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Netzanschluss und Messung

An dieser Stelle beantworten wir allgemeine Fragen zum Strom- und Gasnetzanschluss und gehen ausführlich auf die Themen L-/H-Gas-Umstellung und Einführung der sogenannten Smart Meter (digitalen Zähler) ein.

Anschlussnehmer und Anschlussnutzer
Was ist der Unterschied?

  • Anschlussnehmer ist in der Regel der Eigentümer eines Grundstücks oder Gebäudes.
  • Anschlussnutzer ist in der Regel der Mieter.
Als Eigentümer eines selbst genutzten Hauses sind Sie gleichzeitig Anschlussnehmer und Anschlussnutzer.

Die Netzanschlussverordnung (NAV) regelt allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und die Anschlussnutzung.

Anschlusskosten und Baukosten
Welche Kosten entstehen für den Netzanschluss?

Einen Festbetrag für Kosten zur Herstellung oder Änderung des Netzanschlusses an das Gas- oder Stromnetz gibt es nicht.

Anschlusskosten

  • Für die Herstellung des Netzanschlusses und
  • bei Änderungen des Netzanschlusses (z.B. durch eine Änderung oder Erweiterung der Kundenanlage durch den Anschlussnehmer)

kann der Netzbetreiber vom Anschlussnehmer die Erstattung der bei wirtschaftlich effizienter Betriebsführung notwendigen Kosten verlangen, die tatsächlich anfallen.

Gesetzliche Grundlage: § 9 NAV bzw. § 9 NDAV

Baukosten

Der Netzbetreiber kann darüber hinaus einen angemessenen Baukostenzuschuss zur teilweisen Deckung der notwendigen Kosten für die Erstellung oder Verstärkung der örtlichen Verteileranlagen des Niederspannungs-/Niederdrucknetzes vom Anschlussnehmer verlangen.

WICHTIG:
Ein Baukostenzuschuss darf bei Strom-Haushaltsanschlüssen nur bei einer Leistungsanforderung von über 30 Kilowatt erhoben werden.
Somit ist der gewöhnliche Strom-Hausanschluss von Baukostenzuschüssen befreit.

Gas-Hausanschlüsse:
Eine solche Befreiung gibt es für Gas-Hausanschlüsse nicht.
Der Gasnetzbetreiber kann allerdings maximal die Hälfte aller Kosten vom Kunden erheben, die für die Erstellung oder Verstärkung des Netzes anfallen.

Weiterführende Informationen zum Baukostenzuschuss finden Sie hier.

Gesetzliche Grundlage: § 11 NAV bzw. § 11 NDAV

In jedem Fall müssen die Anschlusskosten und Baukosten vom Netzbetreiber getrennt errechnet und dem Anschlussnehmer im Detail ausgewiesen werden.

Netzanschlussvertrag
Welche Angaben muss der Netzanschlussvertrag enthalten?

Der Netzanschlussvertrag ist ein Vertrag zwischen dem Anschlussnehmer und dem Netzbetreiber.

Der Anschlussnehmer ist der Eigentümer z.B. eines Hauses oder Grundstücks, das an das Netz des Netzbetreibers angeschlossen ist.

Der Netzanschlussvertrag enthält unter anderem die

  • Anschrift der Anschlussstelle,
  • Eigentumsgrenze,
  • Spannungsebene,
  • Grundstücksbenutzung (Zutrittsrecht) und
  • Netzanschlusskapazität.

Für die Netzanschlusskapazität muss der Anschlussnehmer in der Regel einen Baukostenzuschuss an den Netzbetreiber bezahlen.
Die Netzanschlusskapazität ist die elektrische Leistung, die der Netzbetreiber an dem Anschluss vorhält. Sie bestimmt unter anderem die Größe der Sicherung.
Weiterführende Informationen zum Baukostenzuschuss finden Sie hier.

Der Netzanschlussvertrag beinhaltet nicht die Belieferung des Anschlussnehmers mit Strom oder Gas. Dafür ist ein gesonderter Liefervertrag notwendig.

Trennung zwischen Netzanschluss und Energielieferung
Wie ist das geregelt?

Wegen der gesetzlich geforderten Trennung von Netzbetrieb und Energievertrieb/-lieferung (Stichwort: Entflechtung) wurden auch die Regelungen für den Netzanschluss von denen für die Energielieferung getrennt.

Die seit 1979 geltenden Verordnungen über die "Allgemeinen Bedingungen für die Elektrizitäts- und Gasversorgung von Tarifkunden" (AVBEltV, AVBGasV) wurden durch die Anschluss- bzw. Grundversorgungsverordnungen abgelöst.

