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Präsentation Jahresbericht 2014

Homann: "Wir gewährleisten, dass die Unternehmen die erforderlichen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Netze tätigen können."

Ausgabejahr 2015
Erscheinungsdatum 08.05.2015

"Moderne Infrastrukturen sind die Lebensadern unserer Industriegesellschaft. Sie sind Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes und für das Wohlergehen der Menschen", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Der Bericht gibt einen umfangreichen Überblick über die Entwicklung der durch die Bundesnetzagentur regulierten Märkte. Infrastrukturinvestitionen attraktiv machen, nachhaltigen Wettbewerb fördern und konsequenten Verbraucherschutz gewährleisten – das bleibt das Zieldreieck der Arbeit der Bundesnetzagentur."

Energie

Beseitigung von Netzengpässen und Netzausbau sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende. Die Bundesnetzagentur begleitet die Ermittlung des erforderlichen Netzausbaubedarfs und ist für Planungs- und Genehmigungsverfahren für wichtige ländergrenzenübergreifende Projekte zuständig. Die Bundesnetzagentur führt zudem ein Monitoring der in Zuständigkeit der Länder geplanten Leitungen durch. Homann betont: "Erfreulich ist, dass für die Thüringer Strombrücke in Thüringen und Bayern die Planfeststellungsbeschlüsse für die letzten beiden Abschnitte ergangen sind, so dass mit einer Fertigstellung Anfang 2016 gerechnet werden kann."

Für zwei zentrale Ausbauprojekte liegen der Bundesnetzagentur Anträge auf Bundesfachplanung vor. Den Antrag für die Gleichstromleitung SuedLink hat die Bundesnetzagentur sorgfältig geprüft und sieht im Ergebnis noch Überarbeitungsbedarf, bevor die gesetzlich vorgesehenen Antragskonferenzen stattfinden können. Dies betrifft unter anderem die Herleitung des Trassenkorridorvorschlags und die Benennung der ernsthaft in Betracht kommenden Alternativen. Für zwei Abschnitte der Leitung 'Ultranet' hat die Bundesnetzagentur Antragskonferenzen durchgeführt, in deren Anschluss sie nun die Untersuchungsrahmen für die Bundesfachplanung festlegt. Homann: "Wir sind beim Netzausbau ein kleines Stück vorangekommen. Die Zeitpläne sind noch zu halten, wenn die erforderliche politische Unterstützung für den Netzausbau gegeben ist."

Die Sicherstellung der Versorgungssicherheit ist ein weiterer wichtiger Bestandteil für die Umsetzung der Energiewende. Aktuell sind bei der Bundesnetzagentur insgesamt 51 Kraftwerksblöcke zur Stilllegung angemeldet. 33 davon sind endgültige Stilllegungen mit einer Erzeugungsleistung von 8.071 MW, davon 4.557 MW in Süddeutschland. Die geplante vorläufige Stilllegung der Kraftwerksblöcke Irsching 4 und Irsching 5 fällt nicht in diese Kategorie. Insgesamt elf Kraftwerksblöcke wurden bisher als systemrelevant eingestuft. 15 der zur endgültigen Stilllegung angezeigten Blöcke wurden von den Übertragungsnetzbetreibern als nicht systemrelevant ausgewiesen.

Die Bundesnetzagentur ist im Jahr 2014 fünf Verdachtsfällen von Marktmissbrauch im Energiegroßhandel nachgegangen. Zwei davon liegen im Zuständigkeitsbereich ausländischer Regulierungsbehörden. Ein Fall wurde abgeschlossen, ohne dass ein Verstoß festgestellt wurde. Zwei Fälle werden derzeit noch detailliert geprüft.

Telekommunikation

Die Investitionen in Sachanlagen auf dem Telekommunikationsmarkt erreichten 2014 mit 7,4 Mrd. Euro den höchsten Wert seit 2004. Die Unternehmen investierten überwiegend in den Glasfaserausbau, die Umstellung auf IP-basierte Netze und in den Ausbau der LTE-Netze.

