs der deutschen und niederländischen Gasproduktion müssen weiterhin Versorgungsgebiete umgestellt und das Gasnetz ausgebaut werden. Auch für die Anbindung der geplanten Nord Stream 2-Pipeline sind im Entwurf Investitionen in Deutschland vorgeschlagen. Wir rufen alle Netznutzer auf, zu dem Ausbauvorschlag der Fernleitungsnetzbetreiber Stellung zu nehmen", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Umstellung auf H-Gas

Deutschland wird derzeit mit zwei verschiedenen Erdgassorten versorgt. Dabei handelt es sich zum einen um niederkalorisches L-Gas mit einem geringeren Brennwert aus Deutschland und den Niederlanden. Zum anderen handelt es sich um hochkalorisches H-Gas mit einem höheren Brennwert, zum Beispiel aus Norwegen und Russland. Aufgrund des Rückgangs der L-Gas-Produktion werden aktuell mit L-Gas versorgte Gebiete auf H-Gas umgestellt. Der Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas 2018-2028 enthält einen konkreten Vorschlag für die weitere Umstellungsplanung bis 2030.

In den Niederlanden ist es im Januar 2018 erneut zu einem Erdbeben gekommen, das in Verbindung mit der Erdgasförderung aus dem Groningen-Feld gesehen wird. Daher hat die niederländische Regierung beschlossen, die Gasförderung in Groningen schneller als bisher geplant zu reduzieren. Der Entwurf des Netzentwicklungsplans enthält schon jetzt Vorschläge für Maßnahmen, mit denen die angekündigten Förderkürzungen teilweise ausgeglichen werden sollen.

Anbindung geplanter Nord Stream 2-Pipeline

Mit dem Rückgang der Produktion von L-Gas steigt zugleich der deutsche Importbedarf an H-Gas. Eine neue Importroute kann zukünftig die geplante Nord Stream 2-Pipeline von Russland nach Deutschland sein. Nord Stream 2 selbst ist nicht Bestandteil des Netzentwicklungsplans. Der Vorschlag der Fernleitungsnetzbetreiber reagiert mit entsprechenden Netzausbaumaßnahmen in Deutschland auf Transportbedarfe, die sich aus Sicht von Netznutzern ergeben, um die über Nord Stream 2 importierten Gasmengen nutzen zu können.

LNG-Terminal

Der Netzentwicklungsplan Gas 2018-2028 berücksichtigt erstmals ein geplantes Terminal für verflüssigtes Erdgas (liquefied natural gas, LNG) an der deutschen Nordseeküste am Standort Brunsbüttel. Für die Anbindung dieses Terminals an das deutsche Gasnetz ist nach den Berechnungen der Fernleitungsnetzbetreiber u.a. eine neue Leitung von 50 km Länge erforderlich, die Investitionskosten für die Anbindung sollen 87 Mio. Euro betragen.

41 neue Maßnahmen

Die im Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas 2018-2028 enthaltenen Berechnungsergebnisse bestätigen im Wesentlichen die Ergebnisse des vorangegangenen Netzentwicklungsplans Gas 2016-2026. Darüber hinaus werden 41 neue Ausbaumaßnahmen vorgeschlagen. Insgesamt schlagen die Fernleitungsnetzbetreiber einen Leitungsausbau von ca. 1390 km Länge sowie einen Verdichterausbau in Höhe von 499 Megawatt vor. Die Gesamtkosten dieses Vorschlags würden in den nächsten 10 Jahren rund 7 Mrd. Euro betragen.

Die Bundesnetzagentur hatte den Fernleitungsnetzbetreibern aufgegeben, die einzelnen Netzausbaumaßnahmen transparenter und übersichtlicher darzustellen. In der Konsultation können die Netznutzer auch zu diesem Aspekt eine Rückmeldung geben.

Stellungnahmen bis zum 25. Mai

Tatsächliche und potentielle Netznutzer sind eingeladen, bis zum 25. Mai 2018 Stellungnahmen zum Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas 2018-2028 abzugeben. Zudem begleitet die Bundesnetzagentur die Konsultation mit einem öffentlichen Workshop am 15. Mai 2018 in Bonn.

Nach Auswertung der Stellungnahmen und Prüfung der vorgeschlagenen Ausbaumaßnahmen kann die Bundesnetzagentur die Fernleitungsnetzbetreiber zu einer Überarbeitung des Entwurfs auffordern.

Der Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas 2018-2028 sowie weitere Informationen sind zu finden unter: www.bundesnetzagentur.de/NEPGas2018.

Pressemitteilung (pdf / 99 KB)