Am 8. November 2006 traten diese Verordnungen in Kraft:

  • Niederspannungs- (NAV) und Niederdruckanschlussverordnung (NDAV)
  • Strom- (StromGVV) und Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV)

Photovoltaik-Anlage mit Zweirichtungszähler
Was bedeutet das für meinen Strombezug, meinen Liefervertrag und den Netzanschluss?

Netzbetreiber installieren für den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen in vielen Fällen einen Zweirichtungszähler. Wird für den Strombezug des Zählers kein Belieferungsvertrag abgeschlossen, werden die Anlagenbetreiber nach dem Einbau des Zweirichtungszählers von ihrem Grundversorger angeschrieben und über das Zustandekommen eines Grundversorgungsvertrages informiert.

Die Anlagenbetreiber sollen nun für einen - aus ihrer Sicht nicht erfolgten - Bezug von Strom aus dem Netz bzw. einen verhältnismäßig geringen Stromverbrauch eine vergleichsweise hohe jährliche Grundgebühr zahlen.

Die Bundesnetzagentur ist grundsätzlich der Auffassung, dass jede Strom-Entnahme aus dem Netz und jede Einspeisung in das Netz eines Netzbetreibers nach dem EnWG messtechnisch erfasst werden muss.

Hintergrund: Der Zweirichtungszähler erfasst separat Einspeisung und Entnahme von Strom in das/aus dem Netz. Es wird exakt zwischen Entnahme und Einspeisung getrennt.

In der Vergangenheit wurden oft keine exakten Messungen vorgenommen. Zum Teil wurden auch Einrichtungszähler mit oder ohne Rücklaufsperre verbaut, die den geringen Verbrauch gar nicht abgebildet haben oder  sich bei Entnahme von Strom sogar zurück drehten. Wegen des enormen Zubaus von PV-Anlagen führte dieses Vorgehen insgesamt zu erheblichen Mengen Strom, die zwar aus dem Netz entnommen wurden, aber keiner Entnahmestelle zugeordnet werden konnten. Für die Netzbetreiber war die Prognose der Einspeisung und Entnahme kaum möglich. Diese Prognose ist jedoch sehr wichtig, um die Systemstabilität gewährleisten zu können.

Der Netzbetreiber ist berechtigt, im Rahmen seiner technischen Anschlussbedingungen den Einbau von Zweirichtungszählern vorzuschreiben. (§ 20 NAV) 

Mit dem Einbau des Zweirichtungszählers wird auch die – wenn vorhandene – Entnahme exakt erfasst. Die Entnahme von elektrischer Energie aus dem Stromnetz ist allerdings nur im Rahmen eines Lieferverhältnisses zulässig. Schließt der Anlagenbetreiber für seine PV-Anlage also keinen Liefervertrag mit einem Energieversorgungsunternehmen ab, kommt mit der Entnahme von Energie automatisch ein Grundversorgungsvertrag nach § 36 EnWG oder ein Ersatzversorgungsverhältnis nach § 38 EnWG zustande.

Aus Sicht der Bundesnetzagentur sind grundsätzlich zwei Fallkonstellationen zu unterscheiden:

  1. In Fällen, in denen ein – und sei es auch noch so geringer – Strombezug stattfindet, ist das Zustandekommen eines Vertrages gesetzlich vorgesehen. In diesen Fällen kommt ein Entnahmevertrag mit dem Lieferanten/Grundversorger automatisch dadurch zustande, dass Strom entnommen wird. Die Menge des entnommenen Stroms spielt dafür keine Rolle. Diese Regelung beruht auf dem Gedanken, dass jemand dafür verantwortlich sein muss, eine bestimmte Menge des nachgefragten Stroms auch bereitzustellen und zu beschaffen. Diese Verantwortung hat der Lieferant/Grundversorger. Die zuverlässige Bereitstellung von ausreichender Erzeugung zum Zeitpunkt der jeweiligen Entnahme – also der Einkauf entsprechender Mengen – ist ein wichtiger Baustein.
  2. In Fällen, in denen der Zähler keinen Strombezug anzeigt, kommt aus Sicht der Bundesnetzagentur auch kein Entnahmevertrag zustande. Denn die nach dem Gesetz erforderliche Entnahme von Strom kann in solchen Fällen nicht nachgewiesen werden.