Das pro Breitbandanschluss im Monat generierte durchschnittliche Datenvolumen nahm wieder deutlich zu und lag im Festnetz Ende 2014 nach vorläufigen Berechnungen bei rund 27 GB. Damit nahm das erzeugte Volumen um fast ein Viertel innerhalb eines Jahres zu. Insgesamt stieg das über Breitbandanschlüsse in Festnetzen abgewickelte Datenvolumen auf etwa 9,3 Mrd. GB an. Auch das mobile Datenvolumen steigt weiter steil an. 2014 wurden 393 Mio. GB an Daten über die Mobilfunknetze übertragen (2013: 267 Mio. GB). Um mobile Datenübertragungsdienste zu nutzen, wurden noch einmal erheblich mehr SIM-Karten in UMTS- und LTE-fähigen Geräten verwendet. 52,6 Mio. waren es 2014 gegenüber 36,9 Mio. im Vorjahr.

Im Jahr 2013 2014 ging die Nutzung des Kurznachrichtendienstes (SMS) weiter zurück. Die Zahl der versendeten SMS verringerte sich 2014 auf 22,5 Mrd. (2013: 37,9 Mrd.). Infolge der Verbreitung von Smartphones werden SMS-Mitteilungen zunehmend durch Messaging-Apps und E-Mails ersetzt.

Bei der Bundesnetzagentur sind 2014 insgesamt etwa 290.000 Verbraucheranfragen und Beschwerden zum Themenbereich Telekommunikation eingegangen. Inhaltliche Schwerpunkte der Anfragen und Beschwerden waren der Wechsel des Telefonanbieters und der Umzug des Telefonanschlusses. Darüber hinaus spielen Beschwerden zum Rufnummernmissbrauch und zur unerlaubten Telefonwerbung eine große Rolle.

Post

Der Umsatz aller Marktteilnehmer im deutschen Postmarkt betrug im Jahr 2013 rund 27,1 Mrd. Euro. Davon sind dem lizenzpflichtigen Briefbereich (Briefsendungen bis 1.000 g) ca. 8,6 Mrd. Euro zuzurechnen. Einen neuen Höchststand erreichte mit ca. 18,5 Mrd. Euro der Bereich der nicht lizenzpflichtigen Post- und Beförderungsdienstleistungen – hierzu gehören neben der Beförderung von Werbesendungen und Presseerzeugnissen insbesondere die Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen.

Im Postmarkt hat der wachsende Versandhandel über das Internet im letzten Jahr zu weiter steigenden Paketmengen geführt (2,7 Mrd. erwartete Sendungen im Jahr 2014 gegenüber 2013 gab es 2,6 Mrd. Sendungen). Im Briefmarkt hingegen sind die Sendungsmengen von 16,1 Mrd. Stück im Jahr 2013 auf voraussichtlich 15,7 Mrd. Stück 2014 leicht gesunken.

Die Deutsche Post-Gruppe war auch im Jahr 2013 mit einem umsatzbezogenen Marktanteil von 87,7 Prozent Marktführer im lizenzpflichtigen Briefmarkt. Die anderen Wettbewerber erreichten zusammengenommen einen Marktanteil von 12,3 Prozent mit geringfügig steigender Tendenz.

Die Postmärkte unterliegen beträchtlichen Veränderungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach dem Umfang einer ausreichenden postalischen Grundversorgung neu. Zur Vorbereitung der gesetzlich geforderten Empfehlung hierzu hat die Bundesnetzagentur ein Impulspapier zum Post-Universaldienst zur Diskussion gestellt.

Eisenbahn

Insgesamt stagnierten 2014 die Umsatzzahlen im Schienenpersonenfernverkehr, während der Umsatz im Nahverkehr gesteigert werden konnte. Für den schienengebundenen Güterverkehr wird für den gleichen Zeitraum von einem nur leichten Umsatzwachstum ausgegangen. Erfreulich ist, dass der Wettbewerb im Personennahverkehr und beim Gütertransport auf der Schiene insgesamt zugenommen hat.

Die Aktivitäten der Bundesnetzagentur umfassten 2014 zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung eines diskriminierungsfreien Zugangs zur Schieneninfrastruktur und zur Förderung des Wettbewerbs auf der Schiene. Hervorzuheben sind insbesondere Verfahren zu personellen Besetzung von Stellwerken und zu Rahmenverträgen oder Regelungen für verspätet oder nicht in Anspruch genommene Nutzungszeitfenster an Güterterminals.

Der Jahresbericht 2014 der Bundesnetzagentur steht ab sofort unter www.bundesnetzagentur.de/berichte zum Download bereit.

Pressemitteilung (pdf / 71 KB)