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Gasnetzbetreiber - Kooperation mit der Bundesnetzagentur

Gasnetzbetreiber verpflichten sich gegenüber der Bundesnetzagentur zu zügiger Kooperation
Kurth: „Meilenstein für mehr Wettbewerb im Gasmarkt ist erreicht“

Ausgabejahr 2006
Erscheinungsdatum 31.01.2006

„Heute ist ein wesentlicher Meilenstein zum Ziel eines transparenten Gasnetzzugangsmodells erreicht. Wir bauen auf klare Zusagen der Gasnetzbetreiberverbände BGW und VKU, ihre aus dem Energiewirtschaftsgesetz folgende Kooperationspflicht zügig umzusetzen“, sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, anlässlich einer Pressekonferenz über den Stand der Gespräche zum Gasnetzzugang. Das bisherige einzelfallbezogene und entfernungsabhängige Transportpfadmodell nach der Verbändevereinbarung Erdgas wird durch ein Zugangssystem abgelöst, welches dem Transportkunden einen einfachen, diskriminierungsfreien Netzzugang auf der Grundlage nur zweier Verträge (eines Einspeise- und eines Ausspeisevertrags) ermöglicht. Über den erleichterten Netzzugang wird es gerade auch neuen Anbietern ermöglicht, in Wettbewerb um die Kunden bei der Belieferung mit Gas zu treten. Aber auch den Vertriebssparten der etablierten integrierten Versorgungsunternehmen werden neue Absatzwege für ihr Gas eröffnet, die Beschränkung der Handlungsfreiheit auf das angestammte Versorgungsgebiet kann durchbrochen werden.

„Ziel ist es, zu Beginn des Gaswirtschaftsjahres am 1. Oktober 2006 den Gasnetzzugang nach neuen Prinzipien und Strukturen zu ordnen. Mit einer verbesserten Transparenz und einer deutlich optimierten Kapazitätsnutzung wird auch ein entscheidender Schritt zu günstigeren Netznutzungskosten und mehr Wettbewerb im Gasmarkt getan. Ein leichter und massengeschäftstauglicher Wechsel des Gaslieferanten – auch durch Privatkunden – soll im Laufe des Jahres nach den Zusagen der Verbände realisiert werden“, erläuterte Kurth die Vorteile für den Verbraucher.

Die nun gefundene Verständigung auf ein Zugangsmodell ist im Wesentlichen durch den von der Bundesnetzagentur mehrmals einberufenen Konsultationskreis Gasnetzzugang und zahlreichen Arbeitsgruppengesprächen besprochen und diskutiert worden. Neben den Netzbetreiberverbänden BGW, VKU und GEODE waren zu den Konsultationskreisen, zu den Arbeitsgesprächen sowie zu Einzelgesprächen auch die Netznutzerverbände, insbesondere BDI, BNE, EFET und VIK geladen, die die Diskussionen mit zahlreichen Anregungen und Verbesserungsvorschlägen bereichert hatten.

„Ein gewaltiges Stück Arbeit liegt hinter uns, aber ein zumindest ebenso umfangreiches Stück Arbeit liegt noch vor uns und den Netzbetreibern, wenn es jetzt gilt, die grundsätzlichen Vereinbarungen in konkrete Vertragstexte umzuwandeln und zu präzisieren“, so der Präsident der Bundesnetzagentur.

Da es um zahlreiche äußerst schwierige und komplexe technische und wirtschaftliche Probleme gehe, sei es auch nicht verwunderlich, dass viele unterschiedliche Interessen und Auffassungen vorhanden seien, erläuterte Kurth. Ohne Kompromissbereitschaft und den Willen zum Erfolg wäre manches nicht erreicht worden.

„Dieses Prinzip der Kooperation sollte jetzt rasch mit Leben gefüllt werden, um auch einen Beitrag zu leisten, das belastete Klima zwischen Anbietern und Verbrauchern deutlich zu verbessern“, appellierte Kurth an alle Beteiligten. „Die Bundesnetzagentur wird diesen Prozess weiterhin aktiv moderierend und intensiv beobachtend begleiten“, versprach Kurth. Maßstab dabei ist das Energiewirtschaftsgesetz, das den Netzbetreibern eine Vielzahl von Vorgaben und Verpflichtungen auferlegt, um den Zweck des Gesetzes zu erfüllen, nämlich eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit. Ziel ist es dabei, einen wirksamen und unverfälschten Wettbewerb bei der Versorgung mit Gas zu ermöglichen. „Allerdings darf bei dem Bestreben, dieses Ziel zu erreichen, nicht vergessen werden, dass gleichzeitig ein langfristig angelegter leistungsfähiger und zuverlässiger Betrieb der Gasversorgungsnetze sichergestellt werden muss“, so Kurth abschließend.

Pressemitteilung (pdf / 39 KB)