Die Bundesnetzagentur hat nicht zu entscheiden, ob im konkreten Einzelfall ein Energielieferverhältnis – sei es in Form eines Liefervertrages oder in Form eines Grund- oder Ersatzversorgungsverhältnisses – zustande gekommen ist und welche Entgelte ggf. aufgrund dieses Lieferverhältnisses vom Letztverbraucher verlangt werden dürfen. Für solche Streitigkeiten ist ggf. der Zivilrechtsweg eröffnet. Außerdem haben Verbraucher die Möglichkeit, die Schlichtungsstelle Energie anzurufen.

Empfehlungen der Schichtungsstelle Energie

In einem Fall hat die Schlichtungsstelle Energie am 21. März 2013 entschieden (AZ: 4977/12), dass in Fällen nicht nachweisbaren Strombezugs auch kein Entnahmeverhältnis vorliegt. Die Bundesnetzagentur stimmt den Ausführungen der Schlichtungsstelle grundsätzlich zu. Wir weisen jedoch darauf hin, dass die Schlichtungsempfehlung auf einem Einzelfall beruht und im zugrundeliegenden Fall der tatsächliche Stromverbrauch der PV-Anlage durch die Beschwerdegegnerin nicht nachgewiesen werden konnte. Da der Stromverbrauch jedoch notwendige Voraussetzung für das Vorliegen eines Vertragsverhältnisses ist, ist die Annahme der Schlichtungsstelle, dass in Fällen fehlenden Stromverbrauchs keine Grundgebühr anfällt, folgerichtig.
Die Schlichtungsstelle Energie hat am 25. Juni 2015 eine weitere Schlichtungsempfehlung zum Stromverbrauch von PV-Anlagen getroffen (AZ 717/15).
Eine "Empfehlung zur Abrechnung der Bezugsseite von Photovoltaikanlagen bei minimalem Verbrauch" vom 30. April 2014 finden Sie unter folgendem Aktenzeichen AZ.: 4615/13.

Stellungnahme der Clearingstelle EEG

Die Clearingstelle EEG hat in ihrer Stellungnahme vom 19. Dezember 2016 die Ansicht vertreten, der Grundversorger habe keinen Anspruch auf Zahlung von Entgelten (Grundpreis, Abrechnung, Messpreis, Wartungskosten), soweit kein Strom bezogen worden sei. Es bestehe insbesondere im EEG keine gesetzliche Grundlage, die dies begründe.
Die Stellungnahme der Clearingstelle EEG finden Sie unter folgendem Link: https://www.clearingstelle-eeg-kwkg.de/stellungnv/2016/42

Elektromobilität - Anmeldung von Ladesäulen bei der Bundesnetzagentur
Wie kann ich eine öffentlich zugängliche Ladesäule anmelden?

Hier können Sie Ihren öffentlich zugänglichen Ladepunkt über das Online-Formular anmelden. Dort finden Sie auch Kontaktdaten und Hilfestellungen.

Hintergrund

Die Ladesäulenverordnung (LSV) enthält

  • Regelungen für Normal- (Ladeleistung kleiner als 22 kW) und Schnellladepunkte (Ladeleistung größer als 22 kW)
  • Mindestanforderungen zum Aufbau und Betrieb von öffentlich zugänglichen Ladepunkten* für Elektrofahrzeuge,
  • klare und verbindliche Regelungen zu Ladestecker-Standards und
  • eine Anzeigepflicht für Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte bei der Bundesnetzagentur (Ausgenommen davon sind Normalladepunkte, die bereits vor dem 17. März 2016 betrieben wurden. Es steht Ihnen aber frei, diese Normalladepunkte anzumelden.)

* Ein Ladepunkt ist öffentlich zugänglich, wenn er sich entweder

  • im öffentlichen Straßenraum

    oder

  • auf einem privaten Grundstück befindet und der zum Ladepunkt gehörende Parkplatz von einem breiten Personenkreis genutzt werden kann.

Nicht öffentlich zugängliche Ladepunkte sind zum Beispiel solche, die in privaten Carports oder auf Garageneinfahrten installiert sind. Es sei denn, der Zugang wird der Allgemeinheit ausdrücklich vom Betreiber der Ladeeinrichtung gewährt.

Kontakt

Verbraucherservice Energie
Bundesnetzagentur, Postfach: 8001, 53105 Bonn

Tel.: 030 22480 - 500
Fax: 030 22480 - 323
Mo bis Do: 9:00 - 15:00 Uhr
Fr: 9:00 - 12:00 Uhr

E-Mail: verbraucherservice-energie@bnetza.de